Der Autor Thaddeus Golas, Amerikaner polnischer Abstammung, lebte von 1924 bis 1997. Das Buch erschien erstmals Anfang der 70er, und manche Ausdrücke sowie die gelegentliche Erwähnung psychedelischer Drogen lassen die Herkunft aus dem Umfeld der Hippie-Bewegung erkennen.
Der Leser sollte nicht unbedingt erwarten, den Inhalt dieses Buches gleich beim ersten Lesen vollständig zu verstehen. Es kann sogar sein, dass man beim ersten Lesen kaum etwas versteht. So ging es mir.
Das Prinzip jedoch ist einfach und kann bereits eine Hilfe sein.
Der Inhalt ist sehr kompakt formuliert. Viele Sätze wiegen so viel wie ein ganzes Buch. Man kann sich lange mit ihm beschäftigen. Golas schreibt: "Keine Zeile in diesem Buch steht nur deshalb da, weil sie gut klingt".
Wer einen Ratgeber mit praktischen Anleitungen sucht, wird dieses Buch wahrscheinlich als zu allgemein, zu theoretisch empfinden.
Der amerikanische Originaltitel ("The Lazy Man's Guide To Enlightenment") ließe sich vielleicht frei übersetzen mit "Erleuchtung für Faule". Das Buch enthält die Botschaft, dass die Erleuchtung keine speziellen Fertigkeiten voraussetzt. Man muss hierfür weder den Lotos-Sitz beherrschen noch eine bestimmte Diät einhalten oder das Rauchen einstellen.
Zu verstehen, worauf es dann eigentlich ankomme, ist möglicherweise die Hauptschwierigkeit beim Lesen dieses Buches.
Daher ist die Bereitschaft, bisherige Denkgewohnheiten zu ändern, bei der Lektüre von Vorteil.
Das Buch ist ein Wegweiser. Es zeigt in eine Richtung, in die zu gehen sich als sinnvoll erweisen könnte.
Kein Wegweiser kann dem Wanderer das Gehen ersparen. Dennoch kann ein Wegweiser hilfreich sein.
Ich bin dankbar dafür, dass dieses Buch geschrieben worden ist.