Erstmal möchte ich alle vorwarnen: Es ist kein typischer Krimi/Thriller.
Wer also auf eine spannende Jagd nach dem Täter hofft,der ist hier mit Sicherheit falsch. Es gibt zwar Mordopfer, doch der Autor macht nie ein Geheimnis aus dem Täter.
Deshalb hoffe ich,dass niemand eine schlechte Rezension abgibt, weil er mit Mord und Totschlag gerechnet hat (wie ich ursprünglich auch).
Sehr knappe Zusammenfassung:
Der Arzt Victor Hoppe kehrt nach langer Abwesenheit in sein Heimatdorf zurück. Mit dabei sind seine drei Kinder, die alle gleich aussehen und dem Arzt selber auch wie aus dem Gesicht geschnitten sind. Ein Merkmal hebt das besonders hervor: Eine Hasenscharte,die alle vier haben. Die Dorfbewohner fangen an sich Fragen zu stellen,z.B. wo die Mutter der Kinder ist und warum der Arzt so ein Geheimnis aus den Jungs macht.
So viel sei verraten, es geht um Wissenschaft,Religion (nicht gerade im positiven Sinn,also nichts für streng Gläubige,würde ich sagen ;)),wie nah Genie und Wahnsinn doch beieinander liegen und menschliche Verantwortung/Moralvorstellungen.
Der Schreibstil ist ungewöhnlich,sehr schön, durchaus anspruchsvoll und doch verständlich. Mich würde es nicht wundern,wenn "der Engelmacher" es in die höchste Liga der Literatur schafft,denn da gibt es viel zu interpretieren und diskutieren,dazu ist es noch sehr spannend. Ich empfehle es weiter. Am besten ist es es mit jemandem parallel zu lesen,denn man will auf jeden Fall über dieses Buch reden!