Ich habe das Buch mit anfänglicher Skepsis gelesen, jedoch hat mich der Lebensweg von Pater Don fasziniert. Ein Choleriker, ein Steh-auf-Männchen, ein Querdenker aber mit dem Herz am rechten Fleck. Nicht für sich sondern für andere läßt er sich nicht unterkriegen und Obrigkeitsdenken ist ihm fremd. Binnen zwei Tagen habe ich mit steigendem Interesse das Buch, die 500 Seiten gelesen.
Leider gibt es zu wenige Menschen, die einem rechtsverachtenden Minister das Auto unterm Sitz wegpfänden. Respekt! Lesenswert auch für Alle, die über die heute noch gültigen Realitäten in Rumänien bescheid wissen wollen. Don Demidoff, der charismatische, vom Leben gezeichnete und von vielen Behörden Rumäniens schikanierte Wohltäter der Kinder von Cincu, beschreibt in seinem Buch "Der Dornenpriester" einen Teil seiner Erfahrungen und den Aufbau seines Werkes zur Rettung der Strassenkinder. Er schreibt von vergessenen Strafgefangenen und den Schikanen der lokalen und nationalen Behörden, die seine Arbeit für die Schwachen und Armen behindern und sabotieren.
Viele der schier unglaublichen Geschichten zeugen von himmelschreienden Ungerechtigkeiten, die auch heute noch in einem Land des neuen Europas an der Tagesordnung sind. Auch wenn mittlerweile die Anhängerschaft des Paters der ökumenischen Kirche im Siebenbürgischen Iacobeni - zu deutsch Jakobsdorf - unweit von Sighisoara/Schäßburg, schon weit über die Landesgrenzen Rumäniens hinaus gewachsen ist, hören die staatlichen und durchaus auch kirchlichen oder privaten Anfeindungen nicht auf.
Wer das Buch " Der Dornenpriester" gelesen hat und auch nur etwas Basiswissen über die Realität in Rumänien mitbringt, wird verstehen lernen, was Pater Don Demidoff bewegt, und sein Lebenswerk unterstützen wollen. Unabhängig von den teilweise international organisierten Verleumdungen, sollte man sich vor Ort selbst überzeugen oder zumindest dieses Buch gelesen haben und sich dadurch eine eigene Meinung bilden.