Der Titularrat Jakow Goljadkin lebt als fleißiger Mensch in der Stadt St. Petersburg, bis ihm eines Tages sein Doppelgänger, der gleichfalls Jakow Goljadkin heißt, begegnet. Der Held der Geschichte (auch Goljadkin der ältere genannt) wird ganz gleich wo er hingeht, von seinem Doppelgänger (genannt: Goldjadkin der jüngere) verfolgt. Der Jüngere nimmt ihm den Arbeitsplatz und Ruf weg, mokiert sich über den Älteren, als er von der schönen Klara Olsufjewna einen Korb bekommt. Immer mehr und mehr zerfällt die Identität des Helden des Romans, um die er immer wieder aufs Neue kämpfen und ringen muss...
"Der Doppelgänger" gehört zwar nicht zu den beliebtesten und besten Werken Dostojewskis, jedoch ist es ein sehr erklärendes Werk, das aufzeigt wie ein Mensch dem Wahnsinn verfallen kann, wenn er immer wieder sein Spiegelbild aus Fleisch und Blut vorgehalten bekommt, das ihm seine wirtschaftliche, soziale und finanzielle Existenz raubt. Dostojewski gehört neben Turgenjew und Tolstoi zu den großen Schriftstellern des Realismus, jedoch muss man als Leser diesen Stil schon mögen und akzeptieren, damit er einem nicht auf die Nerven geht wenn es in einem Satz heißt: "Ja mein lieber Freund, Sie wissen es doch, mein Freund, oder wissen Sie es nicht, liebster Freund?" Diese andauernde Widerholung der Wörter mag typisch für diesen Schriftsteller sein, doch es bleibt Geschmackssache. Ein sehr spannender Roman ist meiner Meinung nach "Der Doppelgänger" auch nicht und wenn man etwas Besseres von Dostojewski lesen möchte, sollte man eher zu "Weiße Nächte" oder "Aufzeichnungen aus dem Kellerloch" greifen.
Dieser Text wurde von einer 17-jährigen verfasst.