Wer Entspannung mit einem Krimi sucht, der liegt hier richtig: Keine brutale Leichenbeschreibung, kein pseudowissenschaftliches Aufarbeiten einer an den Haaren herbeigezogenen Täter-Opfer-Beziehung, dafür darf man über so manche Bemerkung herzhaft lachen. Und wer beim Ablauf des Geschehens den Überblick verliert, ist wahrlich selber schuld. Der Commissario verzichtet lieber auf den Kriminalpsychologen als auf die sizilianischen Spezialiäten, er lügt, wenn er es für nötig hält, nervt seine Mitmenschen und diese nerven ihn. Im Gegensatz zu seinem erhabenen venezianischen Kollegen hat Montalbano keine göttliche Gattin, die jeden leisesten Ansatz eines moralischen Fehltrittes im Keim erstickt. Das macht diese Figur sympathisch. Zwischen Pensionisten, Fischern, Geheimdiensten und Polizei sind weit und breit keine schnulzigen Helden in Sicht, nur Menschen, und trotzdem wird einem bis zur letzten Zeile nie langweilig. Ein köstlich einfacher Roman, einfach ein köstlicher Krimi.