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134 von 153 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. November 2009
In den ersten beiden Teilen seines Buches gibt Thomas Metzinger einen fundierten und durch eine beeindruckende Zahl von Literaturhinweisen untermauerten Einblick in die moderne Hirn- und Bewusstseinsforschung sowie in sein Modell vom Ego-Tunnel. An der Qualität gibt es nichts zu rütteln. Schwachpunkt des Buches ist m.E. der dritte Teil mit dem Titel "Die Bewusstseinsrevolution". Hierzu vier Kritikpunkte:
1. Mit seiner Spekulation über künstliche Ego-Maschinen macht der Philosoph Metzinger den zweiten Schritt vor dem ersten, obwohl er in seinem Buch selber mehrfach betont, dass zunächst einmal eine philosophische Begleitung und Grundlegung der neuen Erkenntnisse der Hirn- und Bewusstseinsforschung vordringlich seien. Die verschiedenen Wissenschaften haben noch nicht einmal eine eindeutige, geschweige denn einmütige Definition von Selbst und Ich - da sind künstliche Ego-Maschinen kein akutes Problem.
2. Obwohl im Untertitel des Buches eine "Bewusstseinsethik" als thematisches Ziel genannt wird, bleibt Metzinger eben diese schuldig. Er stellt nur endlose Reihen von Fragen, die die Notwendigkeit einer solchen Ethik deutlich machen sollen, gepaart mit einigen einfachen Beispielen. Diese Fragen hat er vor wenigen Jahren wortgleich schon an anderer Stelle gestellt. Gibt es keine neuen Erkenntnisse? Seine Aussage "Ich habe meine Vorstellungen darüber, was ein wertvoller Bewusstseinszustand sein könnte, und Sie haben Ihre" (S. 333) ist banal. Natürlich kann er auch als Philosoph keine Vorgaben machen, aber wenn er nur "einige Grundideen skizziert" (ebd.), ist das für ein Buch mit diesem Untertitel zu wenig.
3. Metzingers Darstellungen bewusstseinsverändernder Drogen grenzen stellenweise an Schwärmerei für diese Substanzen, manches Mal erscheinen sie mir sogar naiv. Dieses sehe ich sehr kritisch (s.o. Punkt 1).
4. Als unnötig empfinde ich die an mehreren Stellen durchbrechende und m.E. unkontrollierte Polemik gegen die Kirchen, gegen Religion und gegen deren Vertreter (Spiritualität gut, Kirchen/Religion böse). Hier treten eindimensionale Klischees zu Tage, die dem Thema des Buches abträglich und in dieser Form eines Philosophen nicht würdig sind. Seine Warnungen vor einem "spirituellen Vakkum" sind nachdenkenswert, bedürfen aber keiner Polemik.

Die Lektüre dieses Buches war lehrreich, für mich sind viele Fragen aufgeworfen worden, zu manchen hätte ich mir hilfreichere Denk- und Lösungsangebote gewünscht. Ich bin gespannt auf das, was Metzinger noch veröffentlichen wird.
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84 von 97 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. September 2009
Metzinger's Bücher wie das englische "Being no One" sind für Nichtexperten schwer verdaulich und einige kürzere Artikel sind zwar verständlich, lassen aber Fragen offen. Diese Lücke füllt "Der Ego-Tunnel".
Persönlich halte ich Metzinger für den interessantesten deutschen Philosophen der Gegenwart - obwohl seine sprachlichen Fähigkeiten mit denen eines Sloterdijk oder Habermas nicht mithalten können.
Metzinger's Selbstmodell-Theorie der Subjektivität stellt einen genialen Wurf dar, der viele Ergebnisse der neueren Hirnforschung in ein einziges Modell zu integrieren vermag.
Neben der Beschreibung der Theorie findet man 3 Gespräche mit hochrangigen Wissenschaftlern. Auch fehlt sein "Steckenpferd" nicht - Fragen der Neuroethik.
Durch seine Theorie hat sich "mein" Selbstbild unwiderruflich verändert. Mehr kann man von einem Philosophen nicht erwarten - daher 5 Sterne.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. Oktober 2012
Eine neue Philosophie des Selbst ist es noch nicht, doch lesenswert sind die Gedanken des Philosophen allemal. Das Wort "Selbst" hat es Metzinger angetan. Es kommt im Buch bestimmt tausend Mal vor. Zwar bestreitet er, dass es existiere; seiner Meinung haben wir nur ein vom Gehirn konstruktiertes Selbstmodel, dass die Wirklichkeit simuliere und bestenfalls einer Repräsentation der Realität, einem Ego-Tunnel gleiche. Das erinnert ein weinig an Platons Höhlengleichnis und ist wirklich nichts Neues. Dann nennen wir das Selbst eben Ego-Tunnel, so what?

Und im Grunde fällt dem Autor auch nichts Besseres ein, als das Selbst durch die Hintertür wieder einzuführen, denn er gibt zu, dass wir gerade eine Entzauberung des Selbst erleben, unser Ego-Tunnel ein absolutes Unikat sei und Selbstmodelle eine Erfindung der Evolution seien. Die Evolution habe den Menschen nicht für dauerhaftes Glück optimiert, in der Bilanz sei das Leiden zahlreicher (das erinnert an Schopenhauer). Schließlich meint er, dass das bewusste Selbst weder eine Form von Wissen, noch eine Illusion sei, es sei einfach, was es ist! Also hat der Autor ein wenig zu hoch gepokert und gibt zum Schluss freimütig zu, dass es das Selbst ja doch gibt, wenn auch nicht so, wie wir uns das heute vorstellen.

Interessant wird es zum Schluss, dort, wo er schreibt, das Ego vermittle die Sehnsucht nach Unsterblichkeit. Es strebe nach emotionaler und physischer Sicherheit und habe einen Drang zu bizarren Glaubenssystemen. Der religiöse Glaube sei der Versuch, dem Leben eine tiefere Bedeutung zu geben - es sei der zutiefst menschliche Versuch, sich endlich zu Hause zu fühlen. Und die Wissenschaft (die materialistische oder naturalistische, denn ein Idealist ist Metzinger wirklich nicht) stehle dem Menschen seinen Glauben, was ein Grund für das gegenwärtige Anwachsen des religösen Fundamentalismus sein könnte.
Was tun?, fragt Metzinger! Nimmt man uns den Glauben weg, müssen wir das Vakuum füllen, damit die Gesellschaft zusammenhalte, denn fehlende moralische Institutionen und Werte destabilisieren das Zusammenleben. Aber viel mehr als: Legalize it! fällt dem Autor dazu nicht ein. Er empfiehlt uns Soma, damit wir unser entzaubertes "Gottes-Gen" durch spirituelle Erfahrungen ersetzen. Kosmetische Psychopharmakologie sei der neue Zaubertrank - Bewusstseinsethik das neue Zauberwort. Der wünschenswerte moderne Bewusstseinszustand müsse drei Bedingungen erfüllen:

1. Minimierung von Leid
2. Fähigkeit zur Einsicht und zur Wissenserweiterung
3. Generierung eines Verhaltens, das weitere wertvolle Bewusstseinszustände ermöglicht

Um diesen Bewusstseinszustand zu erreichen, empfiehlt der Autor die Einführung eines flächendeckenden Meditationsunterrichts sowie einen Kurs in Medienhygiene an Schulen. Ziel sei es, die Achtsamkeit und Autonomie der Schüler zu stärken, um in der Moderne (über)leben zu können.

Was uns fehle, schreibt Metzinger auf der drittletzten Seite, sei nicht Glauben sondern Wissen. Wenige Seiten zuvor empfiehlt er uns aber das, was Gläubige, also Schamanen und Yogis, schon seit Jahrhunderten tun - auch das ist keine neue Erkenntnis.

Trotz der vielen Widersprüche ist es ein sehr gutes Buch, das darüber hinaus auch gut zu lesen ist.
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60 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Thomas Metzinger, weltweit anerkannter Philosoph des Geistes, vertritt die These, dass das erlebte Ich von unserem Gehirn erzeugt wird, und dass das, was wir wahrnehmen, nur ein virtuelles Selbst in einer virtuellen Realität ist.

Führen die Erkenntnisse der modernen Hirnforschung nach den Lehren von Kopernikus (Die Erde ist nicht der Mittelpunkt des Universums), Darwin (Der Mensch entstammt dem Tierreich) und Freud (Das Ich ist nicht Herr im eigenen Haus) zu einer weiteren Kränkung der Menschheit?

Nach Metzinger besitzt der Mensch ein bewusstes Modell seines Organismus als Ganzem, ein so genanntes phänomenales Selbstmodell. Dieses wird vom Gehirn aktiviert und erlaubt einem biologischen Organismus, sich selbst bewusst als Ganzheit zu begreifen. Der Inhalt des phänomenalen Selbstmodells ist das Ego.

Für das bewusste Erleben verwendet Metzinger den Begriff Ego-Tunnel. Unser bewusstes Leben bewegt sich im Ego-Tunnel. Das Konzept des Ego-Tunnels basiert auf dem älteren Begriff des Realitätstunnels von Robert Anton Wilson, ist mit diesem aber nicht identisch.

Für Metzinger ist der kontinuierlich ablaufende Vorgang des bewussten Erlebens ein Tunnel durch die Wirklichkeit.

Unser Gehirn erzeugt eine Simulation der Welt, die so perfekt ist, dass wir sie nicht als Bild in unserem Gehirn erkennen können. Anschließend generiert es ein inneres Bild von uns selbst als einer Ganzheit, das phänomenale Selbstmodell. Dieses Bild umfasst nicht nur unseren Körper und unsere mentalen Zustände, sondern auch unsere Beziehung zu Vergangenheit und Zukunft sowie zu anderen Menschen. Durch die Einbettung des Selbstmodells in das Weltmodell wird ein Zentrum geschaffen, das Selbst oder Ego.

Letztlich ist subjektives Erleben, eine spezifische Weise der Präsentation von Informationen über die Welt. Das deutliche und stabile Erleben, nicht in einem Tunnel zu sein, sondern tatsächlich und unmittelbar in Verbindung mit der äußeren Wirklichkeit zu stehen, ist eines der bemerkenswertesten Charakteristika des menschlichen Bewusstseins.

Metzinger arbeitet intensiv mit empirisch arbeitenden Wissenschaftlern zusammen. Seine dargestellten Experimente sind sehr anschaulich und überzeugen. Er entmystifiziert außerkörperliche Erfahrungen, beschäftigt sich mit luziden Träumen und erläutert die Bedeutung der Spiegelneuronen für die kulturelle Entwicklung der Menschheit.

Ob künstliche Ego-Maschinen jemals realisiert werden, mag dahin gestellt bleiben. Metzinger behandelt dieses Thema im Hinblick auf die damit verbundenen ethischen Fragen. Auflockernd wirkt in diesem Zusammenhang die fiktive Unterhaltung mit dem ersten postbiotischen Philosophen.

In sein Buch lässt Metzinger Interviews mit Wolf Singer (Prof. für Neurophysiologie), Allan Hobson (Prof. für Psychiatrie) und Vittorio Gallese (Prof. für Humanphysiologie) einfließen. Neben fachspezifischen Fragen ist es ihm ein Anliegen, sie zu ihren Erwartungen an die Geisteswissenschaften zu befragen.

Das Subjektive wird immer mehr Gegenstand empirischer Wissenschaften. Thomas Metzinger hat zu diesem Thema ein anschauliches und lesenswertes Buch geschrieben. Man darf gespannt sein auf die weitere Entwicklung.
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36 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Keine Zweifel, das Buch von Thomas Metzinger behandelt das Thema Ego und Bewusstsein in sehr umfassender und auch für Nicht-Wissenschaftler verständlicher und ansprechender Weise. So wird z.B. anschaulich dargestellt, wie das Gehirn ein Repräsentations- bzw. Realitätsmodell der Welt erstellt, dieses jedoch selbst nicht als Repräsentation erleben kann. Schließlich erfüllt ein solches Modell nur dann seinen Zweck, wenn es zuverlässig für Realität gehalten wird. Das Gehirn konstruiert außerdem ein ganzheitliches Selbstmodell, zu dem insbesondere auch die Vorstellung von sich selbst als handelndes Wesen (Gefühl der Agentivität) gehört. Im Grunde funktioniert das Gehirn wie ein Flugsimulator, der nicht nur die Landschaft, sondern auch den steuernden Piloten simuliert. Hierzu gehört auch, dass das Gehirn maßgebliche Entscheidungsprozesse zur Handlungssteuerung nicht sehen kann. Sie sind unbewusst. Die Lösung dagegen wird auf die Stufe des Bewusstseins gehoben. Das sieht dann so aus, als käme die Lösung sozusagen aus dem Off. Und dieses Off interpretiert das Gehirn durchaus kreativ als ein lebendiges Ding, als kleines Männchen im Kopf, als Piloten, eben als Ich. Die Entwicklung der Ich-Vorstellung war vermutlich ein höchst wirksamer Trick, mit welchem vor Tausenden von Jahren ein ganz neuer Schwung in die Evolution gekommen ist. Damit erschlossen sich völlig neue Möglichkeiten und Werkzeuge wie Urheberschaft, Zurechenbarkeit, Verantwortung und Schuld. Trotzdem war es natürlich ein Trick. Ob nun die wissenschaftliche Erkenntnis dieses Zusammenhangs pessimistisch als ,Downgrade' (192) bezeichnet werden muss, bleibt allerdings dahin gestellt.

Natürlich ist es hoch interessant, die Prozesse der Selbstwahrnehmung zu betrachten und die Mechanismen der Entstehung einer Ich-Vorstellung im Detail zu erklären. Das Buch von Herrn Metzinger leistet dies in hervorragender Weise. Allerdings müssen wir eingestehen, dass dieses Detailwissen unser existentielles Grundproblem weder löst noch entscheidend verändert. Die im Buch aufgeworfenen philosophischen Fragen sind im Grunde ganz einfacher Art und beschäftigen die Menschen seit Urzeiten. Ich verweise hier z.B. auf die altindische Philosophie ,Advaita'. Spätestens mit der Entdeckung des Kausalgesetzes hätte man die Vorstellung vom individuellen, eigenständig handelnden Ich ad acta legen müssen. Schließlich gelten die Naturgesetze auch für das Subjekt, womit dieses selbst zum Objekt wird. Darüber hinaus sind mit wissenschaftlichen Methoden gar keine unabhängigen Objekte feststellbar, sondern nur sich wechselseitig bedingende Prozesse (den Prozess der Selbstwahrnehmung als Subjekt mit eingeschlossen). Die ,Welt' entfaltet sich stets als Ganzes. Ohne einen Subjekt-Objekt-Dualismus, also ,nondualistisch' betrachtet, ist der Mensch kein eigenständig handelndes Wesen IN der Welt, sondern ein vollkommener Ausdruck VON der Welt. Oder einfacher ausgedrückt: der einzelne Mensch und seine Wahrnehmung sind NICHTS und gleichzeitig ALLES. Das ist nun wirklich nicht neu, umso erstaunlicher ist es daher, dass sich das kollektive Bewusstsein der Menschheit einer nicht dualen (nondualen) Weltsicht nach wie vor sehr erfolgreich verweigert. Die Philosophie muss sich dieser Tatsache offensichtlich immer wieder neu stellen.

Außerdem geht es am Ende immer um die Frage, weshalb überhaupt etwas wahrgenommen wird, bzw. wie ohne Beobachter der Eindruck einer Welt entsteht. So plastisch das Bild vom Egotunnel auch sein mag, in gewisser Weise schwebt das Bewusstsein nicht in einem Tunnel, sondern eher im Nichts. Meiner Ansicht nach gleichen sich die Fragen nach der Herkunft des Universums und nach der Herkunft des Bewusstseins wie zwei Seiten derselben Medaille. Selbst wenn die neuronalen Mechanismen entschlüsselt werden, welche die Selbstwahrnehmung als Subjekt steuern, ist das Phänomen des Daseins an sich noch nicht erklärt. Außerdem gilt es zu bedenken, das der Versuch, die determinierten Mechanismen des Bewusstseins mit Hilfe von determinierten Mechanismen des Bewusstseins zu erklären, ein unauflösbarer Zirkelschluss bedeuten kann. Was bleibt, ist die kuriose Feststellung, dass da etwas existiert (nennt man es nun Welt, Materie, Energie, Gott oder was auch immer), das sich nicht erkennen lässt, da es das Erkennende selbst ist und sich, meiner Ansicht nach, in dem in hilfloser Weise ,Sein' genannten Zustand offenbart. Wie Metzinger selbst bekennt: Das größere Gesamtbild, nach dem wir suchen, lässt sich nicht im Egotunnel reflektieren (291).

Abschließend möchte ich anmerken, dass die von Metzinger an vielen Stellen als ,beunruhigend' bezeichneten Erkenntnisse des Buches keineswegs negativ als Verlust empfunden werden müssen. Schließlich wird ja nur ausgedrückt, was ohnehin schon der Fall ist. Und außerdem entlarvt das Buch den katastrophalen Albtraum vom getrennten und sterblichen Individuum als das, was er ist, nämlich als Traum (oder als Simulation, wie Metzinger sagen würde...)
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43 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. März 2010
Hatte mir das Buch zum Geburtstag gewünscht - und bekommen. Habe sofort die Lektüre einer spannenden Biographie über Paul Dirac unterbrochen. Hoffnungsvoll habe ich begonnen, in diesem Buch zu lesen, in der Erwartung endlich was neues und überraschendes auf dem Grenzgebiet zwischen Hirnforschung und moderner Philosophie des Geistes zu erfahren. Vielleicht waren meine Erwartungen und Hoffnungen - auch durch nicht wenige positive Rezensionen hier bei Amazon - zu hoch gespannen. Wie auch immer, entnervt und gelangweilt habe ich in der Mitte des Buches (immerhin habe ich bis zur Seite 160 durchgehalten, dafür 2 Sterne!) aufgehört zu lesen.

Was mich besonders zunehmends gestört hat, sind die vielen unnötigen pseudo- oder semi-wissenschaftliche Begriffe und/oder Neuschöpfungen, die den Schein erwecken sollen, dass man jetzt was tiefgründiges erfahren bzw. entdeckt bzw. begriffen hat. Über Analogie-Muster geht dies alles leider nicht hinaus. Dafür brauche ich aber keine Philosophie.

Als Anfangslektüre für diejenigen, die noch gar nichts auf diesem Gebiet gelesen haben, mag es durchaus geeignet sein, über die vielen Experimente und Erklärungsversuche der Hirn- und Kognitionsforschung zu erfahren, aber "erfrischend und enorm anregend" (Antonio Damasio zitiert auf der Rückseite des Buches) ist dieses Buch trotzdem nicht, jedenfalls nicht in der ersten Hälfte. Und über die zweite Hälfte wurde hier an anderer Stelle schon die eine oder andere kritische Bemerkung gemacht. Also kann ich ruhigen Gewissens mit der spannenden Lektüre der oben erwähnten Biographie über Paul Dirac fortfahren.

P.S. (2010.08.26 als Reaktion auf einem Kommentar):

Das Leib-Seele-Problem ist eine uralte, typisch-philosophische Diskussion, der Abertausende von Publikationen gewidmet sind, aber ohne 'Beihilfe' einer empirisch-orientierten Wissenschaft wohl für immer für sich hin dümpeln wird. Insofern liegt Metzinger richtig, keine Frage. Neurologie ist so eine empirisch-orientierte Wissenschaft, die vielleicht - eines Tages - überzeugend nachweisen kann, dass das Leib-Seele-Problem ein Scheinproblem bzw. Pseudo-Problem ist, weil 'Leib' und 'Seele' bloß zwei Aspekte der gleichen Wirklichkeit sind. Mir würde interessieren zu wissen, und zu verstehen, wie diese Doppeldeutigkeit theoretisch zu erklären wäre und in einem Modell nachgeahmt werden könnte - inklusive der Entstehung dieses (falschen) Leib-Seele-Dualismus. Dazu muss man sicherlich ein tieferes Verständnis allerhand neurologische Phänomene bekommen, und da gibt es heutzutage einiges zu berichten (auch wenn's sich herausstellen würde, dass auch dies nur vorläufige Modelle sind), z.B. über das menschliche Gedächtnis (Nobelpreis für Eric Kandel) oder über sog. Spiegelneurone (siehe Google) oder über seltsame Verirrungen des menschlichen Geistes (siehe populäre Bücher von Oliver Sachs) oder über die herausragende Bedeutung der Emotionen (kontrovers diskutierte Theorie von Gerald Edelmann) oder über die Tücken der Selbstreflexivität (Maturana, oder eine Reihe von Bücher von Douglas Hofstadter) oder über die zumindest denkbare Möglichkeit der Bedeutung von Quantumphänomene für das Entstehen bzw. die Erklärung von 'Bewusstsein' (z.B. Roger Penrose). Und so weiter und so fort. Die Vorstellung, man könne das Thema mit einer einzigen philosophisch-orientierten Theorie ein vor allemal abhaken, grenzt - vorsichtig ausgedrückt - an Wunschdenken. Wahrscheinlicher ist es, dass wir ein Patchwork unterschiedlich(st)er Theorien und Modelle und Methoden brauchen um die vielen Aspekte dessen was wir Bewusstsein nennen auf die Schliche zu kommen. Und so lange wir nicht im Stande sind, konkrete Vorhersagen neuer Bewusstseinsphänomene zu machen, so lange haben wir in Wahrheit nichts verstanden, nur beschrieben und zusammengefasst was das Auge und andere Hilfsmittel uns präsentieren (was allerdings ein gewisses Bewusstsein voraussetzt, oder?)
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. September 2011
Metzinger stellt in dieser Monographie die Ergebnisse der Neurophysiologie und der Philosophie des Geistes zur Bewußtseinsforschung vor. Sein Ansatz ist naturalistisch. Ausgangspunkt: "Ein Ego-Tunnel ist ein Bewußtseins-Tunnel, der die zusätzliche Eigenschaft entwickelt hat, eine stabile Erste-Person-Perspektive zu erzeugen, eine subjektive Sicht auf die Welt. Es ist ein Bewußtseins-Tunnel plus das Erscheinen eines phänomenalen Selbst." ( S. 28)

Allgemein ist Bewußtsein das Erscheinen einer Welt. Es ist kulturell eingebettet, graduell (tritt in variierenden Stärkegraden auf) und besitzt verschiedene Aspekte: Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Gefühle, Wahrnehmungen, Selbstbewußtsein usw. Metzinger stellt in einer Tour durch den 'Tunnel' die verschiedenen Konfliktfelder vor: Wie aus dem rhythmischen Feuern der Nervenzellen sich selbst metarepräsentierende Bewußtseinszustände entstehen, wie bewußte Repräsentationen einen illusionären Punkt der Gegenwärtigkeit benötigen, wie die Transparenz des Weltmodells in unserem Kopf uns zu naiven Realisten werden läßt, daß wir selbst für die einfachsten Bewußtseinszustände (z.B. Farbwahrnehmungen) keine instrospektiven Identitätskriterien besitzen, wie Bewußtsein evolutionär als 'virtuelles Organ' entstand und ob es bewußte Erlebnisse ohne erlebendes Selbst gibt.

Das grundlegendste Selbstgefühl ist das Bild des Körpers in Raum und Zeit plus Transparenz. Der Organismus repräsentiert sich im Gehirn als Ganzheit, das Körpermodell wurde global verfügbar, zugänglich für bewußtes Erleben. Dieses Selbstmodell und die Kontrolle der eigenen Aufmerksamkeit ('attentionale Agentivität') ermöglichte Erweiterungsphänomene wie die 'Gummihand-Illusion' oder außerkörperliche Erfahrungen, aber auch mühelosen Werkzeuggebrauch, die Fähigkeit, sich in einer virtuellen Umgebung als anwesend zu erleben und sich künstliche Handlungsinstrumente anzueignen und sie mit dem Gehirn zu kontrollieren.

Bemerkenswerterweise ist Denken ursprünglich ein motorischer Vorgang. Gedanken sind Modelle erfolgreich beendeter Handlungen, abstrakte Formen des Ergreifens. Und 'Denken' ist größtenteils subpersonal, ein innerer Monolog aus Erinnerungen, Bewertungen und kleinen Geschichten! Es hat eher mit Musterverarbeitung und einem dauernden Wettstreit zwischen inneren Bildern zu tun. Das Ego dient dem Organismus zur Erklärung und narrativen Darstellung innerer wie äußerer Handlungen, zur Voraussage des eigenen Verhaltens, und zur Überwachung kritischer Systemeigenschaften.

Metzinger macht interessante Anmerkungen zu dem Streit zwischen Determinismus und Willensfreiheit und führt in die neuesten Forschungen zu 'Spiegelneuronen' ein, die selbst dann 'feuern', wenn wir andere Personen bei einer Handlung nur beobachten. Spiegelneuronensysteme existieren auch für Gefühle und Vernunft. Sie erlauben uns, andere Menschen ebenfalls als Egos zu erleben. Der Autor erörtert die Frage, unter welchen Bedingungen postbiotische 'Ego-Maschinen' möglicherweise zu Erlebnissubjekten werden und welche moralischen Konsequenzen das hätte, weist auf den 'kognitiven Gesichtsfeldausfall' der Gegenwartsphilosophie hin, die Leid und Schmerz aus ihrem Gegenstandsbereich ausklammert, und betont den Widerspruch zwischen den Ergebnissen der Neurophysiologie (Wir sind selbstlose Ego-Maschinen) und dem uns biologisch eingebrannten Überlebensimperativ: Das Ego ist ein System, das der eigenen Existenz einen fast unendlichen Wert beimißt und aus Sehnsucht nach Unsterblichkeit besteht. Abschließend entwirft er eine 'Bewußtseinsethik' für den Umgang mit dem sich abzeichnenden 'Phenospace' und problematisiert den zukünftigen Kampf um die begrenzte Ressource 'Aufmerksamkeit', der eine 'Neurodidaktik' erforderlich macht.

Das Werk verbindet inhaltliche Tiefe mit thematischer Weite. Es ist ausgezeichnet verständlich, ja unterhaltsam, und ich kann es vorbehaltlos allen an Bewußtseinsforschung und der Philosophie des Ichs interessierten Menschen empfehlen. Gewünscht hätte ich mir, daß der Autor die Gefahren erweiterter Zugriffe auf das Bewußtsein (die er sehr wohl sieht) noch etwas stärker akzentuiert. Erstaunlicherweise stellt Metzinger die Frage, was den Übergang zum bewußten Selbstmodell des Menschen möglich gemacht hat. Dies ist selbstverständlich unsere propositionale Symbol- und Satzsprache, die mit ihrer Fähigkeit zur Objektivierung einerseits beliebige Wirklichkeitskonstruktionen erlaubt und andererseits zur Emergenz eines Werteuniversums mit unauflösbaren Wertekonflikten führt. Weiterführend: MITHEN, Steven: Prehistory of the Mind: A Search for the Origins of Art, Religion and Science (1996), derselbe: Singing Neanderthals: The Origins of Music, Language, Mind and Body (2006), TOPITSCH, Ernst: Erkenntnis und Illusion: Grundstrukturen unserer Weltauffassung (1988²), EIBL, Karl: Animal Poeta - Bausteine der biologischen Kultur- und Literaturtheorie (2004) und TUGENDHAT, Ernst: Egozentrizität und Mystik: Eine anthropologische Studie (2003)
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. März 2010
Es gibt schon so viel Literatur zum Thema Bewusstsein, dass ich mich schon gefragt habe, warum ich ausgerechnet dieses Buch auch noch lesen muss. Für die Lektüre entschieden habe ich mich dann wegen des Autors. Mich hat einfach interessiert, was Thomas Metzinger - den ich sehr schätze - zu der aktuellen Diskussion beizutragen hat. Und ich wurde nicht enttäuscht: Metzinger geht wie erwartet sehr philosophisch an die Sache ran, holt sich aber viele seiner Anregungen aus der aktuellen Neurobiologie. Dieser Mix ist neu, dieser Mix ist aufregend und dieser Mix hat mit mir einen begeisterten Leser zurückgelassen.
Die Idee vom Ego-Tunnel hat mich wirklich überzeugt. Sie ist das Beste, was ich in dieser Richtung seit langem gelesen habe. Denn sie trifft das große Rätsel unseres phänomenalen Selbst genau und ist dennoch leicht verständlich und nachvollziehbar. Ich bin sicher, Metzinger bringt mit diesem Modell nicht nur die Philosophie des Bewusstseins näher an den "Normalbürger" heran, er bringt auch die fachliche Diskussion weiter.
Einen Stern Abzug gebe ich diesem sehr empfehlenswerten Buch dennoch, weil es streckenweise etwas aufgebläht ist. Ein paar Ideen und Thesen, gerade der Ausblick in die Zukunft und die Beiträge zur so genannten Bewusstseinsethik wirken doch etwas "verschwurbelt" und unausgegoren. Da hätte Metzinger vielleicht besser etwas weggelassen und stattdessen in drei oder vier Jahren, wenn die Diskussion weiter ist, ein neues Buch speziell dazu geschrieben.
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am 15. September 2013
Ich war sehr überrascht als ich las, dass Metzinger eine Out Of Body Erfahrung durchgemacht hatte. Doch war dies wohl "notwendig" um der ach so beliebten Thematik des NTEs auf rationaler Ebene begegnen zu können. Verklärende Bücher zum Thema gibt es zu viele und von YT "Dokus" ganz zu schweigen. Fast jede esoterisch-spirituelle Zeitschrift beschäftigt sich damit und schickt ihre Leserschaft in die Verwirrung. "Wieso hat jene das und ich nicht". Ein Kardiologe entdeckt angeblich "Grenzenloses Bewußtsein" und Quantenphysik muß auch für scheinbar nicht erklärbares herhalten.
Leider ist das Buch von Metzinger sehr anstrengend zu lesen und im Vergleich zu den Sellern des Esomarktes dahingehend schwerste Kost. Dennoch lohnt es sich reinzulesen um festzustellen was wirklich los ist, wenn Menschen meinen dass sie ihre Hülle verlassen. Sei es im Schlaf oder bei einer Operation oder letztendlich am Ende. Käme keiner zurück gäbe es keine Berichte. Doch was steckt hinter den Berichten und wenn was daran sein soll, läßt sich dies neurowissenschaftlich ergründen?

Ich muß gestehen, dass ich auf halber Strecke ausgestiegen bin, da ich mich in der Thematik überfordert sah. Dennoch ist der Autor auf dem richtigen Weg. Wer sein Heil in der NTE Literatur sucht sollte dies woanders muten, oder um sich vor Humbug zu schützen doch mal reinlesen. Vieleicht tritt ja wie bei mir Ernüchterung ein. Denn vorstellen kann ich mir viel. Was nicht heißt, jenen der meint all diese "unmöglichen" zu Erleben damit zu belächeln. Denn noch hatte ich ein solches Erleben nicht. Dafür aber andere, wie auch immer diese geartet sind. Das wichtigste daran ist, nicht in eine mißbräuchliche esoterische Anschlußtherapie zu geraten. Und dafür ist dieses Buch allemal mehr als wertvoll. Denn jedes Jahr kommen jene Autoren in meine Stadt und behaupten, dass sie schon drüben waren.....
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Tsja, es ist für viele nicht einfach, das zuzugeben, aber der Materialismus hat leider recht gute Argumente; Haut mir jemand auf den Kopf, also mein Gehirn, geht mein Bewusstsein verloren. Schneidet mir jemand einen Teil des Gehirns weg, werden bestimmte mentale Fähigkeiten auf immer zerstört. Und wie steht es mit anscheinend hyperrealen, quasi mystischen Erlebnissen wie die außerkörperlichen Erfahrungen? - Die hat Metzinger selbst auch gemacht, und dabei deutliche Indizien gefunden, dass eben alles daran "virtuelle Realität" ist; Dass kein Aspekt dieser Erfahrung darauf hindeutet, es gäbe eine jenseits der physiologischen Sinne liegende Erkenntnisfähigkeit des Bewusstseins. Es sei eben die Fähigkeit des Gehirns, Realität - mitsamt evidentem Realitätsgefühl - zu "emulieren" - das schließe erhabene, "realer als reale" mystische Erlebnisse nicht aus!
Der erste Teil, in dem Metzinger beschreibt, wie wir in unseren interpretativen Weltmodellen gefangen sind, etwas das Norbert Bischof das "Weltgestell" nennt, ist noch in weitgehender Übereinstimmung mit dem, was die spirituellen Traditionen als "Ego" bezeichnen. Ebenso in Übereinstimmung mit den spirituellen Übungswegen ist die Erkenntnis, dass das Ego zwar eine Illusion sein mag, aber dafür eine, die nicht vergeht, die man nicht loswird, indem man sie durchschaut. Um das Ego kümmert sich Metzinger allerdings nur, um eine Differenzierung vornehmen zu können, zwischen der vom Gehirn emulierten, gleichsam "virtuellen" Realität - das, was wir naiverweise als evidente Realität empfinden und betrachten, und dem stark vom Verstand und der Struktur der Persönlichkeit abhängigen mentalen "Modell" von Annahmen, Interpretationen, Deutungen und Praxen (Handlungsneigungen und Fähigkeiten), durch welche wir die "objektive" Realität quasi wie durch eine stets anders getönte Brille betrachten - und welche im spirituellen Sprachgebrauch eben "Ego" genannt wird.
Alsdann gibt Metzinger sich als monistischer Materialist zu erkennen - wohl einer, der Bewusstsein als Phänomen der Emergenz betrachtet, es zumindest als Phänomen nicht leugnet, aber durchaus meint, dass es möglich sei, es auf empirischem Wege mit der Zeit erkennen und beschreiben zu können. Hier kann ich ihm nicht mehr folgen, denn es steht für mich außer Frage, dass es bei dem "Stoff namens Bewusstsein" überhaupt nichts zu "erkennen" gibt. Meines Erachtens geht des bewusste Subjekt jeder Erfahrung voraus. Der "Stoff Bewusstsein" hat nun einmal die Eigenschaft, der "erkennende Stoff" zu sein, also die grundlegende, alles erkennende Intelligenz (wie auch der tibetische Buddhismus sagen würde), aber darüber hinaus hat es keine zu beobachtenden Eigenschaften, ist vollkommen Subjekt und nicht Objekt der Betrachtung. Das erkennende Subjekt zeigt sich nur im Akt des Erkennens und kann selbst in keiner Weise als Objekt erkannt werden. Ich fände es deshalb persönlich spannend, wenn man versuchte, eine Physik zu entwickeln, in dem das Bewusstsein in den Gleichungen der theoretischen Physik, quasi als "Stoff des Erkennens" vorhanden wäre - als Phänomen der Realität, auch wenn es sich nur im "bewussten Sein" der Dinge zeigt, kann man es jedenfalls nicht leugnen.
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