Am 25.9.2010 fand in Berlin die Konferenz "Der Euro vor dem Zusammenbruch - Wege aus der Gefahr" statt, die von der "Volksinitiative gegen Finanzdiktatur" veranstaltet wurde. Aus dieser Konferenz sind gleichnamig ein Buch und eine DVD hervorgegangen, die die interessanten Reden der alternativen Experten zum Euro wiedergeben und die käuflich zu erwerben sind. In die deutschen Medien fand diese Konferenz jedoch keinen Eingang, wohingegen laut Buch russische Berichterstatter und Kameras die Reden nach Russland übermittelten. Russland verschließt also nicht die Augen vor den Konsequenzen, die sich im Buch und auf der DVD abzeichnen. So zitiert der Mitveranstalter Jürgen Elsässer einen bekannten Autoren mit "Deutschland schafft sich ab", was er auf die EU und die Euro-Krise ummünzt. Professor Wilhelm Hankel fügt hinzu: "Wer eine Aufwertung der Währung hat, hat eine Sozialdividende. Denn das ganze Volk kann mit dieser DM, zuhause verdient, nicht nur billiger reisen, es bekommt billigere Energie, billigeres Benzin, billigere Bananen und ein höheres Wirtschaftswachstum, weil die Aufwertung automatisch dazu führt, dass die Zinsen sinken, und Auslandskapital nicht das Land verlässt, sondern Auslandskapital in dieses stabile Land herein kommt. (S. 24)" Deutschland ist 2. größtes Importland. Vom Professor Karl Albrecht Schachtschneider wird die rechtliche Situation rund um den so genannten "Euro-Rettungsschirm" näher beleuchtet. So habe das Bundesverfassungsgericht seit dem Urteil zum Vertrag von Lissabon die Deutschen dazu "aufgefordert, Klagen zu erheben gegen ausbrechende Rechtsakte der Europäischen Union, also gegen Kompetenzüberschreitungen der EU. (S. 30) " So werde das Karlsruher Gericht "im Zweifel sagen: wenn ihr diese Politik machen wollt, müsst ihr einen neuen EU-Vertrag machen." Denn "das Gericht hat bisher immer abgelehnt anzuerkennen, dass die Europäische Union ein Bundesstaat ist. (S. 33)" Dies sei mit der Transferunion nun endgültig erreicht. Außerdem würden die No-Bail-Out-Klausel (EU-Staaten haften nicht für andere EU-Staaten) in Artikel 125 des Lissabon-Vertrages (S. 35) im Zusammenhang mit Artikel 123 (Verbot für die EZB Staatsanleihen anzukaufen) und Artikel 136 (Verstärkung der Disziplin - hier durch "Rettungsschirme" - der Mitgliedsstaaten nur durch EU-Rechtsakte) (S.36) arg verletzt. Nigel Farage stellt fest, dass mittlerweile 84 Prozent der nationalen Gesetze und Regulationen aus Brüssel kommen (S. 46) und "über eintausend EU-Angestellte mehr als der britische Premierminister verdienen, und natürlich viel mehr als die Mitglieder des Parlaments. (S. 48)" Professor Max Otte gibt dann auf Seite 53 die Einsicht, dass die Kunstwährung Euro noch so lange zu halten ist, wie wir diese Transferunion ausbauen! Auf den Seiten 56 f. beschreibt er dann, wie effektiv doch eine Finanztransaktionssteuer sei, die diesen Namen verdiene und die nicht nur im Munde unwilliger Politiker geführt werde. Auch die geschürte Angst, dass die Finanztransaktionssteuer kleine Riester-Sparer belaste, widerlegt Otte auf Seite 57 so: "ein Riestersparer in einem halbwegs seriösen Produkt würde über die nächsten 20 Jahre insgesamt mit 60 Euro belastet. Während in denselben 20 Jahren sich die Finanzbranche von seinen Riesterersparnisse 5000 Euro abschneidet." Eine so genannte "Finanzaktivitätssteuer", die nur das Ergebnis einmalig besteuert, hält Otte deswegen auf Seite 57 f. für widersinnig.
Michael Mross lässt uns an folgender Erkenntnis teilhaben: "Was ist denn eigentlich dagegen zu haben, dass wir unterschiedliche Währungen haben, was doch jahrzehntelang gut funktioniert hat. (S. 64)" Außerdem prophezeit er auf Seite 67:" Es wird heißen, die Deutschen wären schuld daran, dass der Euro auseinander fällt... Wer ist denn dann der Schuldige? Nicht der Schuldner, sondern der Gläubiger." Nicht die Euro-Kritiker gefährden das Projekt EU, sondern die knebelnden Sparprogramme, die den Mittelmeeranrainern auferlegt werden und so deren Bevölkerungen gegen die EU und insbesondere Bundeskanzlerin Merkel aufbringen. Dr. Edgar Most fordert eine Anbindung der Finanzwirtschaft an die Realwirtschaft und stellt auf Seite 72 fest, dass sich seit 1970 (Abschaffung der Goldbindung an den US-Dollar) alle Finanzmittel und Geldmittel dieser Welt um über das 40-fache erhöht haben, während dies in der Realwirtschaft nur um das 13-fache der Fall gewesen ist. Er stellt auch auf Seite 74 die Frage, wer wohl den IWF rette, wenn der Euro und mit ihm der US-Dollar zerspringen. Hier bieten sich nur die Chinesen an, die dann aber auch eine entsprechende Mitbestimmung wollen werden. Most schlägt deshalb einen neuen Internationalen Währungsfonds vor, der eine fiktive Weltwährung als Berechnungswährung begleitet. Innerhalb von 10 Jahren würde sich diese Währung zu einer Weltwährung entwickeln, was Spekulationen verhindern sollte (S. 75). Als Beispiel erwähnt Most den Transferablen Rubel, der im Warschauer Pakt für 17 Nationen galt (S. 75). Außerdem hält Most viel von so genannten "Komplementärwährungen" wie dem Rheingold oder dem Chiemgauer (S. 76 f.), plädiert für die schnelle Verstaatlichung von Pleitebanken wie der HypoRealEstate, anstatt diese nur mit Geld auszustatten und in privater Führung zu lassen (S. 78 und 80 f.) und schlägt vor, dass Banken ihr hinterlegtes Eigenkapital auf 14 bis 16 Prozent erhöhen, damit im Notfall nicht der Staat haftet, sondern die Bank (S. 79). Most meint auch: "Wenn Sie die deutsche Bank enteignen, dann wird es in Deutschland keine Großindustrie mehr geben. (S. 80)" Josef Ackermann ist für Most der beste Banker Europas. Dr. Eike Hammer stellt auf Seite 83 fest, dass die EZB von Anfang an nicht ganz unabhängig war, da die Euro-Raum-Banken und Euro-fremde Staaten wie Großbritannien mit 10 Prozent an der EZB beteiligt sind. Geldwertstabilität hätte demnach nur beiläufig Beachtung in der EZB gefunden (S. 84), im Gegenteil zu den Aussagen unserer Politiker. Walter K. Eichelburg warnt auf Seite 89, dass Spanien und Italien zu groß seien, um deren "Haushalte" zu retten ("too big to bail") und gibt die Szenarien wieder, die mit dem Euro-Zusammenbruch einhergehen würden. Auf Seite 94 heißt es :"Innerhalb von Stunden kann es mit dem Euro vorbei sein, so schnell reagieren die heutigen elektronischen Märkte." Außerdem erkennt Eichelburg, dass unser "Wirtschaftsboom" teilweise schon auf der Krisenvorbereitung der Vermögenden beruhe. "Ludwig von Mises nannte das den "Crack-Up-Boom", ein kurzer Boom in der Wirtschaft, wo das Geld möglichst schnell in Realgüter umgewandelt wird, bevor es im Wert schrumpft. (S. 96)" Auf Seite 97 steht dann auch:" Ein stark fallender Euro-Kurs und ein hochschießender Goldpreis werden es anzeigen. Falls der Goldpreis an einem Tag um 100 Dollar pro Unze oder mehr ansteigt und oben bleibt, ist es vorbei. Dann wahrscheinlich nicht nur mit dem Euro, sondern auch mit allen anderen Papiergeldern." Die Schweiz habe laut Seite 92 und 97 die eigene Währung wegen dem Aufkauf von Euro zum "Toilettenpapier" gemacht. Dr. Klaus Blessing zitiert auf Seite 99 seiner Rede im Buch aus dem Buch "Der Staatsbankrott kommt" von Michael Grandt :"Wenn beispielsweise nur ein Land aus der Euro-Währungsunion austritt, kann es schnell zu einem Verfall des ganzen Systems kommen, weil durch einen Dominoeffekt immer mehr Länder gezwungen sein könnten den Euro wieder gegen nationale Währungen zu ersetzen. Das wäre (vielleicht -D.V.) mit hohen Verlusten für den einzelnen Sparer verbunden, weil der Rücktausch ins alte Geld sicherlich Nachteile mit sich bringt ..." Blessing plädiert auch für Verstaatlichungen, wie sie in den Grundgesetzartikeln 14 und 15 sowie in den Landesverfassungen verankert sind (S. 101). Verstaatlichen bedeutet für Blessing das Verbot von Spekulationen, insbesondere in den Bereichen Währung, Rohstoffe und Nahrung (S. 102 f.). Auch der Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz spricht sich für Verstaatlichungen aus (S. 102). Blessing schlägt außerdem eine Arbeitszeitverkürzung auf eine 25- bis 28-stündige Woche vor (S. 104).
Meine eigenen Einwürfe, sofern noch nicht genannt, wären dann folgende. Argentinien und andere Staaten hatten ihre Währung an den US-Dollar gekoppelt. Dies führte dazu, dass diese Länder ihre Währung nicht abwerten konnten und somit auch die eigenen Produkte auf dem Weltmarkt nicht billiger werden konnten, was diese wieder attraktiver gemacht hätte. Die Verschuldung stieg dadurch rasant an. Wir sehen also, dass gerade feste Wechselkurse oder noch schlimmer Einheitswährungen zu der Verschuldung führen, die wir in Griechenland sehen. Eine Abwertung der griechischen Währung würde zudem neue Wettbewerbsfähigkeit herstellen, was die noch in Euro lautenden Schulden schneller zu bewältigen erlaubte. Alternativ zu einem Austritt Griechenlands und anderer Mittelmeeranrainer wäre auch über den Austritt Deutschlands aus dem Euro nachzudenken, was über eine Währungsunion mit einem Nord-Euro oder in Form der D-Mark möglich wäre. Die Umstellung auf die Drachme, die durch eine Vorgabe an die Banken nur 5% des Geldes den griechischen Sparern auszuzahlen und somit einen Run auf die Banken zu verhindern, entfiele auf diese Weise. Deutschland, das natürlich durch die Exporte in die EU profitierte, könnte bei einem Ausstieg aus dem alten Euro als 2.
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