Der Footprint (Fußabdruck) misst den Naturverbrauch (Konsum einschließlich der dafür erforderlichen Ressourcen aus Ackerbau, Weideflächen, Fischgründen und Wald) von einzelnen Menschen, Städten und Ländern in globalen Hektar (Nachfrage) und setzt ihn in Beziehung zur Biokapazität (Angebot). Er sagt, wann die biologischen Kapazitäten überlastet sind und in welchem Ausmaß.
Ein ökologischer Schuldner ist ein Land, dessen Bewohner mehr Ressourcen brauchen, als die Ökosysteme des Landes erneuern können. Weltweit werden die Ressourcen schneller verbraucht, als sie sich erneuern = Overshoot. Etwa seit Mitte der 80er Jahre war der globale Footprint größer als die Biokapazität der Erde.
Lösungsansätze: Verkleinerung der Weltbevölkerung, Reduzierung des Konsums, Verbesserung der Ressourceneffizienz, Vergrößerung der produktiven Flächen, Steigerung der Produktivität pro Hektar.
Die Industrieländer werden ihren großen Footprint nicht halten können, die Schwellenländer (China, Indien, Brasilien, Indonesien) nicht gleichziehen können - kommen Verteilungskämpfe und Ressourcenkriege?
Um das zu verhindern, bietet sich die Footprint-Methode an. Sie ist keine Therapie, sondern eine Buchführung, Datengrundlage. Und damit Anstoß zur Kommunikation, dem Schlüssel.
Beim "weiter so wie bisher" gibt es einen schnell verödenden Planeten. Wäre eine langsame Reduktion des Overshoot möglich? Nur die schnelle Reduktion des Overshoot führt zu nachhaltigen und stabilen Verhältnissen auf dem Globus.
In Fallbeispielen aus dem Bereich der Architektur, der IT-Branche, des Landes China und des Kontinentes Afrika wird der Footprint diskutiert.
Im abschließenden Interview gibt Wackernagel der Hoffnung Ausdruck, dass diese Strategie hilft, ein Netzwerk für ein gemeinsames Erforschen und Suchen nach konstruktiven Möglichkeiten zu bauen. Gefragt ist nicht werten oder moralisieren, sondern beschreiben was der Fall ist. Overshoot ist das zentrale Dilemma unseres Jahrhunderts. Wissenschaftliche Transparenz könnte helfen, eine Ökodiktatur zu vermeiden.