"Der dunkle Turm - Die Schlacht am Jericho Hill" erzählt vom Leben Rolands und seiner Gefährten nach dem Fall der Hauptstadt Mittwelts, Gilead.
Die wenigen, die sich aus der eingenommenen Stadt retten konnten - u. a. Rolands alte Weggefährten Alain Johns und Cuthburt Allgood sowie die Nichte des ehemaligen Waffenmeisters von Gilead, Aileen mit Namen - versuchen, den Schergen des Rebellenführers John Farson, genannt "Der gute Mann" zu entkommen. Farson wird unterstützt vom Zauberer Marten Broadcloak, und mit vereinten Kräften gelingt es ihnen, die Schar der Flüchtigen am "Jericho Hill" zu einer letzten Schlacht zu stellen...
Wie auch die vier Vorgängerbände zu diesem, ist "Die Schlacht am Jericho Hill" wunderbar gezeichnet und koloriert; die einfallsreiche Farbgebung und die detailgetreuen, fantasievollen Zeichnungen haben - zumindest bei mir - bewirkt, dass ich voll im Geschehen versunken bin und das ganze Werk erst aus der Hand legen konnte, als keine Seiten zum Umblättern mehr da waren. Besonders gut finde ich, dass die Zeichnungen realistisch ausgeführt sind, fast wie Fotos - man hält also hier mitnichten eine Sammlung von Zeichnungen schlechten Stils in Händen. Ich muss gestehen, dass ich insbesondere die amerikanische Ausgabe des Werks gelesen habe, doch die Genauigkeit der Übersetzung bei den Vorgängerbänden lässt den Schluss zu, dass die Dialoge auch bei der deutschsprachigen Ausgabe überzeugend und hochwertig sein werden.
Der nunmehr fünfte Band aus der Graphic Novel Serie über den dunklen Turm ist aber, meiner Meinung nach, wesentlich düsterer und brutaler als seine Vorgängerbände. Allein schon das Titelbild, auf dem Roland zu sehen ist, wie er blutüberströmt auf einem Haufen gefallener Gegner kniet, zeigt diese Tendenz der Brutalisierung der Erzählweise deutlich. Tatsache ist aber, dass das Werk dadurch keineswegs an Qualität einbüßt - ganz im Gegenteil. Ich halte die Comics um den dunklen Turm - einschließlich dieses, hier vorliegenden Bandes - für sehr gut gelungen und absolut lesenswert; vor allem eingefleischte Fans der Bücher werden auf ihre Kosten kommen, da sie Details und Informationen über Figuren, Orte und Nebenhandlungen geliefert bekommen, die man sonst nicht erfährt.
Abschließendes Fazit: Mich hat "Die Schlacht am Jericho Hill" mal wieder absolut vom Hocker gehauen, daher spreche ich hier guten Gewissens eine Kauf-Empfehlung für alle Stephen King-/ Dunkler Turm- / oder einfach nur für alle Western- Fans aus.