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Der Diamant des Salomon: Roman
 
 
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Der Diamant des Salomon: Roman [Taschenbuch]

Noah Gordon , Thomas A. Merk
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung



Harry Hopeman lebt als Diamantenhändler und Gelehrter in New York. Als ihm das Angebot gemacht wird, sich einen verschollen geglaubten Diamanten anzusehen, fährt er nach Jerusalem. Auf seiner Reise wird er mit der aufregenden Geschichte seiner Familie konfrontiert. So wird die Suche nach dem Diamanten auch zur Suche nach sich selbst.



Über den Autor

Noah Gordon, 1926 in Worcester, Massachusetts, geboren, arbeitete lange Jahre als Journalist beim 'Boston Herald'. Mit 'Der Medicus' gelang ihm ein Weltbestseller, der auch in Deutschland viele Monate auf der Bestsellerliste stand. Seine nachfolgenden Romane wurden ebenso sensationelle Erfolge. Zuletzt erschien 'Der Katalane'. Noah Gordon hat drei erwachsene Kinder und lebt mit seiner Frau in Boston.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Immer wenn Baruch erwachte, erwartete er, verhaftet zu werden.
Die leere Schriftrolle bestand aus gutem Kupfer, das so lange gehämmert worden war, bis es so dünn und glatt wie ein Stück Leder war. Sie steckten sie in einen Sack und brachten sie, heimlich wie die Diebe, die sie ja eigentlich auch waren, zu ihrem Versteck am Band eines verlassenen Stoppelfelds. In Inneren der kleinen Höhle war es trotz des stahlblauen Himmels draußen, der durch den Eingang zu sehen war, dunkel, und so füllte Baruch die Lampe mit Öl, zündete sie an und stellte sie auf einen flachen Stein.
Drei der jüngeren Verschwörer hielten draußen Wache, indem sie mit einem Schlauch Wein Betrunkene spielten. Der alte Mann in der Höhle hörte sie kaum. Er spürte wieder den Schmerz in der Brust, und seine Hände zitterten, als er sich zwang, den Schlegel und die Ahle zu ergreifen.
Dies sind die Worte des Baruch, Sohn des Neriah ben Maasiah, Sproß der Priester aus Anatoth im Lande Benjamins, der im neunten Jahr der Regierung des Zedekiah, Sohn des Josias, König von Judäa, von Jeremias, dem Sohn des Hilkiahu Kohen den Befehl erhielt, den Schatz des Herrn zu verstecken.
Das war alles, was Baruch am ersten Tag in die Schriftrolle hämmerte. Diese Einleitung würde später, nachdem er das Dokument beendet hatte, wie ein Geständnis wirken und sein eigenes Todesurteil bedeuten, sollte die Schriftrolle vor dem Eintreffen der Invasoren entdeckt werden. Aber Baruch mußte einfach festhalten, daß sie keine gewöhnlichen Verbrecher waren.
Jeremias hatte Baruch gesagt, was der Herr von ihnen verlangte. Nur langsam war ihm klargeworden, daß sein Freund nichts anderes von ihm verlangte, als den Tempel zu bestehlen, diesen heiligen Ort zu entweihen. »Nebukadnezar ist gerade dabei, den Pharao Neeho zu besiegen, und wenn seine Horden Ägypten ausgeplündert haben, dann werden sie zu uns kommen. Der Tempel wird gebrandschatzt und seine Schätze fortgeschleppt oder vernichtet werden. Deshalb hat uns der Herr aufgetragen, die heiligen Gegenstände in Sicherheit zu bringen und zu verstecken, bis sie eines Tages wieder zu Seiner Anbetung verwendet werden können.«
»Dann sag es den Priestern.«
»Das habe ich. Aber wann hat das Haus von Bukki je auf die Pforte des Herrn gehört?«
Baruch war so schnell, wie es ihm sein krankes Bein erlaubte, von dannen gehumpelt.
Er würde bald sterben, aber das machte die Tage, die ihm noch blieben, nur um so wertvoller, und die Risiken, die er einging, erfüllten ihn mit Schrecken. Es gelang ihm, sie aus seinen Gedanken zu verbannen, aber als eines Tages die halbwilden Nomaden, die normalerweise die Stadt in einem weiten Bogen umgingen, an die Tore kamen und um Zuflucht baten, konnte er das nicht mehr. Innerhalb weniger Stunden füllten sich die nach Jerusalem führenden Straßen mit Menschen, die auf der Flucht vor der schrecklichsten Armee der Welt waren. Als Jeremias ihn schließlich fand, sah Baruch das Leuchten in den Augen des Sehers, das manche für den Wahnsinn und andere für die Erleuchtung des Herrn hielten. »Ich höre jetzt Seine Stimme. Immerzu.«
»Kannst du dich denn nicht vor ihr verstecken?«
»Ich habe es versucht. Aber die Stimme folgt mir überall hin.«
Baruch streckte die Hand aus und berührte den Bart des anderen Mannes, der ebenso weiß war wie sein eigener. Er spürte, wie es ihm das Herz brach. »Was will Er, daß ich tue?« fragte er.
Jeremias hatte noch andere zu Mitverschwörern gemacht. Sie waren zwei mal sieben und hatten deshalb vielleicht doppelt Glück, aber Baruch befürchtete, daß schon zu viele zu ihren geheimen Treffen kamen. Ein einziger Verräter konnte alles zunichte machen. Baruch war erstaunt, als er sah, wer sich alles gegen das Haus Bukki, die Priesterfamilie, welcher der Tempel unterstand, verschworen hatte. Da waren Shimor der Levit, der Hüter der Schatzkammer, und sein Sohn Hilak, der für die Erhaltung der heiligen Kultgegenstände verantwortlich war. Hesekiel war Befehlshaber der Tempelgarde, Zecheraia kommandierte die Torwächter, und Haggai war für die Packtierherden zuständig. Andere hatte Jeremias rekrutiert, weil sie jung, kräftig und muskulös waren.
Über ein paar der Dinge, die versteckt werden mußten, waren sie sich sofort einig: die Gesetzestafeln, die Bundeslade mit ihrem Deckel, die goldenen Cherubim. Aber dann entbrannte ein erbitterter Streit.

Auch wichtige Stücke mußten zurückgelassen werden, so die schweren Gegenstände wie die Menorah, der Opferaltar, das eherne Meer, das auf zwölf wundervollen Messingtieren ruhte, und die mit Lilien und Granatäpfeln aus Messing verzierten bronzenen Säulen.
Sie waren übereingekommen, das Tabernakel zu verstecken. Es war bereits zerlegt und transportfähig verpackt worden.
Auch die Beschläge und Zapfen des Tabernakels, die vor neunhundert Jahren von Bezalel ben Uri, dem Handwerker des Herrn, aus massivem Gold angefertigt worden waren, warteten auf den Abtransport.
Ebenso versteckt werden sollte der Brustschild des Hohenpriesters mit den zwölf Edelsteinen, von denen jeder einzelne von einem der zwölf Stämme Israels gestiftet worden war.
Die goldenen Posaunen, die einst das Volk Israel zusammengerufen hatten.
Die alten, wundervoll gewebten Wandteppiche, die am Tor der Sonne gehangen hatten.
Zwei Harfen, auf denen David gespielt hatte. Zehntgefäße und Weihwasserbecken aus Silber. Opferschalen aus getriebenem Gold.
Silberne und goldene Talente, die von der Kopfsteuer von einem halben Schekel jährlich, die jeder Jude zu bezahlen hatte, aufgelaufen waren.
»Lassen wir doch das Geld hier und verstecken dafür mehr von den heiligen Gegenständen«, sagte Hilak.
»Wir müssen auch Schätze in Sicherheit bringen, die nicht heilig sind«, sagte Jeremias. »Eines Tages können wir davon vielleicht ein neues Haus für den Herrn bezahlen.«
»Wir haben Goldbarren, die viele Talente wert sind«, sagte Hi-lak und blickte zu seinem Vater, dem Hüter der Schatzkammer.
»Was ist von den nicht geheiligten Gegenständen denn am wertvollsten?«
»Ein riesiger Edelstein«, antwortete Shimor sofort.
Hilak nickte. »Ein großer, gelber Diamant.«
»Den nehmen wir auch mit«, sagte Jeremias.
Sie saßen da, blickten sich an, und als sie an die vielen Gegenstände dachten, die sie nicht würden mitnehmen können, wurden sie trübsinnig.
An drei aufeinanderfolgenden Nächten zog Hesekiel die Tempelwachen in der Mitte der Nacht vom Neuen Tor ab. Der Haupteingang zum Heiligtum der Heiligtümer durfte nur vom Hohenpriester selbst benutzt werden, damit dieser dort am Feiertag des Yom Hakippurim zum Wohl des Volkes Zwiesprache mit dem Allmächtigen halten konnte. Aber vom oberen Geschoß des Tempels gab es noch einen verborgenen Zugang, aus dem ab und zu Priester heruntergelassen wurden, um das Heiligtum zu reinigen und zu polieren.
Diesen Weg wählten auch die vierzehn Verschwörer, um die Bundeslade samt ihrem Inhalt, den Tafeln mit den Zehn Geboten, die der Herr Moses auf dem Berg Sinaigegeben hatte, zu stehlen.

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