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Der Erste Weltkrieg und das 20. Jahrhundert
 
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Der Erste Weltkrieg und das 20. Jahrhundert [Gebundene Ausgabe]

Jay Winter (Hg.) , Geoffrey Parker (Hg.) , Mary R. Habeck (Hg.)
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 347 Seiten
  • Verlag: Hamburger Edition; Auflage: 1. Aufl. (12. März 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 393090876X
  • ISBN-13: 978-3930908769
  • Größe und/oder Gewicht: 23,8 x 16,5 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.249.437 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Insgesamt bietet der Band ein vielseitiges Bild des Ersten Weltkriegs, weil er eine konsequent nationenübergreifende Perspektive verfolgt und die meist gutgeschrieben Beiträge Anspruch und Realität der totalen Mobilisierung auf verschiedenen Ebenen von der Strategie über die Kriegswirtschaft bis zur soldatischen Erfahrung und intelektuellen Verarbeitung deutlich machen.« (Moritz Föllmer, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft)

Kurzbeschreibung


Die historische Zäsur des Ersten Weltkrieges
Militärisch endete der Erste Weltkrieg 1918. Seine politischen und psychologischen Folgen hingegen dauerten noch Jahrzehnte an. Sie bereiteten Ideologien den Weg, begründeten und alimentierten Fanatismen, welche die Geschichte des 20. Jahrhunderts prägen sollten. Die Geschichte des 20. Jahrhunderts erklärt sich in vielerlei Hinsicht durch den Ersten Weltkrieg und die mit ihm verbundene historische Zäsur. So hätte es ohne den Ersten Weltkrieg wohl keine russische Revolution und keinen italienischen Faschismus, gewiß aber keinen Stalin oder Hitler gegeben. Die Folgen dieses Krieges gingen erst mit der 1989 beginnenden Auflösung des Ost-West-Gegensatzes zu Ende.
Was aber machte den Ersten Weltkrieg zu einer historischen Zäsur? Welches waren die Faktoren, die sich als prägend für die kommenden Jahrzehnte erweisen sollten? Warum hatten sie so verhängnisvolle Auswirkungen, daß der Krieg mit dem Attribut der "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts" gekennzeichnet wurde? Diese Fragen sind nicht neu, doch zeigen die Autoren, daß der Blick auf die Gesamtheit der Entwicklung im 20. Jahrhundert Antworten möglich macht, die sich von früheren unterscheiden. Ausgehend von grundlegenden Reflexionen zur Bedeutung des Ersten Weltkriegs befassen sich die Au toren mit der häufig vernachlässigten Rolle Rußlands in diesem Krieg sowie mit der Bündnispolitik der Kriegsparteien, die in ihren Zielen, Spannungen und Widersprüchen dargestellt werden.
Im zweiten Teil konzentrieren sie sich auf unterschiedliche, jeweils im länderspezifischen Vergleich untersuchte Aspekte des modernen industrialisierten Krieges, angefangen von der Massenmobilisierung in den beteiligten Staaten bis hin zur Funktion der Kriegsökonomien und den Versuchen einer weitgehenden Einbeziehung der Arbeiterschaft in die Heimatfront. Wie ein roter Faden durchzieht die Ausführungen das wesentliche Merkmal, das den Krieg von allen bisherigen unterschied und das als Kampf um Ideale und Ideologien zu beschreiben ist. Zivilisation kämpfte gegen Kultur, Gut gegen Böse, ein Einlenken kam für beide Seiten nicht in Betracht. Zusammen mit den destruktiven Potentialen des technischen Fortschritts gab diese Unbedingtheit dem Krieg ein Gepräge, das zum Grundmuster künftiger Konflikte werde n sollte.
Den enttäuschten Hoffnungen, den verschiedenen Arten ihrer Verarbeitung, ihres Gebrauchs und Mißbrauchs wenden sich die Autoren im dritten Teil zu. Im Ergebnis, so wird anhand von zahlreichen Beispielen deutlich, versagten beide Seiten. Die Siegermächte, indem sie mit dem Sieg nichts anzufangen wußten, einen mit hehren Ansprüchen gesättigten und auch darum untauglichen Völkerbund kreierten und ansonsten ihren alten machtpolitischen Kalkülen verhaftet blieben. Und Deutschland versagte, indem es die Niederlage nicht als Chance eines Neuanfangs begriff, sondern sich statt dessen in Halbwahrheiten, Mythen und Lügen flüchtete.
Nach einem modernen Krieg wie dem Ersten Weltkrieg kann es auf Dauer keine Sieger und Besiegten geben. Um der eigenen Existenz willen sind beide Seiten gezwungen, die Lehren aus der vorangegangenen zivilisatorischen Katastrophe zu ziehen

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Unbestritten erklärt sich die Geschichte des 20. Jahrhunderts in weiten Bereichen durch die Erfahrung des Ersten Weltkrieges. Welche Erfahrungen dies im Einzelnen waren, geht der hier angezeigte Sammelband nach. Die Herausgeber betonen in ihrer Einleitung, dass sie naturgemäß dem Gegenstand in seiner Totalität mit nur einem Buch nicht gerecht werden können. Stattdessen legen sie Wert darauf, dass der gegenwärtige Forschungsstand anhand ausgewählter Bereiche angemessen dargestellt wird.
In drei Großkapiteln - „Kriegsbeginn", „Kriegführung" und „Schatten des Krieges" - entfalten die angloamerikanischen Autoren ein breit angelegtes Panorama des Ersten Weltkrieges. Hervorheben möchte ich nur die Untersuchungen von William C. Fuller über „Die Ostfront" und Holger H. Herwig über „Von Menschen und Mythen - Gebrauch und Missbrauch der Geschichte und des Ersten Weltkrieges". Ganz besonders aber vermag Mary R. Habeck über „Die Technik im Ersten Weltkrieg - von unten gesehen" zu überzeugen. Den gewaltigen Wandel der Kriegführung durch die rasante Weiterentwicklung der Technik beschreibt sie aus der Sicht der Soldaten. Diese, so das Ergebnis ihrer Untersuchung, konnten die neuen Techniken nie vollständig beherrschen. Viel wichtiger war es, sich mit diesen zumindest vertraut zu machen, um so den Überblick nicht zu verlieren.
Alle diese Beiträge wandeln nicht in den ausgetretenen Pfaden bisheriger Forschung, sondern entwickeln, teilweise auf neues Archivmaterial gestützt, diese weiter. Insofern bringt dieses Buch auch dem Fachmann noch Erkenntnisgewinn, für den Laien stellt es einen ersten, wenn auch nicht unbedingt leichten Einstieg in das Thema dar.
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