Bei Äußerungen wie: „man muß allerdings die Kinder immer so erziehen, dass sie den Hund respektieren, möglicherweise ist die Erziehung der Kinder sogar wichtiger als die des Hundes (S. 13)" kommt zwar die Frage auf, ob die Übersetzer Dieter und Helga Fleig sich einen erheiternden Spaß erlaubt haben oder Jimmy Richardson vielleicht Single geblieben ist und überhaupt keine Kinder hat, aber dies soll dem informativen Nachschlagewerk im praktischen Taschenformat (er selbst nennt es Handbuch für die Praxis) nicht die gebührende Anerkennung rauben. Die 115 Seiten sind in zwei praktische Teile (Haltung und Zucht) sowie 8 Kapitel unterteilt, die durch 72 Fotos und Abbildungen sehr lebendig wirken. Dem Redakteur, der den Buchumschlag gestaltete, gebühren eine Nase á la Pinocchio und kurze krumme Dschingis-Khan Beine, da die angepriesenen 100 Farbfotos nachweislich im allerbesten Falle plus Umschlagsfotos lediglich nur 72 sind. Doch da ich kein neurotischer Erbsenzähler bin, gehe ich davon aus, dass das Buch über die stolz angegebenen 30.000 Worte verfügt.
Das Nachschlagewerk eignet sich hervorragend als Einführung oder für literarisches Fast Food für zwischendurch. Aufgrund des praktischen Formats und des entgegenkommenden Preises ist das Buch über den „Hundearistokraten" (Richardson ist definitiv als Dobermann-Fetischist einzu-stufen!), dass aufgrund der großen Nachfrage in vierter Auflage erschienen ist, empfehlenswert und erhält meiner Urteilskraft nach im Vergleich zu anderen Dobermann-Publikationen vier von fünf Sternen.