Ein junger iranischer Wissenschaftler übermittelt der CIA via Internet als "virtueller Überläufer" die Details zum geheimen iranischen Atomprogramm. Harry Pappas, der Leiter der Operativen Iran-Abteilung der CIA, belastet und desillusioniert durch den Tod seines Sohnes im Irakkrieg, erhält die nukleartechnischen Analysen zur weiteren Bearbeitung. Die Unterlagen deuten auf Bestrebungen hin, waffenfähiges Plutonium zu produzieren und bei der Zündung einer Nuklearwaffe vor dem technischen Durchbruch zu stehen. Die CIA unterrichtet den US-Präsidenten über diesen Sachverhalt, die "Falken" im Umfeld der Regierungsadministration sehen einen möglichen Grund zum militärischen Eingreifen im Iran. Harry Pappas schaltet den britischen SIS ein, um über dessen nachrichtendienstliche Verbindungen in Teheran Kontakt zum virtuellen Überläufer (Deckname Dr. Ali) aufzunehmen und seine Glaubwürdigkeit zu überprüfen.
Dabei erfährt er, dass der SIS bereits ein materielles Sabotageprogramm gegen die Nuklearwaffenversuche des Iran unterstützt. Harry befindet sich in einer Zwickmühle und einem Wettlauf gegen die Zeit: Auf der einen Seite das Wissen um die Beeinflussung des iranischen Nuklearwaffenprogramms, auf der anderen Seite die US-Regierungsadministration mit den Hardlinern, die einen Militärschlag gegen den Iran durch die CIA gerechtfertigt haben wollen. Pappas will den Fehler des Irakkrieges nicht wiederholen, der ihn das Leben seines Sohnes gekostet hat. Mit Hilfe des SIS handelt er auf eigene Faust und lässt die zum SIS gehörende Sondereinheit "Increment" nach Teheran einschleusen, um Dr. Ali aus dem Iran zu bringen, an einem sicheren Ort zu befragen und für weitere Aufträge vorzubereiten. Der folgende Iraneinsatz ist für den Leser von Spionageromanen ein absoluter Genuss.
David Ignatius hat einen klassischen Spionagethriller geschrieben, der durch die Klarheit und Geradlinigkeit seiner Sprache glänzt. Seine nachrichtendienstlichen Details sind realistisch und durchaus nachvollziehbar. Ignatius scheint die Feinheiten des nachrichtendienstlichen Geschäfts zu verstehen. Die Romanhandlung ist nicht in zu viele unterschiedliche Handlungsstränge aufgeteilt, jedes Kapitel baut logisch auf seinen Vorgängern auf. Notwendige Rückblicke werden nicht ausschweifend dargestellt, sondern konzentrieren sich auf das Wesentliche. Insgesamt ein Thriller, den man ungern aus der Hand legt.