Derzeit lese ich mit großem Vergnügen alles rund um viktorianische Morde und entdecke längst Vergessenes & Ungelesenes im heimischen Bücherregal wie Kate Summerscale
Der Verdacht des Mr Whicher: oder Der Mord von Road Hill House ...
Nun hab ich mit einer Verspätung nach Band 2 & 3 auch endlich die erste Geschichte um C. Auguste Dupin und seinen Ich-erzählenden Helfer gelesen. In diesem ersten Fall wird das Zusammentreffen der beiden ermittlenden Protagonisten erläutert und sie klären ihren ersten gemeinsamen Fall auf. In der Rue Morgue werden die Damen Espanayne, Tochter und Mutter gar grauslig ermordet- eine wird enthauptet, die andere kopfüber in einen engen Kamin gequetscht.
Die Polizei ist ratlos, weil sie sich auf das Ungewöhnliche der Tat konzentriert, wie Dupin schnell harausfindet. Denn: "Die Wahrheit liegt nicht in tiefen Tälern, wo wir sie suchen, sie liegt auf der Höhe der Berge wo wir sie finden." UND "Ein Beweis dafür, dass es nicht taugt, allzu tiefsinnig zu sein."
Hat der Tod der beiden sehr zurückgezogen lebenden Damen, etwas mit der hohen Geldsumme zu tun, die erst kurz vorher abgehoben wurde? Zeugen vernehmen kurz vor dem Tod der beiden lautes Geschrei in einer eigentümlichen Sprache, doch als sie herbeieilen ist niemand im Haus. Woher kommen die merkwürdigen Haartbüschel und der Fingerabdruck auf der Leiche? Alles Weitere selbst lesen und schlussfolgern ;) ...
Wie ich bereits zu Band 2 geschrieben habe, fasziniert mich Poes Methode der "Ratiocination" sich in den Verstand des Täters hineinzuversetzen. Zu beachten auch die analytisch-deduktive Vorgehensweise. Für alle Holmes Fans: lest unbedingt die Geschichten um Auguste Dupin, mit dem Poe sich als Vater des Detektivromans etablierte & der Vorbild für Conan Doyles Sherlock war. Gefallen hat mir auch wieder der direkte schnörkellose Schreibstil.
Fazit: Diesmal recht skurril und mit jeder Menge deduktiver Schlussfolgerungen hat Poe ein Paradestück der Gattung der Kurzgeschichte vorgelegt. Nicht ganz so viele Parenthesen machen diesmal (im Vergleich zum 2. Teil) das Leseerlebnis etwas einfacher und man hat es ruckzuck weggelesen.
Allerdings haben mir der 2. und 3. Teil besser gefallen- hier gibt es doch ein zwei Punkte die mit gelinde gesagt an den Haaren herbeigezogen erscheinen...