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Der Dunkle Turm, Band 1: Schwarz
 
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Der Dunkle Turm, Band 1: Schwarz [Taschenbuch]

Stephen King , Joachim Körber
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (126 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Im ersten Band von Stephen Kings epischer Fantasyserie durchstreift Roland, der letzte Revolvermann, auf der Suche nach dem mysteriösen Dunklen Turm eine sterbende Welt. Der Auftakt zur großen Saga jetzt in einer von Stephen King komplett überarbeiteten Fassung mit neuem Vorwort und neuer Einführung.

Der Verlag über das Buch

''Der Dunkle Turm ist das wichtigste Werk meines Lebens.'' Stephen King

Über den Autor

Stephen King, 1947 in Portland, Maine, geboren, ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller. Schon als Student veröffentlichte er Kurzgeschichten, sein erster Romanerfolg, "Carrie", erlaubte ihm, sich nur noch dem Schreiben zu widmen. Seitdem hat er weltweit 400 Millionen Bücher in mehr als 40 Sprachen verkauft. Im November 2003 erhielt er den Sonderpreis der National Book Foundation für sein Lebenswerk.

Auszug aus Schwarz von Stephen King, Joachim Körber. Copyright © 2003. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Der Revolvermann

1

Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste, und der Revolvermann folgte ihm.

Die Wüste war der Inbegriff aller Wüsten; sie war riesig und schien sich Ewigkeiten in alle Richtungen bis zum Himmel zu erstrecken. Weiß, grell, ohne Wasser, konturlos, abgesehen vom schwachen, dunstigen Schimmer der Berge, welche sich am Horizont abzeichneten, und dem Teufelsgras, das süße Träume, Albträume, Tod brachte. Gelegentlich wies ein Grabsteinzeichen den Weg; einstmals war der verwehte Pfad, der sich seinen Weg durch die dicken Salzkrusten bahnte, nämlich eine Landstraße gewesen, auf der Stellwagen und Buckas gefahren waren. Seither hatte die Welt sich weiterbewegt. Die Welt war leer geworden.

Den Revolvermann hatte ein vorübergehendes Schwindelgefühl heimgesucht, eine jener zehrenden Empfindungen, bei denen die ganze Welt flüchtig zu werden schien, so als ob man durch etwas hindurchblickte. Das Gefühl verflog, und ähnlich wie die Welt, auf deren Decke er wandelte, zog auch er weiter seiner Wege. Er legte Meile um Meile stur hinter sich, weder eilte er, noch trödelte er. Ein Wasserschlauch aus Tierhaut hing ihm wie eine pralle Wurst um die Leibesmitte. Der Schlauch war fast voll. Der Revolvermann hatte jetzt schon seit vielen Jahren das Khef durchlaufen und mittlerweile wahrscheinlich die fünfte Stufe erreicht. Wäre er ein heiliger Mann der Manni gewesen, wäre er jetzt nicht durstig gewesen; er hätte mit nüchternem, unbeteiligtem Interesse verfolgen können, wie sein Körper austrocknete, und er hätte seinen Klüften und dunklen inneren Höhlungen nur dann Wasser zuführen müssen, wenn die Logik ihm sagte, dass es unabdingbar nötig war. Er war jedoch kein Manni, noch war er ein jünger des Jesusmenschen oder fühlte sich sonst wie heilig. Mit anderen Worten, er war bloß ein einfacher Pilger, und alles, was er mit Bestimmtheit sagen konnte, war, dass er deshalb durstig war. Dennoch verspürte er keinen ausgeprägten Drang, etwas trinken zu müssen. Irgendwie freute ihn das. Genau so sollte es sich in einem Land wie diesem verhalten, diesem dürstenden Land. Wenn es da etwas in seinem langen Leben gab, dann war es seine Anpassungsfähigkeit.

Unter dem Wasserschlauch befanden sich seine Revolver, die seinen Händen makellos angepasst waren; beide waren zum Austarieren mit Metallplättchen versehen worden, nachdem sie von seinem Vater, der leichter und auch nicht so groß gewesen war, auf ihn gekommen waren. Die beiden Revolvergurte überkreuzten sich oberhalb seiner Lenden. Die Holster waren so gut eingeölt, dass nicht einmal die gegenwärtige philisterhafte Sonne sie rissig machen konnte. Die Griffe der Revolver waren aus gelblichem, fein gemasertem Sandelholz. Die Holster waren mit Wildlederschnüren locker an den Schenkeln festgebunden und schwangen bei jedem Schritt ein bisschen mit. Sie hatten die blaue Farbe seiner Jeans zu einem Paar Halbkreise abgerieben, die fast einem Lächeln ähnelten (und dabei auch den Stoff etwas abgewetzt). Die in den Gürtelschlaufen steckenden Messinghülsen der Patronen funkelten und blitzten und heliografierten in der Sonne. Die Schlaufen wiesen inzwischen Lücken auf. Das Leder gab leise, knirschende Geräusche von sich.

Das Hemd, farblos wie Regen oder Staub, war am Hals offen, eine Wildlederkordel baumelte lose in den handgestoßenen Löchern. Den Hut hatte er verloren. Auch das Horn, das er einst besaß, war fort, seit Jahren schon; das Horn, das einmal einem Freund beim Sterben aus der Hand geschleudert wurde. Beide vermisste er nun.

Er erklomm eine sanft ansteigende Düne (wenngleich es hier keinen Sand gab; die Wüste war verkrustet, und selbst die rauen Winde, die mit Einbruch der Dunkelheit aufkamen, wirbelten lediglich einen unangenehm beißenden, schmirgelnden Staub auf), und kurz darauf sah er die ausgetretenen Reste eines kleinen Lagerfeuers im Windschatten, auf der Seite, die die Sonne zuerst verließ. Winzige Zeichen wie dieses, welches wieder einmal bestätigte, dass der Mann in Schwarz durchaus menschlich war, erfreuten ihn stets. Die Lippen dehnten sich in den gegerbten, schuppenden Überresten seines Gesichts. Das grausige Grinsen war schmerzhaft. Er kauerte sich nieder.

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