Es ist eine alte Weisheit, daß man eine Sache besser beschreiben kann, wenn man eine gewisse Distanz einhält. So konnte kein Deutscher ein Buch wie das Vorliegende schreiben.
Die Ideologie des Dritten Reiches, in dessen Endzeit es Abel Tiffauges als Kriegsgefangenen verschlägt, dem Helden des Buches mit dem beziehungsreichen Namen, ist ganz von Zeichen und Mythen geprägt. Auch der Weg Tiffauges ist ganz von Zeichen bestimmt, so daß es nicht verwundert, wenn er bald Tierpfleger bei Reichsjägermeister Göring und später eine Art stellvertretender Leiter der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt „Kaltenborn" wird. Ein anderer, verwirrter Kriegsgefangener wird in den letzten Kriegswirren gar Bürgermeister. Damit wird das Dritte Reich entblößt: ein System, in dem man als Verrückter leicht nach oben kommt. So ist es ein Hobby von Goering, den Kot von Wildtieren zu deuten. Überhaupt nimmt das Fleischliche und Tierischen einen bestimmenden Teil in Tiffauges Gedankengut ein, was bei der Lektüre etwas schockiert. Aber das soll es wohl.
Das Buch hat 1970 den 'Prix Goncourt' erhalten. Nicht nur wegen seiner detaillierten Beschreibungen der ostpreußischen Landschaft. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)