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Als eines Tages sein Sohn Jakob, gemeinsam mit 300 weiteren Menschen, Opfer einer vergifteten Kaffeemischung wird und im Krankenhaus landet, deuten einige Hinweise auf Brioni als Täter hin.
Alle Opfer hatten Kaffee des Herstellers „Drachus-Kaffee“ konsumiert. Diese behaupten, dass es keine Anzeichen für eine Erpressung gibt. Es dauert nicht lange, bis das Fernsehen an Hans Brioni herantritt. Eine junge Journalistin namens Agathe, die sich gegenüber einer Konkurrentin behaupten muss, klebt ihm plötzlich an den Fersen.
Gemeinsam mit Agathe, findet Brioni schnell Indizien für eine groß angelegte Verschwörung. Auf der Flucht vor der Polizei fahren die beiden quer durchs Land und sogar bis nach Wien, um mehr über das Geschehen herauszufinden. Dabei stoßen sie auf den „Verein zur Verlangsamung der Zeit“ und weitere Merkwürdigkeiten. Werden sie Brionis Unschuld beweisen können?
Gerhard J. Rekel führt den Leser mit diesem Buch an die historischen und vor allem sinnlichen Aspekte von Kaffee heran. Plötzlich meint der Leser, die feinen Unterschiede verschiedener Kaffeesorten besser wahrzunehmen. Sind es „nur“ bittere Robusta-Bohnen, oder ist es vielleicht doch aromatischer Hochlandkaffee mit annähernd sechshundert Geschmacksstoffen?
"Der Duft des Kaffees – Die Geschichte einer Verschwörung“ ist ein in sich schlüssiges und erfrischend geschriebenes Buch. Rekel versteht es, seine Geschichte mit Spannung und Leidenschaft zu erzählen. Ein Buch für Freunde von Patrick Süßkind, dessen Schreibweise durchaus vergleichbar ist. Absolut lesenswert.
Kaffeeliebhaber werden nach diesem Buch neu genießen lernen.
Der Roman startet rasant und spitzt sich bald auf die Nachforschungen der jungen Journalistin Agathe - in anfangs widerwilliger Zusammenarbeit mit dem Kaffeekenner Hans Brioni, dessen Sohn ein Opfer der Vergiftungen ist - zu. Das Ganze liest sich flüssig und sehr überzeugend bis zum Schluss - ich hätte ausnahmsweise nichts dagegen gehabt, wenn das Buch ein wenig länger wäre. Beachtlich auch, wie es der Autor schafft, sich in das Gefühlsleben von Frauen hineinzudenken das auch sprachlich so gut zu transportieren.
Allerdings hatte ich gehofft, dass uns der Autor bezüglich der nahe liegenden Liebesgeschichte einen Strich durch die Rechnung machen würde - leider nein. Für mich blieb letztlich nicht nachvollziehbar, was die junge und hippe Agathe - die sich mit einem ziemlich uncoolen Namen durchs Leben schlagen muss - an dem doch sehr verschrobenen Hans Brioni, der beinahe ihr Vater sein könnte, findet. Übrigens: Wer glaubt, eine Liebesnacht ließe sich am besten mit Alkohol inszenieren, wird hier eines Besseren belehrt. Wenig glücklich gemacht hat mich, wie so oft, auch hier die Verwendung der alten Rechtschreibung.
Hoch erfreut war ich über die Tatsache, dass der Autor starkes Engagement für fair gehandelten Kaffee zeigt. Vielleicht bewegt dies noch mehr Menschen, auf billigen Kaffee (Tee, Orangen, Gewürze, Reis etc. etc.) zu verzichten, der deshalb so billig ist, weil ihn Menschen in der Dritten Welt unter sklavenähnlichen Bedingungen anbauen. Wer hier nicht langsam ein soziales Gewissen entwickelt, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen. Also: Ein sehr empfehlenswertes Buch, das nicht nur in mehrerer Hinsicht die Augen öffnet, sondern auch glänzend unterhält.
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