Franz Sz. Horváth, Ungarn-Jahrbuch, Bd. 26 (2002-2003)
Zu den Historikern, die auch die internationale Forschung über den Deutschen Orden wiederholt auf die siebenbürgische Periode der Ritter hinweisen, gehört der emeritierte Mediävist Harald Zimmermann. Nahmen bereits in der ihm zu Ehren veröffentlichten Festgabe von 1996 mehrere seiner Aufsätze zum Thema einen beträchtlichen Platz ein, widmet der Historiker nun ein ganzes Buch diesem Problem [...]. Die Umsicht des Verfassers und seine tiefe Vertrautheit mit der Materie [...] ließen ein Buch entstehen, das mit großem Gewinn zu lesen und Kollegen vom Fach sowie dem interessierten Laien gleichfalls zu empfehlen ist. Es wird über Jahrzehnte hinaus seine Bedeutung behalten.
Kurzbeschreibung
Die siebenbürgische Periode des Deutschen Ordens (1211-1225) gilt als "Generalprobe" für seine kurz danach begonnenen Aktivitäten in Preußen. Vom ungarischen König Andreas II. zum Zwecke der Grenzverteidigung und -ausweitung an den Karpaten sowie zur christlich-katholischen Mission in den Südosten seines Reiches gerufen, wurde er wegen seiner eigenstaatlichen Bestrebungen bald vertrieben. Mit dem Deutschen Orden im siebenbürgischen Burzenland hat sich die deutsche, die siebenbürgisch-sächsische, die ungarische und die rumänische Geschichtsschreibung seit Jahrzehnten beschäftigt. Eine eingehende diplomatische Untersuchung der überlieferten Quellen unter Berücksichtigung der sonstigen Papst- und Königsurkunden der Zeit, der Ordensgeschichte, der Persönlichkeit Andreas' II. sowie der Rolle des Papsttums in den ersten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts blieb jedoch bislang aus. Diese liegt nun vor. Die sorgfältige Edition aller einschlägigen Urkunden der Jahre 1211-1427 verleiht diesem Buch den Charakter eines Grundlagenwerkes.