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Der Ekel Gebundene Ausgabe – 1981


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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 341 Seiten
  • Verlag: Rowohlt, Reinbek (1981)
  • ISBN-10: 3498093908
  • ISBN-13: 978-3498093907
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (27 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 753.194 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Der Ekel
OT La nausée OA 1938 DE 1949Form Roman Epoche Moderne
Jean-Paul Sartres früher Roman repräsentiert im Spiegel der Aufzeichnungen eines Einzelgängers den Seinsüberdruss des Menschen und dessen mögliche Überwindung durch die Kunst.
Inhalt: Ein den Mitmenschen und der Außenwelt entgegengebrachtes, sich steigerndes Ekelgefühl veranlasst den Gelehrten Antoine Roquentin, seine alltäglichen Verrichtungen und Eindrücke minuziös aufzuzeichnen. Dabei kommt eine wachsende sarkastische Distanz gegenüber dem bourgeoisen Milieu der Provinzstadt Bouville, in der er sich zu Forschungszwecken aufhält, zum Ausdruck, z. B. beim Besuch des Museums mit seinen Porträts erfolgreicher Bürger. Im Mittelpunkt steht die radikal neue Erfahrung des Ekels: »Jetzt begreife ich; ich entsinne mich besser an das, was ich neulich am Strand gefühlt habe, als ich diesen Kiesel in der Hand hielt. Das war eine Art süßliche Übelkeit. Wie unangenehm das doch war! Und das ging von dem Kiesel aus, ich bin sicher, das ging von dem Kiesel in meine Hände über. Ja, das ist es, genau das ist es: eine Art Ekel in den Händen.«
Hinter dieser physischen Empfindung alles Seienden, das als überflüssig empfunden wird, verbirgt sich Sartres Sicht auf das Prinzip der Existenz, zu der die Materie und die Menschen verurteilt sind. Die pessimistische, oft nihilistische Einsicht in die Sinnlosigkeit solchen Daseins gewährt dem Tagebuchschreiber aber auch eine Freiheit zweiten Grades.
Am Ende der Aufzeichnungen beschließt Roquentin, nach Paris zu ziehen. Die Kellnerin Madeleine legt ihm zum letzten Mal eine Jazzplatte auf, und mit dem Erklingen der Melodie »Some of these days you’ll miss me, honey« entsteht in ihm die Idee, man könne durch einen authentischen Akt seine Existenz rechtfertigen. Nachdem er die Alternative »Leben oder Erzählen« zum Thema gemacht hat, mündet der Abschied aus der Stadt für den 30-Jährigen, der sein Leben hinter sich zu haben glaubte, in den Gedanken an eine »andere Art von Buch. Ich weiß nicht so recht, welche – aber man müsste hinter den gedruckten Wörtern, hinter den Seiten etwas ahnen, das nicht existierte, das über der Existenz wäre.«
Aufbau: Im Zusammenhang mit der Entwicklung seiner Existenzphilosophie und seiner Erfahrungen als Lehrer in Le Havre gestaltet Sartre den Roman als Tagebuch Roquentins. Der Text wurde auf Verlangen des Verlags drastisch gekürzt; die ausgeschiedenen Passagen werden heute separat gedruckt. Sartres Überdruss resultiert aus der bloßen, sich gewissermaßen fixierenden Reflexion und entspricht damit, auf die Materie und das Leben bezogen, dem Sprachekel, wie ihn etwa Hugo von Hofmannsthal (1874–1929) im Chandos-Brief 1902 formuliert hatte. Als philosophischer Roman weist Der Ekel auf Sartres Hauptwerk Das Sein und das Nichts (1943) voraus.
Wirkung: Die Nüchternheit der Sprache und die psychologische Präzision wurden vorbildhaft für den »nouveau roman« der Nachkriegszeit. A. H. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Geboren am 21.06.1905, wuchs er nach dem frühen Tod seines Vaters im Jahre 1906 bis zur Wiederheirat seiner Mutter im Jahre 1917 bei seinen Großeltern Schweitzer in Paris auf. 1929, vor seiner Agrégation in Philosophie, lernte er seine Lebensgefährtin Simone de Beauvoir kennen, mit der er eine unkonventionelle Bindung einging, die für viele zu einem emanzipatorischen Vorbild wurde. 1931-1937 war er Gymnasiallehrer in Philosophie in Le Havre und Laon und 1937-1944 in Paris. 1933 Stipendiat des Institut Français in Berlin, wo er sich mit der Philosophie Husserls auseinandersetzte. Am 2.9.1939 wurde er eingezogen und geriet 1940 in deutsche Kriegsgefangenschaft, aus der er 1941 mit gefälschten Entlassungspapieren entkam. Noch 1943 wurde unter deutscher Besatzung sein erstes Theaterstück «Die Fliegen» aufgeführt; im selben Jahr erschien sein philosophisches Hauptwerk «Das Sein und das Nichts». Unmittelbar nach dem Krieg wurde Sartres Philosophie unter dem journalistischen Schlagwort «Existenzialismus»zu einem modischen Bezugspunkt der Revolte gegen bürgerliche Lebensformen. 1964 lehnte er die Annahme des Nobelpreises ab. Zahlreiche Reisen führten ihn in die USA, die UdSSR, nach China, Haiti, Kuba, Brasilien, Nordafrika, Schwarzafrika, Israel, Japan und in fast alle Länder Europas. Er traf sich mit Roosevelt, Chruschtschow, Mao Tse-tung, Castro, Che Guevara, Tito, Kubitschek, Nasser, Eschkol. Sartre starb am 15.4.1980 in Paris. Auszeichnungen: Prix du Roman populiste für «Le mur» (1940); Nobelpreis für Literatur (1964, abgelehnt); Ehrendoktor der Universität Jerusalem (1976). -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Michael Dienstbier TOP 500 REZENSENT am 13. Mai 2008
Format: Taschenbuch
"Die Menschen. Man muss die Menschen lieben. Die Menschen sind bewundernswert. Ich möchte kotzen - und mit einem Schlag ist er da: der Ekel" (193).

Jean-Paul Sartres Roman "Der Ekel", erschienen erstmals 1938, gilt als das Gründungsdokument des Existentialismus. Sämtliche Grundannahmen dieser Philosophie, die Sartre fünf Jahre später in seinem Hauptwerk Das Sein und das Nichts: Versuch einer phänomenologischen Ontologie. (Gesammelte Werke in Einzelausgaben / Philosophische Schriften, 3) systematisch ausformulieren sollte, sind hier bereits angelegt. Der dreißigjährige Einzelgänger Antoine Roquentin lebt ein Leben der absoluten Nähevermeidung und schreibt dabei ein Buch über einen gewissen Monsieur de Rollebon. Doch sein Leben ändert sich, als er feststellt, dass er nicht mehr nur mit Gleichgültig auf die ihn umgebenden Dinge reagieren kann: "Das war eine Art süßliche Übelkeit. Wie unangenehm das doch war! Und das ging von dem Kiesel aus, ich bin sicher, das ging von dem Kiesel in meine Hände über. Ja, das ist es, genau das ist es: eine Art Ekel in den Händen" (23).

Woher mag er nur kommen, dieser Ekel vor allen Dingen, fragt sich Roquentin? Während er weiterhin genauestens seine Umwelt beobachtet und mit einer Mischung aus Verwunderung und Verachtung seine Mitmenschen analysiert, überkommt ihn auf einmal die Wahrheit über das Wesen seiner, aller, menschlichen Existenz: "[I]ch hatte kein Recht zu existieren. Ich war zufällig erschienen, ich existierte wie ein Stein, eine Pflanze, eine Milbe" (135). Der Mensch IST, im Sinne von existiert.
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39 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENTTOP 500 REZENSENT am 2. September 2005
Format: Taschenbuch
Antoine Roquentin widerfährt etwas Unglaubliches: Sein normales, belangloses Leben plätschert plötzlich nicht mehr so dahin wie vorher, sondern wird für ihn zur Belastung, zur Qual. Ein Stück Papier, ein Kieselstein, selbst seine eigene Hand erregen in ihm ein unbestimmtes Unbehagen: den Ekel. Dieser Zustand verschlimmert sich zusehends: Die Menschen in der Bibliothek, seine verflossene Geliebte, seine Tischgenossen - alle rufen in ihm den Ekel hervor. Es dauert knapp 300 Seiten minutiöser Selbstbeobachtung, bis Roquentin herausfindet, was bei all diesen Gelegenheiten das Ekelgefühl in ihm ausgelöst hat: Es ist die schiere Existenz - und ihre Sinnlosigkeit. Angesichts einer Welt, in der alles ziel- und sinnlos existiert, muss sich der Mensch selbst sinnlos vorkommen. Mit "Der Ekel" stellte Sartre schon Jahre vor seinem philosophischen Hauptwerk "Das Sein und das Nichts" die Kernfragen des Existenzialismus vor. Das Buch ist schwierig, gerade weil es einen mühsamen Erkenntnisprozess beschreibt und weil Sartre unterschiedliche Darstellungsformen verwendet, um Roquentins Ekel zu beschreiben. Der Roman machte Sartre schlagartig bekannt und stellt die wichtigste literarische Verarbeitung seiner existenzialistischen Philosophie dar.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Jens Neumann am 8. Februar 2010
Format: Taschenbuch
Bücher sind für mich immer dann besonders berreichernd, wenn man über das Gelesene ausgiebig nachdenken und auf sein eigenes Leben übertragen kann. Diese Kriterien erfüllt Sartre mit "Der Ekel" im hohen Maße.
Der philosophische Grundgedanke der Sinnlosigkleit und des Hinterfragens der eigenen Existenz wird von Sartre leichtverdaulich in einen Roman eingebettet. Dessen Protagonist, der dahinvegetierende Autor Antoine Roquetin, fühlt sich nach dem Scheitern seines letzten Schreibprojekts seiner Existenzberechtigung beraubt und hinterfragt zunehmend den Alltag, vor dem er sich mehr und mehr ekelt. Ihm fehlt die Strenge und strikte Abfolge von Befindlichkeiten, an deren Stelle oft nur eine zähe, teigige Masse ohne genaues Ziel getreten ist. So fühllt sich der Autor hilflos ins Leben geworfen, ohne einen direkten Sinn für seine Existenz vorzufinden. Doch letztlich scheint es einen Hoffnungsschimmer zu geben...

Ausgesprochen gut geschrieben und ein Klassiker der Literaturgeschichte!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Adam am 9. Juli 2009
Format: Taschenbuch
Anfang des Jahres 1932 arbeitet der Historiker Antoine Roquentin an einer Monographie über die historische Gestalt des Monsieur de Rollebon in Bouville. Dazu sitzt er fast täglich in der örtlichen Bibliothek. Hier macht er auch die Bekanntschaft mit einem Autodidakten und Humanisten. Dieser liest die Bücher der Bibliothek ihrer alphabetischen Reihenfolge nach. Am Ende schließlich gibt Antoine seine Forschungen auf und kehrt nach Paris zurück. Zuvor befällt Antoine in Bouville irgendwann zu unterschiedlichen Anlässen der Ekel, manchmal auch die Langeweile oder die Angst.

Der Roman beschreibt wie Antoine ein bestimmtes Bewusstsein gewinnt. So wird er sich z.B. bewusst, dass es im Leben keine vollkommenen Momente gibt (S.225), in denen man eine große Rolle in einer Tragödie spielt. Auch wird er sich bewusst, dass es im Leben keine privilegierten Situationen gibt, die andere banalere Situationen überstrahlen. Vor allem aber wird sich Antoine seiner Existenz bewusst.

Zunächst glaubt Antoine, dass Rollebon die Rechtfertigung seiner Existenz ist (S.114). Mit der Einstellung seiner Forschungen würde er auch diese Rechtfertigung seiner Existenz verlieren. Die Forschungen zu Rollebon erlauben es Antoine zudem, seine Existenz nicht zu fühlen. Rollebon befreit Antoine quasi von sich.

Mit der Einstellung seines Buchprojekts über Rollebon wird sich Roquentin nun seiner Existenz bewusst (S.160). Antoine weiß nun, dass er existiert und er weiß, dass es keinen Grund dafür gibt, dass er existiert.
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