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Der Dreißigjährige Krieg (insel taschenbuch)
 
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Der Dreißigjährige Krieg (insel taschenbuch) [Taschenbuch]

Ricarda Huch
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 1066 Seiten
  • Verlag: Insel Verlag; Auflage: 8 (29. Oktober 1974)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3458317228
  • ISBN-13: 978-3458317227
  • Größe und/oder Gewicht: 17,7 x 10,9 x 3,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 289.637 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Der Dreißigjährige Krieg stellt in der Geschichte der Deutschen eine Katastrophe ungeheuren Ausmaßes dar. Ricarda Huch, die "Geschichtsepikerin", wie Peter Wapnewski sie einmal nennt, entfaltet in ihrem Werk "Der Dreißigjährige Krieg" ein großangelegtes Mosaik dieser tragischen Epoche der deutschen Geschichte.Ricarda Huch, die 'Geschichtsepikerin', wie Peter Wapnewski sie einmal nennt, entfaltet in ihrem Werk 'Der Dreißigjährige Krieg' ein großangelegtes Mosaik dieseer tragischen Epoche der deutschen Geschichte.
'Ricarda Huchs Schilderung, die schlechthin alles umfaßt, was das Wesen dieses endlosen Krieges ausmacht, hat keinen Vorgänger gehabt und keinen Nacheiferer gefunden ... Wer dieses herrliche Buch zu lesen versteht, der liest es mit ergriffener Spannung und wird sich bewußt, daß er es mit einer der größten Leistungen der deutschen Literatur zu tun hat.' (Friedrich Sieburg)


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wuchtig, wichtig und klug 29. November 2007
Von weiser111
Aus welchem Grund sollte man sich über 1000 Seiten antun, die den schier unüberschaubaren 30jährigen Krieg, seine Vorgeschichte und die unentwirrbar ineinander verwobenen machtpolitischen und religiösen Hintergründe zum Thema haben, und das alles ganz ohne die allerkleinste rührende Liebesgeschichte im Hintergrund... noch nicht einmal historisierende Kochrezepte gibt's -- und auch keine verwegenen Spekulationen über spektakuläre Perversionen und Alkovenhistörchen. Das dürfte den einen oder anderen Leser abschrecken, und tatsächlich sollte man Ricarda Huchs "Dreißigjährigen Krieg" nicht aus falsch verstandenen Bildungsbürger-Ambitionen lesen. Andererseits braucht man aber auch kein unentwegter Hobby-Historiker sein; auch ist der Dreißigjährige Krieg als ganz besonderes Steckenpferd nicht nötig. Um diesen Roman genießen zu können, sind nämlich vor allem Neugier und Freude an außergewöhnlich präziser, stilsicherer Sprache unbedingte Voraussetzung .

Über 1000 Seiten über all die Intrigen, Eitelkeiten, über religiöse Verblendungen und eiskaltes realpolitisches Kalkül, die den 30jährigen Krieg tatsächlich 30 Jahre dauern ließen; über 1000 Seiten ein dichtes Geflecht aus Konstellationen und wechselseitigen Verpflichtungen quer durch die deutschen Kleinststaaten und die europäischen Großreiche samt ihren Potentaten und Feldherren mit ihren Intelligenzquotienten von 0 bis 100 und höher, dazu eines jeglichen persönliche Eitelkeit und überpersönliches Interesse... Über 1000 Seiten über geniale Denker und Wissenschaftler wie z.B. Johannes Kepler, der einerseits dem neuzeitlichen Weltbild den Weg ebnete und zugleich immer noch stark dem alten Weltbild verpflichtet war, das er maßgeblich überwinden half -- ganz zu schweigen von regierungsunfähigen Kaisern und Königen, die nicht allzu heftig herauszufordern ratsam war. Hie Alchemie und Astrologie, hie Mathematik und Astronomie; hie Ideologie, hie Beobachtung sine ira et studia... Noch war dieses Duell nicht entschieden.
Dazu fähige Generäle und unsägliche Herrscher über Leben und Tod ihrer Untertanen. Religiöse Hintergründe bis hin zu Wahn und Hexenjagd, denen aus allen Poren noch das Mittelalter trieft, unentwirrbar verflochten mit eiskaltem Kalkül und Machtstreben, das locker mit den einschlägig Berüchtigten des 20. Jahrhunderts mithält... Und dann noch das unsägliche Leid, das dieses Konglomerat eine ganze Generation in ganz Mitteleuropa dermaßen prägte, dass es noch Jahrhunderte später den "niederen Ständen" stets präsent war -- Stoff mehr als genug für spannende Literatur, möchte man meinen. Und spannend liest sich diese Geschichte des Dreißigjährigen Krieges auch, obwohl die einschlägig beliebten Sex&Crime-Zutaten leider (?) draußen bleiben müssen. Ricarda Huch spielt in einer anderen Klasse...

Ricarda Huchs "Dreißigjähriger Krieg" ist also kein historischer Roman der gängigen Sorte. Stilistisch stellt Huch das Gros der Konkurrenz der letzten hundert Jahre ohnehin in tiefsten Schatten; hier schreibt eine versierte Kennerin der Geschichte, die auch mit der Sprache zu fechten weiß. Dementsprechend fordert dieser Roman auch seine Leser: Huchs "Dreißigjähriger Krieg" will nicht häppchenweise während der morgendlichen Trambahnfahrt konsumiert werden, sondern fordert streng den konzentrierten Leser, der ihm eine ganze Reihe von Nachmittagen und Abenden zu opfern bereit sein muss. Schließlich ist die Materie kaum zu überschauen -- dass Huch hier tausendundeinen Faden auseinandergefieselt hat, dass sie bei aller Knappheit ihre Figuren plastisch hervortreten lässt, all das will gewürdigt werden. Umgekehrt muss man konzentriert bei der Sache bleiben, wenn man nicht den Überblick über die aberhundert Personen und Schauplätze verlieren will. Und ohne ein gerüttelt Maß Hintergrundwissen geht hier ohnehin nichts. -- Ich will hier nicht mit meiner ach so umfangreichen Bildung angeben; mir ist garantiert genauso vieles durch die Lappen gegangen wie vielen anderen auch. Ich will nur keine falschen Hoffnungen wecken -- und den Verlag anregen, der nächsten Auflage vielleicht wenigstens ein Personenregister mitzugeben...

Wer die angedeuteten Mühen auf sich nimmt, wird dafür reich belohnt, mit einem historischen Roman, der vor historischem Wissen schier platzt, der historische Personen in Fleisch und Blut schildert, und das alles in einer präzisen, eleganten Sprache, die so ganz nebenbei auch ohne jeden peinlichen Anachronismus das 17. Jahrhundert vor Augen erstehen lässt.
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42 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der Dreißigjährige Krieg - eine Ära widerstreitender politischer und religiöser Interessen; ein Konflikt, der mit fest umrissenen Zielen begann und als mordender Moloch nur noch zum Selbsterhalt tötete; die Blütezeit des Landsknechtswesens und die Ursache für die Einführung stehender Heere. Perfekter Hintergrund monumentaler Literatur also.
Ricarda Huchs Abhandlung umfaßt denn auch runde 1067 Seiten. Nach den ersten einhundert Seiten degenerierte mein Interesse zu lesender Pflichterfüllung - und seit Jahr und Tag ruht mein Lesezeichen einzementiert auf Seite 848. Ich kann und will nicht weiter. Warum?
Wer sich auf dieses Buch einläßt, sollte sich zuvor durch Tolkiens Gesamtwerk arbeiten und ein bekennender Liebhaber der klassischen Oper sein. Beide Voraussetzungen sind zwingend erforderlich.
Die Autorin konfrontiert den Leser vorwarnungslos mit einer unüberschaubaren Vielzahl von Akteuren, die nur im Ausnahmefall ein gestaltender Teil der handelsüblichen Geschichtsschreibung sind.
Es gibt keine durchgehende Handlung, keinen Roten Faden, keinen inneren oder äußeren Zusammenhang der theatralischen Akte. Vielmehr handelt es sich um eine stichpunktartige chronologische Aneinanderreihung von Szenen quer durch das Kriegsgebiet (das vor den Augen des Betrachters darniederliegt wie nasses Holz und einfach nicht entflammt), deren Aussagewert und erzählerischer Sinn sich dem Leser nicht immer eröffnen. Dafür sind sie ausführlich und oft genug unerträglich lang - brilliant recherchiert oder doch eher sprühende romantische Phantasie einer Autorin des viktorianischen Zeitalters?
Der Adel lustwandelt - für den Leser unnahbar und frei von Identifikationsmöglichkeiten - spröde durch die fürstliche Botanik, hie und da werden dräuend finstere Intrigen gesponnen, gelegentlich wird zweckdienlich geheiratet und hochwohl ein Kindlein geboren.
Daß eine weltgeschichtlich relevante bewaffnete Auseinandersetzung stattfindet, gerät nur selten - fast versehentlich, scheint`s - in den Vordergrund; der Krieg als solcher betrifft generell das gemeine Volk und findet folglich woanders statt. Schlachten von strategischem Nährwert, deren Abhandlungen sonst ganze Regale füllen, werden mit etwas Glück im Nebensatz einer ethisch belanglosen Grundsatzdiskussion erwähnt. Wie in der Oper eben: "Oh, Don Carlos, unsere Armada ward versenkt!"
Gelegentliche lichte Momente von Tragik und durchschimmerndem verquastem Standesdünkel seien unumwunden eingeräumt, doch die aufgebläht langen Zwischensequenzen, endlose Passagen frei von Dramatik, mitreißender Spannung, geschweige denn Pulverdampf machen dieses Buch zu einer einzigen höhepunktlosen Quälerei - hat man es erst einmal weggelegt, nimmt man es so schnell nicht wieder zur Hand.
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15 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Die als Roman gestaltete Geschichte des deutschen Krieges zeigt in wunderschöner Sprache wer hinter der Schlächterei steht und warum. Die Authorin bezieht Stellung gegen die Grausamkeit des Krieges, den Zynismus und die Gemeinheit derer, die ihn meinen nicht verantworten zu müssen. Ich habe nie ein besseres Buch über Geschichte gelesen (klarer zweiter Sieger ist Krieg und Frieden).
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