Viele Leser, alte und junge, meistens aber begeisterte, kennen diesen alten Chemienobelpreisträger aus Irene Disches Erfolgsroman "Großmama packt aus". Nun , 15 Jahre später, kehrt er zurück, obwohl ihn Irene Dische schon 1990 zum ersten Mal zu Wort kommen ließ, als diese kleine Erzählung zum ersten mal auf Deutsch erschien, damals aber wenig Beachtung erfuhr. Nun, nach ihrem Erfolgsbuch, wird sich das ändern.
In dieser knappen Erzählung, die insofern visionäre Elemente enthält, als 1990 Alzheimer als literarisches Thema noch längst nicht entdeckt war, dreht sich alles um ein entwurzeltes Jahrhundert und einen Menschen, der es trotz allem schaffte, seiner Familie eine Heimat, ein Zuhause zu geben, etwas, was nach seiner genauen Beobachtung seiner Umgebung nicht nur der Rezensent auch versucht.
Jetzt, kurz bevor seiner "Altersheimer"- Krankheit ihn ganz ins Vergessen schleudert, hält er noch einmal Rückschau. Rückschau auf sein Leben, seine Häuser, auf sein Jahrhundert. Und seine vielen Frauen.
All das wirkt auf den Leser sehr berührend, es transportiert eine Ton, der zu Herzen geht und zu Tränen rührt, ohne ein einziges Mal kitschig zu werden.
Eine wunderbare Erzählung einer bemerkenswerten Autorin.