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Der Einfaltspinsel
 
 
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Der Einfaltspinsel [Gebundene Ausgabe]

Tom Sharpe , Hans M. Herzog
2.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Henry Wilt ist am Rotieren. Wie drückt man sich um den Besuch bei Onkel Wally und Tante Joan, der steinreichen erzkonservativen amerikanischen Verwandtschaft? Eva, Wilts Frau, hat ein dringendes Interesse, der Einladung nachzukommen. Schließlich beabsichtigen die Immelmanns aus Tennessee, von ihrem Millionenerbe den Wilt-Töchtern einen beträchtlichen Teil zukommen zu lassen. Schon beginnt Eva mit dem verbalen Training der pubertierenden Vierlinge. Onkel Wally, dem bekennenden Christen, darf auf keinen Fall britische Gossensprache ans puritanische Ohr dringen. Nun muss Henry noch reisefertig gemacht werden. Doch der hegt bereits ganz eigene Fluchtpläne.

Lange Jahre mussten eingefleischte „Wiltianer“ auf ein Wiedersehen mit ihrem Helden warten. Nun endlich erscheint das vierte Buch um den antriebsschwachen Alkoholfreund und Collegelehrer Wilt, dessen nervende Kollegenschar und noch nervendere Brut. Tom Sharpe, Urgestein der Britsatire, gelingt das Kunststück, selbst in einer Welt, die ihn als Realsatire längst eingeholt hat, seine eigentümliche Giftmischung zu verspritzen. Wilts Reisen entpuppen sich so als seltsam romantischer Mix aus „Miss Marple“ und „Monty Python“. Schwärzestes Lesevergnügen ist garantiert.

Kaum hat die Restfamilie den Flieger bestiegen, erfüllt sich Wilt einen alten Traum. Englands wildromantischer Westen will wandernd entdeckt werden. Selbstredend, dass dieses Vorhaben sehr bald im Schlick der Hochmoore absäuft. Aber auch Eva und die Vierlinge kommen nicht ungeschoren davon. Kaum auf amerikanischem Boden gelandet, werden sie zu unfreiwilligen Opfern wildgewordener US-Drogenfahnder. Von nun an blendet der Roman schicksalhaft zwischen beiden Seiten des Atlantik auf und ab. Gerät der wandernde und daueralkoholisierte Wilt in eine wüste Gemengelage zwischen einem adligen Perversling, einem Schattenminister und dessen fieser Gattin -- so verstößt überm Teich die Wilt’sche Viererbande gegen fast jedes Reinheitsgebot des bigotten Erbonkels. Das Vermächtnis wackelt, der Kollaps ist nahe!

Ländliches England versus ländliches Amerika. Schräge Impressionen mit altmodischem Touch. Zusätzlich geschüttelt und gerührt von einem Tom Sharpe in Bestform. Großartig! --Ravi Unger

Kurzbeschreibung

Henry Wilt hat es nicht leicht: Seine Lehrerkollegen an der Schule rauben ihm den letzten Nerv, seine vier heftig pubertierenden Töchter tanzen ihm auf der Nase herum, und dann kommt seine Frau Eva auch noch auf die Idee, der verhassten Verwandtschaft in Amerika einen Besuch abzustatten. Das ist einfach zuviel auf einmal, und so ist Henry wild entschlossen, all diesen Zumutungen ein Ende zu bereiten. Dank einer perfiden List gelingt es ihm tatsächlich, seine Sippe in ein Flugzeug zu verfrachten und sie alleine auf die Reise zu schicken. Zutiefst beglückt über diese unverhoffte Freiheit schmiedet Henry Pläne - und entschließt sich, eine mehrtägige Wanderung durch das idyllische ländliche England zu unternehmen. Doch was als vergnüglicher Ausflug beginnt, entpuppt sich unversehens zu einem turbulenten Abenteuer, das Henry in die nicht immer nur feinen Kreise der englischen Provinz katapultiert...

Klappentext

"Tom Sharpe ist der witzigste Autor unserer Zeit!"
The Times

"Mit diesem Buch meldet sich der unumstrittene Meister des britischen schwarzen Humors zurück!"
Mail on Sunday

"Auch der vierte Roman um den Unglücksraben ist turbulent und wunderbar boshaft."
Maxi

Über den Autor

Tom Sharpe wurde 1928 in England geboren, studierte in Cambridge, lernte als Buchhalter, Sozialarbeiter und Fotograf Südafrika kennen, bis er ausgewiesen wurde. Anschließend unterrichtete er als Hilfslehrer an einer Berufsschule in Cambridge, bis ihm der Erfolg seiner Bücher die Freiheit schenkte, mit Frau und drei Töchtern als Schriftsteller zu leben.

Auszug aus Der Einfaltspinsel von Tom Sharpe, Hans M. Herzog. Copyright © 2005. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Gott, was für ein Tag", stöhnte Wilt, als er und Peter Braintree

bei einem Bier im Garten des Duck and Dragon saßen und

einem Ruderer nachsahen, der in seinem Boot den Fluss hinabglitt.

Es war Sommer, und die Abendsonne glitzerte auf dem

Wasser. "Nach dieser verdammten Krisensitzung musste ich

Johnson und Miss Flour erst einmal beibringen, dass sie den

Einsparungen zum Opfer fallen und ihre Jobs los sind. Und

nachdem man mir erst gesagt hatte, die Computerabteilung

werde den Stundenplan erstellen und ich müsse mich nicht mehr

darum kümmern, schickt mir der stellvertretende Direktor

heute ein Memo, in dem steht, es gebe irgendeinen Fehler in dem

Programm oder so was, und ich dürfe es wieder selbst machen."

"Man sollte meinen, wenn ein Computer für etwas gut ist,

dann dafür, Kurse einzuteilen und in die richtigen Räume zu

stecken. Das hat doch nur was mit Logik zu tun", sagte Braintree,

Fachbereichsleiter Englisch.

"Logik, dass ich nicht lache. Versuch mal, Mrs. Robbins mit

Logik zu kommen. Sie will nicht in Raum 156 unterrichten,

weil Laurence Seaforth gleich nebenan in 155 ist und ihre

Stimme nicht gegen den Heidenlärm ankommt, den sein Theaterkurs

veranstaltet. Und Seaforth will nicht umziehen, weil er

schon seit zehn Jahren in dem Raum ist und es nirgendwo eine

bessere Akustik gibt, um "Sein oder Nichtsein" oder die Rede

Heinrichs des Fünften in Azincourt in voller Lautstärke zu deklamieren.

Versuch mal, das von einem Computer berücksichtigen

zu lassen."

"Das ist der Faktor Mensch. Ich hatte die gleichen Probleme

mit Jackson und Ian Wesley. Sie sollen dieselben Klausuren

zensieren, und wenn Jackson einer Arbeit eine gute Note gibt,

erklärt Wesley unweigerlich, sie sei hundsmiserabel. Immer

wieder der Faktor Mensch."

"In meinem Fall eher der Faktor Unmensch", sagte Wilt.

"Ich habe mich breitschlagen lassen, Ms. Lashskirts Kurs

über ›Geschlechtsspezifisches Durchsetzungstraining‹ zu unterrichten,

weil der Fachbereich Soziologie sich geweigert hat,

sie zu übernehmen und sie deshalb nun schon seit einem

Monat krank feiert. Versuch du mal, mit fünfzehn voll entwickelten

Schülerinnen klarzukommen, die wild entschlossen

sind, ihr Durchsetzungsvermögen unter Beweis zu stellen, und

die nicht erst lernen müssen, wie man das macht. Ich verlasse

diesen Kurs immer als gebrochener Mann. Letzte Woche habe

ich blöderweise gesagt, Frauen seien bei Ausschussberatungen

erfolgreicher als Männer, weil sie pausenlos redeten. Damit

hatte ich wahrlich in ein Wespennest gestochen. Und als ich

an dem Tag nach Hause kam, machte mir auch noch Eva die

Hölle heiß. Warum meint heutzutage jeder, man müsse so verdammt

aggressiv sein? Sieh dir das an."

Eine Motorbarkasse war um die Flussbiegung gekommen

und hatte das Boot des einsamen Ruderers unter Wasser gesetzt.

Er zog es ans Ufer, um es auszuschöpfen.

"Auf dem Fluss gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung, und

die hat dieser Mistkerl überschritten", sagte Braintree.

"Bei uns zu Hause gilt eine zeitliche Ausgehbegrenzung, und

die überschreite ich gerade", sagte Wilt. "Außerdem bekommen

wir heute noch Besuch. Egal. Wenn ich mich ohnehin verspäte,

kann ich mir genauso gut noch ein Bier genehmigen, um

das Donnerwetter abzufedern."

Er stand auf und betrat den Pub.

"Wer kommt denn heute Abend?", fragte Braintree, als Wilt

mit zwei großen Bieren zurückkam.

"Die üblichen Verdächtigen. Mavis und Patrick Mottram,

außerdem Elsa Ramsden mit einem neuen Jünger, der schreibt

und Gedichte rezitiert, nehme ich an. Nicht dass ich mich daran

beteilige. Ich muss schon tagsüber genug Mist über mich

ergehen lassen."

Braintree nickte. "Kürzlich haben mich La Lashskirt und

Ronnie Lann im Lehrerzimmer bearbeitet, ich sollte das Bewusstsein

der Schüler in Richtung Multisexualität erweitern.

Ich erwiderte, meine Schüler seien multisexuell viel bewusster,

als ich es bin oder jemals war, außerdem hätte ich Vorbehalte,

das Thema Sexualität so sehr in den Vordergrund zu stellen.

Lashskirt möchte einen Kurs über Oralsex und klitorale

Stimulation für Kindergärtnerinnen abhalten. Ich sagte nur:

zum Teufel damit."

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass Mrs. Routledge damit

einverstanden ist. Sie wird ausrasten."

"Ist sie schon. Und noch dazu gegenüber dem Direktor bei

der Personalversammlung", sagte Braintree. "Hat gemeint, sie

würde die Angelegenheit dem Schulamt zur Kenntnis bringen,

mal sehen, wie denen das gefiele."

"Wie hat der Direktor darauf reagiert?", fragte Wilt.

"Der fand, wir dürften nicht den Anschluss an moderne

Ansichten und Praktiken verlieren und müssten neuen Schülern

etwas bieten. Heutzutage komme es nur auf Zahlen an.

Dann mischte sich der alte Major Millfield ein und sagte, widernatürlich

sei widernatürlich, und da es im Alten Testament

ausdrücklich verboten sei, wisse er nicht, wie man so etwas zu

einer ›modernen Praktik‹ erklären könne. Und schon hatten

wir einen handfesten Krach."

Wilt trank sein Bier und schüttelte den Kopf.

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