Die ersten Seiten verraten es schon. Es geht um die Bewegung, den Speed, Acid, seltsame Freundschaften, eine Gruppe extremer Gestalten und ihrem einzigartigen Versuch das Ding durchzuziehen.
Nun ja, das Ding, so unbeschreiblich es ist, musste es einfach beschrieben werden, aber nicht durch die bloße Offenlegung des Dings. Nein, niemand spricht aus, was sich dahinter verbirgt, und das war auch schlicht und ergreifend niemals notwendig, denn hinter all dem findet man nur Abstrakta, ohne Wert und Bedeutung. Hier geht es um Resultate, um die zeigbare Seite dessen, was dieses Ding sein sollte. Tom Wolfe war sich dieser Umstände bewusst, grub alle auffindbaren Informationen aus, durchstöberte geschriebenes Material, sichtete endlose Filmaufnahmen, lauschte ebensolangen Tonbandaufnahmen, sprach mit ehemaligen Pranksters und schuf diese "Reportage" oder diesen "Roman", nein er schuf ein Zwitterwesen und verpackte alles in diesem Buch. Seine Eindrücke wurden die der Pranksters und ihres beinahe mythischen Anführers Ken Kesey und ihres Dings, das sie da durchzogen. Wolfes sprachlichem Geschick ist es zu verdanken, dass dieses Buch uns einen der tiefsten Einblicke überhaupt in das Wirken dieser avantgardistischen Gruppe liefert. Und an Taten hat es dieser Gruppe nie gefehlt, mit all ihren Drogenexperimenten, künstlerischen Exzessen, den Acid-Tests, den schillernden Charakteren wie Kesey, Cassady, den Hell's Angels und vielen mehr.
Und manchmal, wenn man sich in den Zeilen verliert, scheint es so, als wäre man selbst auf dem Trip, nach New York, nach La Honda, nach San Francisco, nach Puerto Vallarta ... mitten in den Pudding.
Mein Fazit: D-a-s B-u-c-h über den Beginn der großen SanFrancisco-Acid-Welle. Wolfe traf mit diesem Werk den Zeitgeist so genau, dass nur eines auf die Lektüre folgt ... Bedauern dass es nach 560 Seiten schon vorbei ist. Um es mit den Worten eines Pranksters zu sagen: "Du bist im Bus, oder du bist nicht im Bus!"
... fesselnd, informativ, verzaubernd, mitreißend, schnell ... Pflichtkauf