Aus der Amazon.de-Redaktion
Während der zwanzig Jahre an der University of Texas in Austin hatte der schwedische Schriftsteller Lars Gustafsson mit fünf verschiedenen Dekanen zu tun. Alle waren starke Persönlichkeiten -- und die stärkste hat Gustafsson zum Professor gemacht, ohne jemanden zu fragen. Gustaffson liegt viel Wert darauf festzustellen, dass keine dieser Persönlichkeiten Vorlage war für den Protagonisten in seinem neuen Roman
Der Dekan.
Die Vorsicht hat einen guten Grund. Denn immerhin geht es um Mord im Buch. Und es geht um die großen Fragen, die sich um Leben und Liebe, Leben und Tod, Eros und Thanatos, drehen. Der Ich-Erzähler Spencer C. Spencer, der schon vom Namen an Nabokovs Uni-Dozenten Humbert Humbert in Lolita erinnert, ist Professor für Philosophie an einem College in Texas. Als Fachmann für Entwicklungsfragen hat er lange im Zimmer des Dekans gesessen, eines seit Vietnam im Rollstuhl sitzenden Invaliden. Jetzt hat sich Spencer aus dem Staub gemacht. In einer heruntergekommenen Pension am Rande der Wüste hat er die unglaublichen Ereignisse der letzten Jahre seiner Tätigkeit festgehalten und hinter dem Reserverad seines Pick-ups versteckt. Die Universitätsangestellte Elizabeth Ney findet das Manuskript aus Blättern, Umschlagpapieren und Karteikarten, ordnet es in ihrem Sinne -- und stellt so die ganze Krimihandlung wieder in Frage.
Keine Frage: seit mehreren Jahrzehnten ist Gustafsson in gleichbleibend guter, mitunter allzu routinierter Erzähler, vor allem im Bereich des Kurzromans (Windy erzählt, 1999). Mit Der Dekan aber hat er sich selbst übertroffen. Atmosphärisch dicht, überraschend und philosophisch ist sein Krimi: Zwar kein "moderner Faust" wie jenes Buch, das eine der Figuren im Roman schreiben will, aber kluge, doppelbödige Literatur. --Thomas Köster
Pressestimmen
"Wenn ein hochbegabter Autor über todernste Dinge so witzig schreibt, macht selbst die Bosheit des Bösen Spaß". Kurt Flasch, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.08.04 "Es ist Gustafssons Kunst, schwierige Zusammenhänge in federleichte Dialoge aufzulösen und gedankliche Tiefe in klar leuchtenden Bildern zur Anschauung zu bringen." Andreas Breitenstein, Neue Zürcher Zeitung, 24.08.04 "Gustafsson ist ein hinreißender Spieler und Zauberer. ... Handelte es sich nicht um einen unzulässigen Imperativ und wäre dieser Imperativ nicht schon durch den Titel einer Fernsehsendung monopolisiert, würde ich einfach sagen: Lesen!" Jochen Schimmang, Die Welt, 11.09.04 "Gustafsson prunkt an keiner Stelle mit Bildung. Sein witziger, zuweilen unerträglich intelligenter Roman erschließt sich auf mehreren Ebenen ... Es gibt kein schlüssigeres Indiz für ein literarisches Meisterstück." Andreas Dorschel, Süddeutsche Zeitung, 09.10.04 "... scharfsinnige Diskurse, wunderbare Beschreibungen der Wüste, sarkastische Skizzen aus dem akademischen Leben... Schön ist dieser spezielle Gustafsson-Sound, in dem sich unerschrockener Scharfsinn und kindliche Fabulierlust mischen." Ulrich Greiner, Die Zeit, 11.11.04 "Gustafssons Prosa ist deswegen immer wieder so wunderbar zu lesen, weil in ihr ein beweglicher Geist haust, der einen Haken nach dem anderen schlägt." Martin Krumbholz, Frankfurter Rundschau, 8.12.04
Kurzbeschreibung
Spencer C. Spencer, Professor der Philosophie und im Büro des Dekans tätig, ist geflohen. In einer heruntergekommenen Pension am Rande der Wüste notiert er die unerhörten Begebenheiten der letzten Jahre. Es geht um Mary Elizabeth, die einen modernen Faust schreiben will, um verschwundene Schriftsteller, um erhängte Universitätspräsidenten und um Leben und Tod. Ein philosophischer Thriller: spannend, intelligent und komisch.
Über den Autor
Lars Gustafsson, 1936 in Schweden geboren, studierte Mathematik und Philosophie in Uppsala und Oxford. Fast zehn Jahre lang war er Kritiker, später Chefredakteur der bedeutenden schwedischen Literaturzeitschrift "Bonniers Litterära Magasin". Seit 1983 lebt der Lyriker, Philosoph und Romancier, dessen Werke mit zahlreichen internationalen Literaturpreisen ausgezeichnet wurden in Austin/Texas. 2009 erhielt er die Goethe-Medaille.Verena Reichel, geboren 1945 in Grimma, Sachsen, wuchs zweisprachig in Stockholm und in Süddeutschland auf. Nachdem sie eine Ausbildung an einer Journalistenschule absolviert hatte, studierte sie Skandinavistik, Germanistik und Theaterwissenschaft. Seit 1972 arbeitet sie als freie Übersetzerin von Prosa, Lyrik und Theaterstücken aus dem Schwedischen, Norwegischen und Dänischen.
Verena Reichel ist Mitglied im Verband Deutschsprachiger Übersetzer Literarischer und Wissenschaftlicher Werke im Verband Deutscher Schriftsteller. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen: 1987 den Übersetzerpreis der Schwedischen Akademie, 1992 den Helmut-M.-Braem-Preis, 1995 den Petrarca-Preis und den Nossack-Akademiepreis der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz (zusammen mit Lars Gustafsson), 1998 den Übersetzerpreis der Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Stiftung sowie 2008 den Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung.Verena Reichel, geboren 1945 in Grimma, Sachsen, wuchs zweisprachig in Stockholm und in Süddeutschland auf. Nachdem sie eine Ausbildung an einer Journalistenschule absolviert hatte, studierte sie Skandinavistik, Germanistik und Theaterwissenschaft. Seit 1972 arbeitet sie als freie Übersetzerin von Prosa, Lyrik und Theaterstücken aus dem Schwedischen, Norwegischen und Dänischen.
Verena Reichel ist Mitglied im Verband Deutschsprachiger Übersetzer Literarischer und Wissenschaftlicher Werke im Verband Deutscher Schriftsteller. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen: 1987 den Übersetzerpreis der Schwedischen Akademie, 1992 den Helmut-M.-Braem-Preis, 1995 den Petrarca-Preis und den Nossack-Akademiepreis der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz (zusammen mit Lars Gustafsson), 1998 den Übersetzerpreis der Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Stiftung sowie 2008 den Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung.