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Der Dunkle Turm, Band 6: Susannah
 
 
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Der Dunkle Turm, Band 6: Susannah [Taschenbuch]

Stephen King , Wulf Bergner
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (92 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Leserschaft wie Literaturkritik sind es gewohnt, Stephen King als reinen Unterhaltungsschriftsteller zu betrachten, dem gelegentlich auch etwas ambitioniertere Werke gelingen. Mit dem sechsten Band seiner Serie Der dunkle Turm sollten derartige Zweifel am Niveau des erfolgreichsten Horrorautors aller Zeiten endgültig ausgeräumt sein: Susannah ist ein ausgesprochen vielschichtiger Roman, der hinsichtlich Charakterzeichnung -- Kings eigentliche Stärke -- und stilistischer Bandbreite innerhalb des Genres seinesgleichen sucht.

Im Zentrum der Handlung steht eine in mehrfachem Sinne multiple Persönlichkeit: Susannah, in der die beiden Frauen Odetta Holmes und Detta Walker zu einer Einheit verschmolzen sind und die gleichzeitig von der Dämonin Mia besessen ist. Mit dieser äußerst eindrucksvollen Wesenheit wird die New Yorker Buchhalterin Trudy Damascus konfrontiert, als sie am 1. Juni 1999 um genau 13:19 Uhr die Second Avenue entlangschreitet. Susannah materialisiert aus dem Nichts und überredet die eingeschüchterte Trudy, ihr ihre Schuhe zu überlassen. Mit diesem Erlebnis muss Trudy erst einmal fertig werden, zumal ihr natürlich niemand glaubt, wenn sie davon erzählen möchte.

Ein weiterer Höhepunkt der Geschichte ist, bei aller angebrachten Skepsis, die Rolle, die Stephen King selbst innerhalb des Buches spielt. Ohne sich in postmodernen Metafiktionen zu verlieren, lässt der Autor sein jüngeres Ich auftauchen und nimmt das zum Anlass für eine Reihe kluger Dialoge über das Verhältnis von Literatur und Wirklichkeit. Im weiteren Verlauf der Handlung spielt die Figur King eine nicht unwesentliche Rolle, während der Leser hilflos mit anschauen muss, wie das Multiversum des dunklen Turms dem Untergang anheim zu fallen droht.

Mit Susannah sprengt Stephen Kind zweifellos den Rahmen dessen, was angesichts der ersten fünf Bände dieser Serie von ihm erwartet wurde. Ein abschließendes Urteil über den dunklen Turm wird sich erst nach Lektüre des siebten und letzten Bandes fällen lassen. Aber vorerst ist die Behauptung erlaubt, dass es sich hierbei um eines der wenigen Meisterwerke der Fantastik überhaupt handelt. --Felix Darwin -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Dieser Zyklus wird den ›Herrn der Ring‹ noch übertreffen.« (Kirkus Review )

Kurzbeschreibung

Mit Band VI des Zyklus um den Dunklen Turm nähert sich Stephen King dem großen Finale. Als ein Balken des Turms einstürzt und in Mittwelt ein Erdbeben auslöst, müssen Roland und Eddie erkennen, dass ihnen die Zeit wegläuft. In ihrer Verzweiflung beschließen sie, ihren Schöpfer aufzusuchen, während Susannah in New York Rolands Sohn zur Welt bringt. Der Kreis beginnt sich zu schließen.


Klappentext

»Der Dunkle Turm ist das wichtigste Werk meines Lebens.«
Stephen King

»Dieser Zyklus wird den »Herrn der Ring« noch übertreffen.«
Kirkus Review

Über den Autor

Stephen King, 1947 in Portland, Maine, geboren, ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller. Schon als Student veröffentlichte er Kurzgeschichten, sein erster Romanerfolg, "Carrie", erlaubte ihm, sich nur noch dem Schreiben zu widmen. Seitdem hat er weltweit 400 Millionen Bücher in mehr als 40 Sprachen verkauft. Im November 2003 erhielt er den Sonderpreis der National Book Foundation für sein Lebenswerk.

Auszug aus Susannah. Der dunkle Turm von Stephen King, Wulf Bergner. Copyright © 2004. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

»Wie lange wird der Zauber anhalten?«
Zunächst beantwortete niemand Rolands Frage, daher wiederholte er sie, diesmal mit einem Blick quer durchs Wohnzimmer des Pfarrhauses, in dem Henchick von den Manni neben Cantab saß, der eine von Henchicks zahlreichen Enkeltöchtern geheiratet hatte. Die beiden Männer hielten sich an den Händen, wie es bei den Manni Brauch war. Der Alte hatte an diesem Tag eine Tochter verloren, aber falls er um sie trauerte, zeigte sich dieses Gefühl nicht auf dem starren, beherrschten Gesicht. Neben Roland saß schweigsam und erschreckend blass Eddie Dean, der aber niemands Hand hielt. Schräg vor ihm hockte Jake Chambers im Schneidersitz auf dem Boden. Er hatte sich Oy auf den Schoß gesetzt, etwas, das Roland noch nie gesehen hatte und wovon er nicht geglaubt hätte, dass der Billy-Bumbler es sich überhaupt je gefallen lassen würde. Eddie und Jake waren beide mit Blut bespritzt. Das auf Jakes Hemd stammte von seinem Freund Benny Slightman. Das auf Eddies kam von Margaret Eisenhart, einst Margaret vom Clan Redpath, der verlorenen Enkeltochter des alten Patriarchen. Eddie und Jake sahen beide so müde aus, wie Roland sich selbst auch fühlte, aber er war sich ziemlich sicher, dass es heute Nacht keinen Schlaf für sie geben würde. Von fern her, aus der Stadt, drang der Lärm von Feuerwerk und Gesang und ausgelassener Feier an ihr Ohr. Hier wurde nicht gefeiert. Benny und Margaret waren tot, und Susannah war fort.
»Henchick, sag's mir, ich bitte dich: Wie lange wird der Zauber anhalten?«
Der Alte strich sich geistesabwesend den Bart. »Revolvermann... Roland ... Das kann ich nicht sagen. Die Magie der Tür in dieser Höhle übersteigt meine Kraft. Wie du wissen müsstest.« »Sag mir, was du denkst. Nach allem, was du weißt.« Eddie hob die Hände. Sie waren schmutzig, er hatte Blut unter den Nägeln, und sie zitterten. »Sagt's uns, Henchick«, bat er in einem demütigen, verstörten Ton, den Roland noch nie von ihm gehört hatte. »Sagt's uns, ich bitte Euch.«
Rosalita, Pere Callahans Mädchen für alles, kam mit einem Tablett herein, auf dem Tassen und eine dampfende Kaffeekanne standen. Zumindest sie hatte Zeit gefunden, ihre Bluse und die blutbespritzten, staubigen Jeans gegen ein Hauskleid zu vertauschen, wenngleich ihre Augen noch immer den Schrecken des Erlebten verrieten. Sie spähten aus ihrem Gesicht wie ängstliche kleine Tiere aus ihrem Bau. Jetzt goss sie Kaffee ein und reichte die Tassen wortlos herum. Sie hatte allerdings noch nicht alles Blut abgewaschen, das sah Roland, als er sich eine der Tassen nahm. Auf ihrem rechten Handrücken war ein Streifen zurückgeblieben. Margarets Blut oder Bennys? Er wusste es nicht. Aber es war ihm auch ziemlich egal. Die Wölfe waren fürs Erste zurückgeschlagen. Sie mochten nach Calla Bryn Sturgis zurückkehren oder auch nicht. Dafür war das Ka zuständig. Sie dagegen waren für Susannah Dean zuständig, die nach dem Kampf verschwunden war und die Schwarze Dreizehn mitgenommen hatte.
»Ihr fragt nach Kaven?«, sagte Henchick.
»Aye, Vater«, sagte Roland. »Nach der Beharrlichkeit der Magie.« Father Callahan nahm seine Tasse Kaffee mit einem Nicken und einem geistesabwesenden Lächeln, aber ohne ein Wort des Dankes entgegen. Seit ihrer Rückkehr aus der Höhle hatte er nur wenig gesprochen. Auf seinem Schoß lag ein Buch mit dem Titel Brennen muss Salem, das von einem ihm unbekannten Autor stammte. Es gab vor, ein Roman zu sein, aber er, Donald Callahan, kam darin vor. Er hatte in der Kleinstadt gelebt, die darin beschrieben wurde, war an den Ereignissen beteiligt gewesen, von denen das Buch erzählte. Er hatte auf der Rückseite und der hinteren Umschlagklappe ein Foto des Verfassers gesucht, weil er sich merkwürdig sicher gewesen war, dass ihm eine Version des eigenen Gesichts entgegenblicken würde (höchstwahrscheinlich so, wie er 1975 ausgesehen hatte, als jene Dinge sich ereignet hatten), aber er hatte kein solches Foto, sondern nur eine Notiz über den Autor gefunden, die aber nicht viel aussagte. Er lebte im Bundesstaat Maine. Er war verheiratet. Er hatte zuvor ein erstes Buch geschrieben, das recht gut besprochen worden war, wenn man den Zitaten glauben wollte.
»Je stärker der Zauber, desto beharrlicher ist er«, sagte Cantab und sah dann fragend zu Henchick hinüber. »Aye«, sagte Henchick. »Magie und Glammer, die sind eins, und sie entfalten sich aus der Vorzeit.« Er machte eine Pause. »Aus der Vergangenheit, musst du wissen.«
»Diese Tür hat sich zu vielen Orten und vielen Zeiten der Welt geöffnet, aus der meine Freunde stammen«, sagte Roland. »Ich möchte sie erneut öffnen - aber nur zu den beiden zuletzt besuchten Orten. Zu den beiden jüngsten Ereignissen. Ist das möglich?« Alle warteten, während Henchick und Cantab darüber nachdachten. Die Manni waren große Reisende. Wenn jemand sich damit auskannte, wenn jemand es schaffte, was Roland wollte - was sie alle wollten -, würden es diese Leute sein. Cantab beugte sich ehrerbietig zu dem Alten, dem Dinh der Calla Redpath, hinüber. Er flüsterte etwas. Henchick hörte mit ausdrucksloser Miene zu, dann drehte er Cantabs Kopf mit einer seiner knorrigen alten Hände zur Seite und flüsterte eine Antwort. Eddie bewegte sich, und Roland spürte, dass sein Gefährte kurz vor einem Ausbruch stand und möglicherweise gleich zu schreien anfangen würde. Er legte ihm eine zur Zurückhaltung mahnende Hand auf die Schulter, und Eddie ließ sich zurücksinken. Wenigstens vorläufig.
Das im Flüsterton geführte Gespräch dauerte ungefähr fünf Minuten, während alle anderen warteten. Roland ertrug den aus der Ferne herüberdringenden Festlärm schlecht; Gott mochte wissen, wie Eddie dabei zumute war. Schließlich tätschelte Henchick die Wange Cantabs und wandte sich dann an Roland.
»Wir glauben, dass sich das machen lässt«, sagte er. »Gott sei Dank«, murmelte Eddie. Und dann sagte er lauter: »Gott sei Dank! Am besten gehen wir gleich dort rauf. Wir können uns an der Oststraße treffen ...«
Die beiden Bärtigen schüttelten den Kopf: Henchick mit einer Art strenger Besorgnis, Cantab mit einem Blick, aus dem fast Entsetzen sprach.
»Wir werden keinesfalls im Dunkeln zur Höhle der Stimmen hinaufgehen«, sagte Henchick.
»Wir müssen aber!«, brach es aus Eddie hervor. »Ihr versteht wohl nicht! Hier geht's nicht nur darum, wie lange der Zauber anhält oder nicht, sondern darum, wie die Zeit auf der anderen Seite abläuft! Dort drüben läuft sie nämlich schneller ab, und wenn sie weg ist, ist sie weg! Jesus, Susannah könnte das Baby genau in diesem Moment bekommen, und wenn es eine Art Kannibale ist ...«
»Hört mich an, junger Freund«, sagte Henchick, »hört mich sehr wohl an, ich bitte Euch. Der Tag ist beinahe vorüber.« Das stimmte. Roland hatte noch nie einen Tag erlebt, der ihm so schnell durch die Finger geronnen war. In der Frühe, nicht lange
nach Tagesanbruch, war es zum Kampf mit den Wölfen gekommen, anschließend hatte es auf der Straße eine improvisierte Siegesfeier gegeben, in die sich Trauer über die Verluste gemischt hatte (die letztlich doch erstaunlich gering gewesen waren). Danach waren die Erkenntnis, dass Susannah verschwunden war, ihr gemeinsamer Aufstieg zur Höhle und ihre dortigen Entdeckungen gekommen. Bis sie das Schlachtfeld an der Oststraße wieder erreicht hatten, war es Spätnachmittag gewesen. Die meisten Stadtbewohner waren fort und hatten ihre geretteten Kinder im Triumph heimgetragen. Henchick hatte der Bitte um ein Palaver bereitwillig zugestimmt, aber bis sie ins Pfarrhaus zurückgekommen waren, hatte die Sonne schon ziemlich tief über dem Horizont gestanden. Wir werden also doch unsere Nachtruhe bekommen, sagte Roland sich, wenngleich ratlos, ob er darüber froh oder enttäuscht sein sollte. Er hatte Schlaf bitter nötig, so viel wusste er. »Ich höre und verstehe«, sagte Eddie, aber Roland, dessen Hand weiter auf Eddies Schulter lag, konnte spüren, wie der jüngere Mann zitterte.
»Selbst wenn wir zu gehen bereit wären, könnten wir nicht genügend von den anderen dazu überreden, uns zu begleiten«, sagte Henchick.
»Ihr seid ihr Dinh ...«
»Aye, so sagt Ihr, und das bin ich wohl, auch wenn dies nicht unser Wort ist, müsst Ihr wissen. Sie würden mir in den meisten Dingen folgen, und ihnen ist bewusst, was wir eurem Ka-Tet nach diesem Tagewerk verdanken, und sie würden euch ihre Dankbarkeit auf jede nur mögliche Art erweisen. Aber sie würden nicht im Dunkeln den Pfad hinaufsteigen und diesen Ort betreten, an dem es spukt.« Henchick schüttelte langsam und mit großer Bestimmtheit den Kopf. »Nein, das täten sie nicht. Hört mir zu, junger Mann. Cantab und ich können wieder im Redpath Kra-Ten sein, bevor es ganz dunkel ist. Dort rufen wir unser Mannsvolk in die Tempa, die der Versammlungshalle des vergesslichen Volks entspricht.« Er sah kurz zu Callahan hinüber. »Erflehe Eure Verzeihung, Pere, wenn dieser Ausdruck Euch kränkt.«
Callahan nickte geistesabwesend, ohne von dem Buch aufzusehen, das er immer wieder zwischen den Händen hin und her drehte. Es trug keinen Schutzumschlag aus Klarsichtfolie, wie es bei wertvollen Erstausgaben oft der Fall war. Auf dem Vorsatzpapier war dünn mit Bleistift der Preis eingetragen: $950. Der zweite Roman irgendeines jungen Mannes. Er fragte sich, was ihn so wertvoll machte. Sollten sie dem Eigentümer dieses Buchs, ein Mann namens Calvin Tower, über den Weg laufen, würde er ihn sofort danach fragen. Und damit würde sein Verhör erst beginnen. »Wir erklären ihnen, was ihr wünscht, und bitten um Meldungen von Freiwilligen. Von den achtundsechzig Männern im Redpath Kra-Ten sind bis auf vier oder fünf bestimmt alle bereit, euch mit versammelter Kraft zu helfen. Auf diese Weise entsteht ein starkes Khef. So heißt es bei euch doch? Khef? Das Teilen?«
»Ja«, sagte Roland. »Das Teilen von Wasser, so sagen wir.«
»So viele Männer passen unmöglich in die Öffnung dieser Höhle«, wandte Jake ein. »Nicht einmal, wenn die eine Hälfte auf den Schultern der anderen sitzt.«
»Keine Sorge«, sagte Henchick. »Wir schicken nur die Stärksten hinein - die so genannten Sender. Die anderen können sich Hand in Hand und Senkblei an Senkblei auf dem Weg aufreihen. Sie werden dort oben sein, noch bevor die Morgensonne unsere Dächer bescheint. Darauf setze ich Uhr und Urkunde.«
»Wir brauchen die Nacht ohnehin, um unsere Magneten und Senkbleie zusammenzusuchen«, sagte Cantab. Er sah Eddie entschuldigend und etwas ängstlich an. Der junge Mann ihm gegenüber litt entsetzlich, das war ihm klar. Und er war ein Revolvermann. Ein Revolvermann konnte um sich schlagen, und wenn er's tat, geschah es nie blindlings. »Dann ist es vielleicht zu spät«, sagte Eddie leise. Er blickte Roland aus seinen haselnussbraunen Augen an. »Morgen kann zu spät sein, auch wenn der Zauber bis dahin nicht geschwunden ist.« Roland öffnete den Mund, aber Eddie hob warnend einen Finger. »Sag jetzt nicht Ka, Roland. Wenn du noch einmal Ka sagst, explodiert mir der Kopf, das schwöre ich dir.« Roland schloss den Mund. Eddie wandte sich wieder an die beiden bärtigen Männer, die in ihre dunklen, quäkerhaften Umhänge gekleidet waren. »Und ihr könnt nicht dafür garantieren, dass der Zauber anhält, oder? Was uns heute Nacht noch offen steht, kann uns morgen auf ewig verschlossen sein. So fest verschlossen, dass alle Magneten und Senkbleie der Manni nicht ausreichen würden, um es wieder zu öffnen.«
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