"Der Auswahlband, der jetzt in der gelungenen Übersetzung von Anna Leube erstmals auf Deutsch erschienen ist, kann uns in unserer Zuneigung für diesen zartfühlenden Außenseiter und Dichter der Peripherie nur bestärken. (...) Mit dieser Kraft kann seine lyrische Stimme in dem Lärm jener Epoche so gelassen, so scheinbar unscheinbar, so ganz ohne Form- und Redneraufwand auskommen."
Gabriele Killert, Die Zeit, 12.08.1999
"Sabas spezifische Mischung von Erzählung, Argument und Poesie auf minimalem Raum, hat ihren eigenen Reiz und Schärfe. (...) Saba ist ein intelligenter Könner des Nebenbei, der auf keinen Fall auftrumpfen will; seine kleinen hinterlistigen Porträts (...) lesen sich betont aufregungslos." Hans-Peter Kunisch, Süddeutsche Zeitung, 13.08.1999
"Verstreut über sein ganzes Leben hat Saba immer wieder Erinnerungen, ganze Erzählungen, Erzählfragmente, Notizen, Aphorismen verfasst, die, wie Claudio Magris im Nachwort schreibt, ein 'Geflecht aus reifer Weisheit und kindlichem Staunen sind.'... Die hier versammelten kleinen Erzählungen und 'Abkürzungen' können, so Saba, 'Sehnsucht nach den langen, ebenen, geraden Landstraßen wecken'. Wir ergänzen: Sehnsucht danach, endlich einmal das Gesamtwerk von Umberto Saba so gut übersetzt und ediert zu sehen wie diese Geschichten vom Dichter, dem Hund und dem Huhn." Wilhelm Macke, Frankfurter Rundschau
"Auch in der Prosa bewahrt die Sprache Sabas jenen unmittelbaren und spontanen Zug, der seine Gedichte charakterisiert: Es ist dieselbe Mischung von Zartheit und Ironie, von Autobiographischem und Allgemeinmenschlichem wie in seinen einfachen, musikalischen, charmanten Versen. In seinen Skizzen und Anekdoten zeigt Saba den Mut (manchmal sogar die Frechheit), gegen alle Moden und jedes voreilige Urteil seine Unabhängigkeit zu bewahren. (...) Saba zählt heute unbestritten zu den originellsten Vertretern der italienischen Poesie des 20. Jahrhunderts." Gabriella Rovagnati, Rheinischer Merkur, 02.07.1999
"Sofort lässt dieser Band den Lyriker erkennen, der in bündigen Alltagsbildern die unverstellte Essenz des Lebens zeigen wollte. Seinem Grundsatz, die Dinge - ungeachtet ihrer Vulgarität oder Erhabenheit - beim Namen zu nennen, in ihr Herz zu dringen, um 'in den glühenden Mittelpunkt des Lebens' zu gelangen, ist Saba treu geblieben ... Gleichgültig, ob Saba sich an Begegnungen mit den Zeitgenossen d´Annunzio und Malaparte oder an seinen Antiquariatsgehilfen Carletto erinnert, ob er Anekdoten aus römischen und triestinischen Gasthäusern, von Kellnerinnen oder x-beliebigen armen Jungen als Symbol italienischer Volkstümlichkeit berichtet - hinreißend sind diese "Skizzen nach dem wahren Leben" allesamt." Thomas Medicus, Frankfurter Allgemeine Zeitung