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Bohm thematisiert den Dialog als eine Kommunikationsform, bei der es keine Sieger und Besiegte gibt, sondern vorurteilsfrei und emotionslos Gedanken ausgetauscht werden und dadurch neue Ideen entstehen. Diese Form des Dialogs wird in vielen Rhetorikschulungen vermittelt. Bohm hat durch eine tiefgehende Ursachenforschung hierfür eine theoretische Grundlage geschaffen. Er beleuchtet die Fragmentierung (Schaffung von Denkkategorien) als selbsterschaffene Ursache für gesellschaftliche Probleme, beschreibt die Rolle des kollektiven Denkens und bietet einen Erklärungsansatz für kulturelle Mythen.
Probleme zu erkennen und zu lösen sind zweierlei. Bohm war nicht nur Theoretiker, sondern hat seine Thesen auch in Seminaren getestet. Für die Grenzen der Anwendung liefert er selbst Beispiele. So ist nicht nur die Religion ein Thema, bei dem Grenzen der Dialogfähigkeit erkennbar werden, sondern gleiches gilt auch für die Wissenschaft (deutlich gemacht am Verhältnis zwischen Bohr und Einstein).
Wenngleich die theoretischen Grundlagen gut herausgearbeitet wurden, mangelt es an Rezepten, wie denn das offene Gespräch erreicht werden kann. Wir sind "Gefangene unserer Denkstrukturen", macht David Bohm im Kapitel "Problem und Paradox" deutlich und neigen dazu, uns immer tiefer in unsere Probleme zu verstricken. Da, wo es am ehesten erforderlich wäre (Religion, Politik, Wissenschaft), ist der "Dialog" kaum umsetzbar. Wer an das offene Gespräch glaubt, benötigt eine gehörige Portion Idealismus.
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