Ich wusste ja gar nicht, auf was ich mich einliess, als ich mir den ,,Drachenbeinthron'' (1.Band) kaufte! Drei weitere Baende, insgesamt fast 4000 Seiten fuer eine Geschichte. Fantasy von wahrhaft Tolkien'schen Ausmassen. Was ist nun dran an der Titelthese?
PRO: Williams versteht es auf blendende Weise, eine Geschichte episch zu erzaehlen. Im Osten-Ard-Zyklus hat daher wirklich alles seine fundierte Grundlage. Zu den einzelnen Voelkern, die im Verlauf der Geschichte eine Rolle spielen, gibt es Geschichte, Sprache, Redensarten, charakterliche Eigenheiten und und und. Die Liebe zum Detail zeichnet diesen Roman aus. Die Handlung ist nicht 08-15, die Wendungen kommen ueberraschend, das Ende ist die 4000 Seiten wert und wer nicht nach 100 Seiten schon in die Hauptfiguren verliebt ist, sollte nur noch Sachbuecher lesen. All dies sind starke Parallelen zu Tolkien, zum Herr der Ringe.
CONTRA: (kann ja bei 4 Sternen nicht so viel sein, oder?) Der Vergleich mit Tolkien hinkt immer ein bischen, denn waehrend dieser ein Genre neu erschaffen hat, baut Williams auf den Schultern von Riesen auf. Natuerlich gibt es ein elfenaehnliches Volk, natuerlich sind diese weltfremd, zurueckgezogen, sonnengleich, natuerlich muss der vertriebene Held auf eine grosse Queste um sein Schicksal zu erfuellen. Was Tad Williams hier einbringt, ist sein eigener Erzaehlstil. Und gerade dieser kostet ihn (in meinen Augen) den 5.ten Stern. Denn der schmale Grat zwischen ,,eingehend'' und ,,langatmig'' wird manchmal auch auf der falschen Seite ausgetreten. Ob man wirklich 1 1/2 Seiten braucht, um zu schildern, wie einer der Helden (verletzt) aus einem Boot aussteigt, ist denn doch Geschmackssache.
Fazit: Tad Williams hat das Tolkien'sche Erbe in eine neue Richtung erweitert. Diese Saga ist ein Meilenstein des Genres. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)