Die beiden Autoren bilden ein recht erfolgreiches Duo. Vor zwei Jahren war ihre "Anleitung zum Männlichsein" nicht nur von den Verkaufszahlen her ein Buch, das Aufmerksamkeit erzielte.
In ihrem neuen Buch geht es den Stinktieren an die Wäsche. Stinktiere sind in der Terminologie der Autoren, "Menschen, die das Ernste immer für wertvoller halten als das Leichte." Der Rezensent gibt unbefangen zu, dass er so gesehen, insbesondere wenn er sich das "leichte" Fernsehprogramm der letzten Jahre anschaut und den flachen Gesprächen seiner Zeitgenossen zuhört, auch zu den Stinktieren gehört.
Ein möglichst heiteres Leben zu führen, das ist das Ziel der Lebert-Brüder, zu dem sie ihre Leser motivieren wollen. Heiterkeit ist für sie einerseits ein Selbstzweck, andererseits auch ein probates Mittel, die kleinen und die großen Schicksalsschläge des Lebens besser zu verkraften. Sagen Sie das mal einem Menschen, der gerade sein Kind begraben hat. Sagen Sie das mal einem Menschen, der, wie viele Millionen mit ihm in diesem Land, an Depressionen leidet und nicht weiß, wie sein Leben weitergehen soll.
Heitere Geschichten tischen die beiden da auf, aus ihrem Leben und aus Büchern und Filmen. Wir erfahren, was sie gerne essen und trinken, das ganze sanguinische Lebensglück von Menschen wird präsentiert, die immer auf der Sonnenseite waren. Eine wirklich "ernst"- hafte Auseinandersetzung mit den Fährnissen des Lebens und wie man gelassen und heiter damit umzugehen lernt, wie man seine Seele und seinen Körper in Einklang bringt, wie man sich mit Menschen umgibt, die einem gut tun, wie man das Lachen wieder lernt, aber vielleicht auch das echte und tiefe Trauern, wie man Sym-Pathie buchstabiert und lebt - all das ist das Buch nicht.
Es ist Teil eine immer weiter um sich greifenden Wellness-Kultur, die aus dem hippen Feiern nicht mehr rauskommt, und der das Schicksal ihrer Mitmenschen und ihrer Welt auf die heiterste Weise scheißegal ist.
Ich empfehle für eine wirkliche Befassung mit dem Thema die beiden Bücher des psychosomatischen Therapeuten Manfred Stelzig "Keine Angst vor dem Glück" und "Was die Seele glücklich macht".
Ich bin mir bewusst, das der Text meiner Rezension für die Autoren das beste Beispiel wäre für die Erhärtung ihrer These. Sei es drum.