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Der Darwin-Code: Die Evolution erklärt unser Leben
 
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Der Darwin-Code: Die Evolution erklärt unser Leben [Broschiert]

Thomas Junker , Sabine Paul
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 224 Seiten
  • Verlag: Beck; Auflage: 1 (27. August 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406605974
  • ISBN-13: 978-3406605970
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,4 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 59.192 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Wenn Darwin heute lebte - wie würde er die Rätsel lösen, die unser Verhalten aufgibt? Die Autoren, renommierte Evolutionsbiologen, führen uns auf verständliche Weise und alltagsnah die Reichweite der darwinschen Theorie vor Augen: Sie ist der Schlüssel zu den Problemen unserer modernen Kultur. Warum etwa lieben Menschen fette, süße und salzige Speisen, und warum fällt es so schwer, sich zugleich gesund und genussvoll zu ernähren? Steht die moderne sexuelle Selbstbestimmung der Frauen im Gegensatz zur Evolution oder ist sie Teil der biologischen Natur? Warum und in welchen Situationen opfern sich Menschen für eine Gemeinschaft auf, wie das vieldiskutierte Phänomen der Selbstmordattentate im Extrem zeigt? Warum ist die Kunst so wichtig für das Wohlergehen und Überleben der Menschen - wichtiger vielleicht noch als die Religion? Sabine Paul und Thomas Junker zeigen uns die darwinsche Revolution von ihrer brisanten, aber auch menschenfreundlichen und sinnlichen Seite.

Über den Autor

Sabine Paul, geboren 1968, ist promovierte Molekular- und Evolutionsbiologin mit langjähriger Erfahrung als Wissenschaftsautorin, Referentin und Trainerin in Workshops und Fortbildungen.

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Heike Geilen HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Über Charles Darwin kann man derzeit viel in den Medien lesen und hören. Feierte der große Evolutionsbiologe doch am 12. Februar 2009 seinen 200. Geburtstag. Und auch die Veröffentlichung seines spektakulärsten Werkes "On the origin of species" (dt. "Die Entstehung der Arten") begeht in diesem Jahr einen runden, den 150. Jahrestag.

Dass sich gerade dieses Werk und eine spätere Veröffentlichung "The decent of man, and selection in relation to sex" (1871) auch als wissenschaftlicher Begleittext zu Bizets berühmter Oper "Carmen" lesen lässt, hätte man dann doch nicht vermutet. Doch die beiden Autoren des vorliegenden, äußerst unterhaltsamen, fundierten und interessanten Buches "Der Darwin Code. Die Evolution erklärt unser Leben" stellen nicht nur diese gewagte These auf, sie versuchen sie auch zu "beweisen".

Warum lieben wir Hamburger, Schokolade und Pommes? Warum sind Frauen schön? Woraus beziehen Menschen ihre Macht gegenüber den Tieren? Warum hat Kunst solch immense Bedeutung für die gesamte Menschheit? Dies sind nur einige Fragen, die sich der Professor für Geschichte der Biowissenschaften und Mitherausgeber von Darwins Briefwechsel in Cambridge Thomas Junker sowie die Molekular- und Evolutionsbiologin Sabine Paul stellen. Obwohl die Darwin'sche Revolution in den Naturwissenschaften bereits weit fortgeschritten ist, hat sie in anderen Bereichen und vor allem im Bewusstsein vieler Menschen kaum begonnen. Nun kann sicherlich die Evolutionstheorie (noch) nicht alles erklären, aber gerade solch ungelöste Probleme eröffnen faszinierende neue Forschungsfelder, von denen dieses Buch berichtet.

So vermutete bereits der Philosoph Immanuel Kant in seinem 1786 erschienenen Werk "Metaphysische Anfangsgründe der Naturwissenschaft", dass in der Wissenschaft vom Menschen "nur so viel eigentliche Wissenschaft angetroffen werden kann, als darin Evolutionstheorie anzutreffen ist". Ob diese auch bestimmte Gefühle, Gedanken und Verhaltensweisen des modernen Menschen erklären kann, dem nehmen sich die beiden Autoren an. "Viele für Menschen typischen Eigenschaften werden erst verständlich, wenn man sie aus der Darwin'schen Perspektive betrachtet", sind sich die Thomas Junker und Sabine Paul sicher. Exemplarisch zeigen sie dies in ihrem Buch und dokumentieren damit die "Deutungsmacht einer neuen, evolutionären Kulturwissenschaft".

In drei große Kapitel ist das Sachbuch gegliedert.
Im ersten Teil befassen sich Junker und Paul mit den in jedem Menschen biologisch angelegten Verhaltensweisen, die doch vielfach fremd und unerklärlich wirken. Dazu gehören die größtenteils ungesunde Ernährungsweise mit fetten, süßen und salzigen Speisen, die sexuelle Partnerwahl, die zu einem entscheidenden Faktor in der Evolution der Menschen wurde und das biologisch paradox anmutende Verhalten der modernen Selbstmordattentäter.

Der zweite Teil steht unter dem großen Slogan: Geheimwaffe Kunst.
Hier wenden sich die Autoren Eigenschaften zu, "die für Menschen charakteristisch sind und bei anderen Tieren nur ansatzweise beobachtet werden können - der Kultur, der Kunst und der Religion." Sie diskutieren mögliche Selektionsvorteile dieser Eigenschaften, auch in Bezug auf das Aussterben des Neandertalers, legen eine neue Theorie vor, die zeigt, warum Kunst bis heute einen zentralen Stellenwert des modernen Menschen einnimmt und kommen auf die Frage zu sprechen, wie und warum die Religion aus der Kunst entstand.

Im letzten Kapitel begeben sie sich auf ziemlich glattes Terrain, denn zum freien Willen und dem Sinn des Lebens trägt nach Meinung vieler Autoren die Evolutionstheorie rein gar nichts bei. Thomas Junker und Sabine Paul sind jedoch anderer Meinung. Sie vermuten, dass es sich gerade andersherum verhält.

Eines vertreten beide jedenfalls mit Vehemenz: "Darwins Theorie ist der Code, der geheime Schlüssel, der das Verständnis vieler rätselhafter Verhaltensweisen der Menschen erst ermöglicht. [...] Denn in unseren typisch menschlichen Gefühlen, Gedanken und Verhaltensweisen sind wir noch steinzeitliche Jäger und Sammer." Für die Autoren ist die Biologie zweifelsohne "ein wichtiges Korrektiv, wenn sie die Missachtung der menschlichen Natur durch gesellschaftliche Vorgaben offenlegt und Menschen als biologische Wesen versteht, die mit Gefühlen, Bedürfnissen und Interessen ausgestattet sind, ohne deren Erfüllung sie nicht glücklich werden können."

Fazit:
Thomas Junker und Sabine Paul haben mit "Der Darwin Code" ein anschauliches, verständliches und durchaus überzeugendes Buch vorgelegt, welches einige ausgewählte Verhaltensweisen und Eigenschaften des modernen Menschen anhand der von Charles Darwin begründeten Evolutionstheorie vorurteilsfrei und unkonventionell zu erklären versucht. Dabei bleibt sicher noch einiges im spekulativen Bereich angesiedelt, aber interessant ist es allemal, darüber nachzudenken.
Eines sollte jedoch klar sein, und darauf weisen die Autoren auch hin, für Leser, "die wissenschaftliche Ergebnisse und Theorien nur dann akzeptieren, wenn sie emotional gefällig, moralisch einwandfrei und politisch korrekt sind", ist dieses Buch nicht geeignet.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Lena Waider TOP 100 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch ist gut geschrieben und über weite Strecken auch interessant und lesenswert. Allerdings verfehlt es meines Erachtens den eigenen Anspruch, unser Leben erklären zu können. Dies liegt einerseits daran, dass einige Schlussfolgerungen eher Meinungen sein dürften, andererseits daran, dass wesentliche Aspekte unseres Lebens vom Buch nicht einmal ansatzweise abgedeckt werden.

Durchaus aufschlussreich sind die Ausführungen zur Ernährung. Die Autoren machen deutlich, dass die heutigen Ernährungsempfehlungen (stärkereich, fettarm) nicht dem evolutionären Erbe des Menschen entsprechen können. Allerdings ließen sich auch gegenüber der von ihnen vertretenen Meinung Einwände erheben. Einige Autoren sind z. B. der Auffassung, dass der natürliche Stoffwechsel des Menschen nur sein Hungerstoffwechsel sein könne (der nur bedingt etwas mit der Nahrungsaufnahme zu tun hat), zumindest müsse der in der Natur jederzeit und ohne Übergangsprobleme erreicht werden können. Moderne Menschen sind dazu nicht mehr in der Lage, außer sie ernähren sich sehr kohlenhydratarm (Atkins etc.). Daraus folgern solche Autoren dann, dass die Ernährung in der Altsteinzeit eher so wie bei Atkins ausgesehen haben müsse. Auch würde hierdurch die maximale Größe des menschlichen Gehirns festgelegt, denn ein Organ könne stets nur die Größe erreichen, bei der ein reibungsloser Betrieb auch noch im Hungerzustand gewährleistet ist.

Überrascht war ich über einige Ausführungen zu den männlichen Elterninvestments. Die Autoren behaupten nämlich, dass die Schönheit des weiblichen Geschlechts beim Menschen auf männliche Selektionen hindeute, die sich nur über erhebliche männliche Elterninvestments erklären ließen. Allerdings würden solche Selektionen nur dann bestehen, wenn sich Männer fest an eine Partnerin binden wollten.

Man kann die im Rahmen der sexuellen Arbeitsteilung bestehende Aufgabenteilung zwischen den beiden Geschlechtern (Männer beschaffen die Ressourcen, Frauen ziehen die Kinder auf) in einem abstrakten Sinne sicherlich durchaus beiderseitig als elterliche Investments umdeuten, allerdings hätte es hierzu doch einiger Erläuterungen bedurft. Im üblichen Sprachgebrauch würde man nämlich die berufliche Tätigkeit eines Managers, der mit seinen Einkünften seine Frau und seine 5 Kinder finanziert, nicht als Elterninvestments bezeichnen.

Das aktuelle Leben in modernen menschlichen Gesellschaften wird sehr stark von technischen Errungenschaften bestimmt. Hierzu sagen die Autoren jedoch leider so gut wie gar nichts. Zu Problemen bei der Anwendung der Darwinschen Evolutionstheorie auf menschliche Gesellschaften (z. B. hinterlassen in modernen menschlichen Gesellschaften fittere Individuen keineswegs mehr Nachkommen als weniger fitte, was gemäß Darwin nicht sein dürfte) äußern sich die Autoren bedauerlicherweise ebenfalls nicht.

Dennoch habe ich das Buch insgesamt mit Gewinn gelesen.
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Anschaulich & vergnüglich! 17. September 2009
Format:Gebundene Ausgabe
Gerade weil sich die Evolutionsforschung mit der komplexen Überfülle des Lebens beschäftigt, fällt sie leider immer wieder in zwei Extreme: Sie kann sich abstrakt auf die Darstellung der evolutionären Grundregeln (Variation, Selektion, Reproduktion) beschränken oder aber ein konkretes Fachgebiet (z.B Evolution der Sprache oder Religion) vertiefen. Junker und Paul ist es gelungen, mit dem Darwin-Code einen Mittelweg zu beschreiten, der sicherlich viele Leser für die Faszination Evolution gewinnen kann: Sie wählen aktuelle, anschauliche Forschungsfelder aus und vertiefen diese so, dass auch Einsteiger folgen können. Mit Ernährung und Partnerwahl knüpfen sie pfiffig an Themen an, mit denen wir alle zu tun haben - und man merkt ihnen die Freude gerade hier auf jeder Seite an! Dann folgen aber auch dunkle Fragestellungen wie Selbstmordattentate oder das Aussterben der Neandertaler, bevor sie mit Wissen, Kunst und Religion in neueste Forschungsgebiete vorstoßen. Sie enden mit einem philosophisch angehauchten Kapitel, das zur (kontroversen) Meinungsbildung einlädt.

Nun wirke ich seit Jahren in der Evolutionsforschung mit und widerstehe der Versuchung, z.B. an Details im (guten) Religions-Kapitel zu mäkeln. Aus einem ganz einfachen Grund: Junker und Paul haben etwas in Deutschland immer noch Seltenes gemacht, sie haben für Interessierte geschrieben - und zwar so, dass diese zum mit-denken und mit-forschen eingeladen werden. Ihr Buch ist launig, vielfältig und missionarisch-meinungsstark, ohne je in Klamauk abzusinken. Es ist ein Buch, dass sich nicht mit Fachjargon nach allen Seiten absichert, sondern sich festlegt, die Leserin mitnimmt und gerade damit "Lust auf mehr" macht. Damit ist es genau das richtige Buch für Menschen, die sich zur aktuellen Evolutionsforschung einen Überblick verschaffen und zugleich unterhalten lassen wollen - seriös, aber nicht abschreckend schwer. Es ist eines dieser seltenen Wissenschaftsbücher, die sich auch zum Verschenken eignen - denn an irgendeinem Kapitel wird hier jede(r) - ob Laie oder Profi - anbeißen! Und immer wieder naschen...
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