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Der Dunkle Turm, Band 5: Wolfsmond
 
 
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Der Dunkle Turm, Band 5: Wolfsmond [Taschenbuch]

Stephen King , Wulf Bergner
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (110 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Gäbe es einen Preis für das am sehnsüchtigsten erwartete Buch des Jahres, Wolfsmond würde mit deutlichem Vorsprung gewinnen. Über ein halbes Jahrzehnt ist vergangen, seit mit Glas der vierte und bisher letzte Band der Saga um den Dunklen Turm erschienen war, und langsam wurden Zweifel laut, ob Stephen King sein Opus Magnum überhaupt zu Ende schreiben würde. Nur wenige Wochen nach dem Original liegt jetzt die deutsche Ausgabe von The Wolves of the Calla vor, und -- um es vorwegzunehmen -- das Warten hat sich gelohnt.

Roland, Jake, Susannah und Eddie setzen ihre Reise fort und gelangen nach Calla Bryn Sturgis, einer Stadt, die regelmäßig von einem schrecklichen Schicksal heimgesucht wird: Ungefähr alle 20 Jahre fallen grauenhafte Wolfswesen über die Bürger her und rauben zahlreiche ihrer Kinder. Wenn diese Kinder Wochen später zurückkehren, sind sie nur noch eine leere Hülle. Roland und seine Gefährten sollen helfen, denn der nächste Angriff der Wölfe steht kurz bevor.

Unterstützt werden sie dabei von Pater Callahan, einer Figur, die King-Lesern aus Brennen muss Salem bekannt ist. Callahan verfügt über nicht ungefährliche Mittel und Wege, die Grenze zwischen den Welten zu überwinden. Das erweist sich alsbald als ausgesprochen nützlich, denn im New York des Jahres 1976 wächst eine Rose, bei der es sich um den Turm selbst handeln könnte.

Wolfsmond ist ein mit enormer erzählerischer Kraft geschriebenes Buch. King vertieft sowohl die Mythologie der Serie, wie auch die Charakterzeichnung der Protagonisten. Etwas aufdringlich sind vielleicht die zahlreichen Popkultur-Bezüge und das allmähliche Verwischen der Grenzen zwischen Roman und Wirklichkeit. Insgesamt schmälert dies das Lesevergnügen jedoch nur marginal.

Die beiden abschließenden Bände des Dunklen Turms, The Song of Susannah und The Dark Tower, sollen innerhalb der nächsten Jahre erscheinen. Vorher wird ein abschließendes Urteil nicht möglich sein, aber schon jetzt zeichnet sich ab, dass Stephen King eines der großen Meisterwerke der fantastischen Literatur geschaffen hat. Steigen Sie mit Schwarz ein und genießen Sie die Reise. --Felix Darwin -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Der Dunkle Turm ist das wichtigste Werk meines Lebens.« (Stephen King )

»Dieser Zyklus wird den Herrn der Ringe noch übertreffen.« (Kirkus Reviews )

Kurzbeschreibung

Lange mussten die Fans ausharren, doch das Warten hat sich gelohnt. Wolfsmond, der fünfte Band des monumentalen Romanwerks „Der Dunkle Turm“ hält alles, was man von einem großen Opus erwarten kann – Fantasy, Horror, Science-Fiction, Western, Thriller, Abenteuergeschichte und Liebesroman verschmelzen zu einem packenden Lesevergnügen, das Lust auf die beiden abschließenden Werke des Zyklus macht.

Klappentext

»Der Dunkle Turm ist das wichtigste Werk meines Lebens.«
Stephen King

»Dieser Zyklus wird den Herrn der Ringe noch übertreffen.«
Kirkus Reviews

Über den Autor

Stephen King, 1947 in Portland, Maine, geboren, ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller. Schon als Student veröffentlichte er Kurzgeschichten, sein erster Romanerfolg, "Carrie", erlaubte ihm, sich nur noch dem Schreiben zu widmen. Seitdem hat er weltweit 400 Millionen Bücher in mehr als 40 Sprachen verkauft. Im November 2003 erhielt er den Sonderpreis der National Book Foundation für sein Lebenswerk.

Auszug aus Wolfsmond von Stephen King, Wulf Bergner. Copyright © 2003. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Die letzte Auseinandersetzung

Wolfsmond ist der fünfte Band einer längeren Geschichte, die durch Robert Brownings erzählendes Gedicht »Herr Roland kam zum finstern Turm« inspiriert wurde. Der sechste Band, Susannah, erscheint im Jahr 2004. Der siebte und letzte Band, Der Dunkle Turm, erscheint später im selben Jahr.
Der erste Band, Schwarz, erzählt, wie Roland Deschain von Gilead den Mann in Schwarz, Walter, verfolgt und letztlich stellt – den Mann, der Freundschaft mit Rolands Vater heuchelte, aber in Wirklichkeit dem Scharlachroten König in der fernen Endwelt diente. Den nur halb menschlichen Walter zu stellen, ist für Roland ein Schritt auf dem Weg zum Dunklen Turm, wo er die sich beschleunigende Zerstörung von Mittwelt und den allmählichen Verfall der Balken aufhalten oder sogar umkehren zu können hofft. Der Untertitel dieses Romans lautet „WIEDERAUFNAHME“.
Der Dunkle Turm ist Rolands Obsession, sein Gral, sein einziger Lebenszweck, als wir ihm begegnen. Wir erfahren, wie Marten versuchte, als Roland noch ein Junge war, ihn entehrt »nach Westen« schicken zu lassen, vom Brett des großen Spiels gewischt. Roland durchkreuzt Martens Pläne jedoch – hauptsächlich durch kluge Waffenwahl bei seiner Mannbarkeitsprüfung.
Steven Deschain, Rolands Vater, schickt seinen Sohn und dessen zwei Freunde (Cuthbert Allgood und Alain Johns) in die Küstenbaronie Mejis – hauptsächlich um ihn außer Reichweite Walters zu schaffen. Roland begegnet dort Susan Delgado, die in Konflikt mit einer Hexe geraten ist, und verliebt sich in sie. Rhea vom Cöos, eifersüchtig auf die Schönheit des Mädchens, ist besonders gefährlich, weil sie eine der großen Glaskugeln, die als die Regenbogen-Bogen oder Zauberergläser bekannt sind, an sich gebracht hat. Insgesamt gibt es dreizehn davon, und die Stärkste und Gefährlichste von ihnen ist die Schwarze Dreizehn. Roland und seine Freunde bestehen in Mejis viele Abenteuer, und obwohl sie lebend (und mit dem rosa Regenbogen-Bogen) entkommen, stirbt Susan, das liebreizende Mädchen am Fenster, auf dem Scheiterhaufen. Diese Geschichte wird im vierten Band, Glas, erzählt. Der Untertitel dieses Romans lautet „RÜCKSICHT“.
Im Verlauf der Erzählungen vom Dunklen Turm entdecken wir, dass die Welt des Revolvermanns auf fundamentale und schreckliche Weise mit unserer eigenen verbunden ist. Die erste dieser Verbindungen wird enthüllt, als Jake, ein Junge aus dem New York des Jahres 1977, lange Jahre nach Susan Delgados Tod an einer Zwischenstation in der Wüste Roland begegnet. Es gibt Türen zwischen Rolands Welt und unserer eigenen, und eine davon ist der Tod. Jake findet sich in dieser Zwischenstation in der Wüste wieder, nachdem er auf die Forty-third Street geschubst und von einem Auto überfahren wurde. Der Fahrer des Wagens war ein Mann namens Enrico Balazar. Vors Auto geschubst hat Jake ein Psychopath namens Jack Mort, Walters Repräsentant auf der New Yorker Ebene des Dunklen Turms.
Bevor Jake und Roland jenen Walter einholen, stirbt Jake nochmals … diesmal, weil der Revolvermann, als er vor die qualvolle Wahl zwischen seinem symbolischen Sohn und dem Dunklen Turm gestellt wird, sich für den Turm entscheidet. Jakes letzte Worte vor seinem Sturz in den Abgrund lauten: »Dann geh – es gibt andere Welten als diese.«
Die letzte Konfrontation zwischen Roland und Walter ereignet sich in der Nähe des Westlichen Meeres. Bei einem Palaver, das eine ganze Nacht lang dauert, liest der Mann in Schwarz Roland die Zukunft aus einem Blatt sehr seltsamer Tarotkarten. Roland wird besonders auf drei Karten – der Gefangene, die Herrin der Schatten und der Tod (»aber nicht für dich, Revolvermann«) – aufmerksam gemacht.
Drei (mit dem Untertitel „ERNEUERUNG“) beginnt an der Küste des Westlichen Meeres, nicht lange nachdem Roland von seiner Konfrontation mit Walter erwacht. Der erschöpfte Revolvermann wird von einem Schwarm Fleisch fressender »Monsterhummer« angefallen, und bevor er ihnen entkommen kann, hat er zwei Finger seiner rechten Hand eingebüßt und sich eine schwere Infektion zugezogen. Roland setzt seine Wanderung entlang der Küste des Westlichen Meeres fort, obwohl er krank, vielleicht sogar todkrank ist.
Auf seiner Wanderung kommt er zu drei Türen, die frei am Strand stehen. Sie öffnen sich zu drei verschiedenen Wanns in die Stadt New York. Aus dem Jahr 1987 zieht Roland einen gewissen Eddie Dean, einen Gefangenen des Heroins. Aus dem Jahr 1964 zieht er Odetta Susannah Holmes, die beide Beine verloren hat, weil ein Psychopath namens Jack Mort sie vor eine U-Bahn geschubst hat. Sie ist die Herrin der Schatten, in deren Kopf sich eine gewalttätige »Andere« verbirgt. Diese verborgene Frau, die gewalttätige und verschlagene Detta Walker, ist entschlossen, Roland und Eddie zu ermorden, als der Revolvermann sie nach Mittwelt zieht.
Roland glaubt, er habe die drei vielleicht schon mit Eddie und Odetta gezogen, weil Odetta in Wirklichkeit aus zwei Persönlichkeiten besteht, aber als Odetta und Detta zu Susannah verschmelzen (vor allem dank Eddie Deans Liebe und Mut), weiß der Revolvermann, dass dies nicht der Fall ist. Und er weiß noch etwas anderes: Ihn quält die Erinnerung an Jake, an den Jungen, der zum Zeitpunkt seines Todes von anderen Welten gesprochen hat.
tot. mit dem Untertitel „ERLÖSUNG“ beginnt mit einem Paradox: Für Roland scheint Jake zugleich lebendig und tot zu sein. Im New York der späten Siebzigerjahre wird Jake Chambers von derselben Frage gequält: Lebendig oder tot? Was ist er? Nachdem sie einen riesenhaften Bären, der entweder Mir (so von dem alten Volk genannt, das ihn fürchtete) oder Shardik (von den Großen Alten, die ihn erbaut haben) heißt, erlegt haben, gelangen Roland, Eddie und Susannah zu dessen Heimstatt und entdecken dort den Pfad des Balkens, der als Shardik zu Maturin, Bär zu Schildkröte, bekannt ist. Einst gab es sechs dieser Balken, die zwischen den zwölf Portalen verliefen, die den Rand von Mittwelt bezeichnen. Wo die Balken sich kreuzen, im Mittelpunkt von Rolands Welt (und aller Welten), erhebt sich der Dunkle Turm, der Nexus aller Wos und Wanns.
Unterdessen sind Eddie und Susannah nicht länger Gefangene in Rolands Welt. Sie lieben sich, sind weit darin fortgeschritten, selbst Revolvermänner zu werden, sind vollwertige Teilnehmer an der Suche und folgen Roland, dem letzten Seppe-Sai (Todesverkäufer), auf dem Pfad von Shardik, dem Weg in Richtung Maturin.
In einem sprechenden Ring, nicht weit vom Portal des Bären entfernt, wird die Zeit gekittet, das Paradox beendet und der wahre Dritte gezogen. Jake kehrt zum Schluss eines gefährlichen Rituals, bei dem alle vier – Jake, Eddie, Susannah und Roland – sich an das Angesicht ihrer Väter erinnern und sich tapfer bewähren, nach Mittwelt zurück. Wenig später wird das Quartett sogar zu einem Quintett, als Jake Freundschaft mit einem Billy-Bumbler schließt. Bumbler, die wie eine Kreuzung aus Dachs, Waschbär und Hund aussehen, verfügen über ein beschränktes Sprechvermögen. Jake nennt seinen neuen Freund Oy.
Der Weg der Pilger führt sie zur Stadt Lud, in der die degenerierten Überlebenden zweier von alters her im Streit liegenden Gruppierungen endlose Kämpfe austragen. Bevor sie die Stadt erreichen, begegnen sie in der Kleinstadt River Crossing einigen greisen Überlebenden aus alten Zeiten. Diese erkennen Roland als Mitüberlebenden aus jenen Tagen, bevor die Welt sich weiterbewegt hat, und ehren ihn und seine Gefährten. Die alten Leute erzählen ihnen auch von einer Einschienenbahn, die möglicherweise noch immer von Lud aus ins Ödland, dem Pfad des Balkens folgend, in Richtung Dunkler Turm fährt.
Diese Mitteilung ängstigt Jake, aber sie überrascht ihn nicht; bevor er aus New York gezogen wurde, hat er in einer Buchhandlung, die einem Mann mit dem nachdenklich machenden Namen Calvin Tower gehörte, zwei Bücher gekauft. Eines ist ein Rätselbuch, aus dem die Lösungsseiten herausgerissen wurden. Das andere, Charlie Tschuff-Tschuff, ist eine Kindergeschichte mit dunklen Anklängen an Mittwelt. Beispielsweise bedeutet das Wort Char in der Hohen Sprache, mit der Roland in Gilead aufgewachsen ist: Tod.
Tante Talitha, die Matriarchin von River Crossing, schenkt Roland ein silbernes Kreuz, das er tragen soll, und die Reisenden ziehen weiter. Als sie eine baufällige Brücke überqueren, die den Fluss Send überspannt, wird Jake von einem todkranken (und sehr gefährlichen) Verbrecher namens Gasher – »Schlitzer« – unter die Erde zum Ticktackmann verschleppt, dem letzten Anführer der als die Grauen bekannten Gruppierung.
Während Roland und Oy sich aufmachen, um Jake zu befreien, finden Eddie und Susannah die Wiege von Lud, wo Blaine der Mono erwacht. Blaine ist das letzte oberirdische Artefakt eines riesigen Computersystems, das unter Lud liegt, und er interessiert sich nur noch für eines: Rätsel. Blaine verspricht, die Reisenden bis zu seiner Endstation zu bringen … wenn sie ihm ein Rätsel stellen können, das er nicht lösen kann. Andernfalls, sagt Blaine, werde er sie dorthin mitnehmen, »wo der Pfad auf der Lichtung endet« – in den Tod.
Roland rettet Jake und lässt den Ticktackmann scheinbar tot zurück. Aber Andrew Quick ist nicht tot. Halb blind, mit grausig verletztem Gesicht, wird er von einem Mann gerettet, der sich Richard Fannin nennt. Fannin gibt sich jedoch auch als der Zeitlose Fremde zu erkennen – ein Dämon, vor dem Roland einst gewarnt worden ist.
Die Pilger setzen ihre Reise von der sterbenden Stadt Lud aus fort, jetzt mit der Einschienenbahn. Die Tatsache, dass die wahre Intelligenz, die den Mono steuert, in Computern existiert, die immer weiter hinter ihnen zurückbleiben, wird so oder so keine Rolle mehr spielen, wenn das rosa Geschoss irgendwo entlang des Balkenpfads mit über achthundert Meilen in der Stunde von seiner verrotteten Schiene springt. Ihre einzige Überlebenschance besteht darin, Blaine ein Rätsel zu stellen, das er nicht lösen kann.
Am Anfang von Glas kann Eddie dann tatsächlich ein solches Rätsel stellen und zerstört Blaine mit einer allein Menschen vorbehaltenen Waffe: Unlogik. Der Mono hält in einer Variante von Topeka, Kansas, die von einer »Supergrippe« genannten Krankheit entvölkert worden ist. Als sie ihre Reise entlang dem Balkenpfad fortsetzen (jetzt auf einer apokalyptischen Version der Interstate 70), sehen sie auf Straßenschildern beunruhigende Aufschriften. „HEIL DEM SCHARLACHROTEN KÖNIG“, verkündet eine. „HÜTET EUCH VOR DEM WANDELNDEN GECKEN“, steht auf einem anderen. Und wie aufmerksame Leser wissen, trägt der Wandelnde Geck einen Namen, der sehr ähnlich wie Richard Fannin klingt.
Nachdem Roland seinen Freunden die Geschichte von Susan Delgado erzählt hat, kommen sie zu einem Palast aus grünem Glas, der die I-70 überspannt und starke Ähnlichkeit mit dem hat, den Dorothy Gale in Der Zauberer von Oz suchte. Im Thronsaal dieses prächtigen Schlosses begegnen sie aber nicht Oz dem Großen und Schrecklichen, sondern dem Ticktackmann, dem letzten Flüchtling aus der großen Stadt Lud. Als der Ticktackmann tot ist, zeigt sich der wahre Zauberer: Rolands uralte Nemesis Marten Broadcloak, der in manchen Welten als Randall Flagg, in anderen als Richard Fannin und in wieder anderen als John Farson (der Gute Mann) bekannt ist. Roland und seinen Freunden gelingt es nicht, dieses Gespenst zu töten, das sie ein letztes Mal davor warnt, ihre Suche nach dem Turm fortzusetzen (»Schlägt nur auf mich zurück, Roland, alter Junge«, erklärt es dem Revolvermann), aber sie können es verbannen.
Nach einem abschließenden Trip ins Zaubererglas und einer letzten grausigen Enthüllung – dass Roland von Gilead seine eigene Mutter erschossen hat, weil er sie irrtümlich für die Hexe Rhea hielt – befinden die Wanderer sich wieder in Mittwelt und wieder auf dem Pfad des Balkens. Sie nehmen ihre Suche erneut auf, und hier begegnen wir ihnen auf den ersten Seiten von Wolfsmond.
Dieser Überblick ist keineswegs eine Zusammenfassung der ersten vier Bände des Turm-Zyklus; wenn Sie diese Bücher nicht gelesen haben, bevor Sie den vorliegenden beginnen, rate ich Ihnen dringend, es zu tun oder diesen erst einmal hier beiseite zu legen. Diese Bücher sind nur Teile einer einzigen langen Geschichte, und Sie täten besser daran, sie von Anfang an zu lesen, statt in der Mitte anzufangen.

»Wir sind Reisende in Blei.«
STEVE MCQUEEN
in Die Glorreichen Sieben
»Erst kommt Lächeln, dann kommen Lügen. Zuletzt Schüsse.«
ROLAND DESCHAIN VON GILEAD

The blood that flowing through you flows through me
When I look in any mirror it’s your face that I see
Lean on me
I’ll be strong
We’re almost free
It won’t be long
Wandering boy
RODNEY CROWELL
»Wandering Boy«

WIDERSTAND

PROLOG
MINDER
1
Tian war mit drei Feldern gesegnet (obwohl nur wenige Farmer ein solches Wort verwendet hätten): mit dem Flussfeld, auf dem seine Familie seit undenklichen Zeiten Reis anbaute; dem Straßenfeld, auf dem die Ka-Jaffords seit ebenso vielen Jahren und Generationen Scharfwurzel, Kürbis und Mais angebaut hatten; und dem Scheißfeld, einem undankbaren Stück Land, das hauptsächlich Felsbrocken, Blasen und enttäuschte Hoffnungen hervorbrachte. Tian war nicht der erste Jaffords, der es sich in den Kopf gesetzt hatte, etwas aus den zwanzig Morgen Land hinter der Heimstatt zu machen; sein Gran-Pere, sonst in fast jeder Beziehung ganz normal, war der Überzeugung gewesen, dort gebe es Gold. Tians Ma war ebenso überzeugt gewesen, dort lasse sich Porin, ein sehr wertvolles Gewürz anbauen. Tian selbst hegte eine spezielle Verrücktheit hinsichtlich Madrigal. Natürlich konnte man auf dem Scheißfeld Madrigal anbauen. Es musste dort wachsen. Er hatte sich tausend Samen beschafft (und einen schönen Batzen Geld dafür ausgegeben), die jetzt unter den Dielenbrettern seines Schlafzimmers versteckt waren. Bevor er im kommenden Jahr mit der Aussaat beginnen konnte, musste er das Scheißfeld nur noch umpflügen. Aber das war leichter gesagt als getan.
Der Jaffords-Clan war mit Vieh gesegnet, zu dem drei Maultiere gehörten, aber ein Mann, der versucht hätte, das Scheißfeld mit einem Maultier umzupflügen, wäre verrückt gewesen; das Tier, welches das Unglück hatte, dazu hergenommen zu werden, würde wahrscheinlich schon am Mittag des ersten Tages mit gebrochenem Bein oder totgestochen daliegen. Einer von Tians Onkeln hatte vor einigen Jahren beinahe letzteres Schicksal erlitten. Er war, aus voller Lunge kreischend und von riesigen Mutie-Wespen mit nagelgroßen Stacheln verfolgt, auf die Heimstatt zurückgerannt gekommen.
Sie hatten das Nest gefunden (nun, Andy hatte es gefunden; Andy störten Wespen nicht, wie groß sie auch sein mochten) und mit Petroleum verbrannt, aber es konnte weitere geben. Und es gab Löcher. Schitt auch, die gab es in Massen, und Löcher konnte man nicht verbrennen, oder? Nein. Das Scheißfeld befand sich auf etwas, was die Alten »lockeren Grund« nannten. Deshalb wies es fast so viele Löcher auf wie Felsbrocken, ganz zu schweigen von mindestens einer Höhle, aus der manchmal ein übel riechender Pestilenzhauch wehte. Wer wusste, was für Gnomen und Erdgeister in ihren dunklen Tiefen lauern mochten?
Und die schlimmsten Löcher lagen nicht im Freien, wo ein Mann (oder Maultier) sie sehen konnte. Überhaupt nicht, mein Herr, vergesst es. Diese Beinbrecher waren stets in scheinbar harmlosen Unkrautklumpen und hohem Gras versteckt. Euer Maultier würde hineintreten, dann wäre ein scharfes Knacken zu hören, als zersplittere ein Zweig, und dann läge das verdammte Ding vor einem auf dem Boden, fletschte die Zähne, verdrehte die Augen und schrie all seinen Schmerz gen Himmel. Das heißt, bis man es von seinen Qualen erlöste, und Vieh war in Calla Bryn Sturgis wertvoll, auch Vieh, das nicht gerade bester Erblinie war.
Deshalb pflügte Tian mit seiner Schwester im Geschirr. Kein Grund, das nicht zu tun. Tia war minder, daher zu fast nichts anderem zu gebrauchen. Sie war ein großes Mädchen – die Minderen entwickelten sich oft zu unglaublicher Größe –, und sie war willig, der Jesusmensch liebe sie. Der Alte Kerl hatte ihr einen Jesusbaum geschnitzt, den er ein Crusie-fix nannte, und sie trug ihn überall. Jetzt baumelte er hin und her und schlug an ihre schweißnasse Haut, während sie den Pflug zog. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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