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Lange Jahre mussten eingefleischte Wiltianer auf ein Wiedersehen mit ihrem Helden warten. Nun endlich erscheint das vierte Buch um den antriebsschwachen Alkoholfreund und Collegelehrer Wilt, dessen nervende Kollegenschar und noch nervendere Brut. Tom Sharpe, Urgestein der Britsatire, gelingt das Kunststück, selbst in einer Welt, die ihn als Realsatire längst eingeholt hat, seine eigentümliche Giftmischung zu verspritzen. Wilts Reisen entpuppen sich so als seltsam romantischer Mix aus Miss Marple und Monty Python. Schwärzestes Lesevergnügen ist garantiert.
Kaum hat die Restfamilie den Flieger bestiegen, erfüllt sich Wilt einen alten Traum. Englands wildromantischer Westen will wandernd entdeckt werden. Selbstredend, dass dieses Vorhaben sehr bald im Schlick der Hochmoore absäuft. Aber auch Eva und die Vierlinge kommen nicht ungeschoren davon. Kaum auf amerikanischem Boden gelandet, werden sie zu unfreiwilligen Opfern wildgewordener US-Drogenfahnder. Von nun an blendet der Roman schicksalhaft zwischen beiden Seiten des Atlantik auf und ab. Gerät der wandernde und daueralkoholisierte Wilt in eine wüste Gemengelage zwischen einem adligen Perversling, einem Schattenminister und dessen fieser Gattin -- so verstößt überm Teich die Wiltsche Viererbande gegen fast jedes Reinheitsgebot des bigotten Erbonkels. Das Vermächtnis wackelt, der Kollaps ist nahe!
Ländliches England versus ländliches Amerika. Schräge Impressionen mit altmodischem Touch. Zusätzlich geschüttelt und gerührt von einem Tom Sharpe in Bestform. Großartig! --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Eva will Verwandte in den USA besuchen, aber Henry hat keine Lust auf den depperten, reichen Redneck-Onkel und dessen dusselige Frau. Er findet eine Ausrede, um seine monströse Ehefrau und die inzwischen vierzehnjährigen Vierlinge alleine auf die Reise zu schicken. Parallel macht sich Henry auf die Suche nach dem "alten England" - als Rucksacktourist auf dem Weg ins Nichts, irgendwo ins britische Hinterland (weshalb das Buch im Original "Wilt in Nowhere" heißt - keine Ahnung, was sich Goldmann bei dem ausgesprochen dumpfen und unzutreffenden deutschen Titel dachte). Doch Eva gerät ins Fadenkreuz der Drogenfahnder, während die Vierlinge Onkel Wally zur Weißglut treiben, und Henry wird in eine obskure Brandstiftungssache verstrickt, an der noch ein Unterhausabgeordneter, dessen Frau und ein widerlicher Adliger verwickelt sind. Und natürlich steht früher oder später der unvermeidliche Inspektor Flint auf der Matte.
Daß das Prinzip, das sich Sharpe dereinst für die Wilt-Romane und eine Anzahl mal mehr, mal weniger spaßiger weiterer Bücher wie "Klex in der Landschaft", "Feine Familie", "Alles Quatsch" usw. usf. ausgedacht hat, längst nicht mehr funktioniert, hat der Meister vermutlich selbst gemerkt. Andere - wie etwa Douglas Lindsey mit seinem Serienmörder-Barbier Barney Thomson - können das längst besser, oder wenigstens origineller, denn die Ereignisse, die Henry Wilt und seine Familie sowie eine viel zu große Zahl weiterer Darsteller ereilen, sind einfach blöd, unlustig, verkrampft, überzogen und nur vordergründig originell. Umso schlimmer, da diesem überflüssigen, zu teuren und letztlich sehr kurzen (weil großzügig gesetztem) Buch jeglicher Wortwitz fehlt. "Der Einfaltspinsel" hat das gewisse Garnichts. Sämtliche Andeutungen bleiben oberflächlich, die unsubtile, vermeintlich liebevolle Kritik an allem Britschen kennt der Leser zur Genüge, und die Handlung ist insgesamt so dämlich, daß man glauben könnte, die Vorgänger wären von einem anderen Autor verfaßt worden
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