Ich musste dieses Buch zweimal lesen, bevor ich diese Rezension schreiben konnte, und auch jetzt sehe ich vieles nur noch verschwommen. Das ist aber nicht dem Autor anzulasten. Er schifft souverän durch die Materie, die 30 Jahre zwischen 1618 und 1648, die Deutschland prägten. Die Zahl der beteiligten Parteien, Ihrer Querbeziehungen, Interessen usw. ist so groß, dass es wahrscheinlich weit mehr als den Gesamtumfang des Buches einnehmen würde, sie erschöpfend darzustellen. Ganz zu schweigen vom ewigen Hin- und her der Kampfhandlungen, die Truppen ziehen durch ganz Deutschland, die Städte wechseln ständig ihre Herren, Bündnisse werden geschmiedet und zerfallen, usw.
Für jene, denen das alles konfus vorkommt, sage ich, dass ich letztlich zufrieden bin (4 Sterne), denn nun weiß ich, worum es ging, wer die Protagonisten waren, welches Ihre Motive und Rollen waren (Habsburger, Spanier, Schweden, Gustav Adolf, Wallenstein) und was der grobe Ablauf der Geschehnisse war. Ich weiß nicht, ob man mehr von einem so dünnen Büchlein erwarten kann.
Problemlos vorstellen kann ich mir jetzt auch, wieso dieser Krieg für seine Zeitgenossen und die nachfolgenden Generation ein absolutes Trauma gewesen sein muss (hier hätte der Autor vielleicht noch etwas tiefer einsteigen können, das menschliche Leid der Deutschen wird nur kurz gestreift).
Für den geschichtsinteressierten Leser, der über diesen Abschnitt deutscher Geschichte im Bilde sein will, die richtige Wahl.