Ein wichtiger Meilenstein für das Königreich Frankreich im 16.Jh. war der Damenfriede von Cambrai. Heute nicht mehr so geläufig, bzw. von den Historikern eher etwas stiefmütterlich behandelt, deshalb umso erfreulicher, dass er als Hintergrund zu diesem Roman diente.
Hauptprotagonistin ist Simona Contarini aus Venedig. Sie eine Urenkelin von Lucas Contarini und seiner Frau Hannah, die am Ende des 3.Bandes von Brügge über London nach Venedig geflohen waren. Simona ist die Jüngste von 3 Töchtern Piero Contarinis, einer der Inhaber des venezianischen Bank- und Handelshaus. Sie zeichnet sich durch einen starken Willen,Intelligenz, Direktheit, und einem unbändigen Freiheitswillen aus. Dieser Freiheitswille ist es, der ihr immer wieder zum Verhängnis wird, aber letztendlich gelingt es ihr auch einen ganz eigenen Weg zu gehen, was im 16.Jh. für eine Frau gar nicht selbstverständlich ist. Nach dem Tod ihres Mannes Zanino Bragadin, eine venizianischen Don Juan, gelingt es ihr ihren Willen durchzusetzen und nicht ein zweites Mal zwangsverheiratet zu werden, sondern mit einem Schiff der Contarinis nach Flandern zu den flandrischen Verwandten zu fahren. Auf der Reise durchs Mittelmeer lief das Schiff mehrere Häfen an um immer wieder Wasser und Nahrung für die Menschen an Bord aufzunehmen. So auch den Hafen von Narbonne. Hier konnte sie den Kapitän überreden sie zu einem Landgang ohne männliche Begleitung sondern nur mit einer Anstandsdame zur Besichtigung der noch nicht fertiggebauten Kathedrale an Land zu lassen. Da sie sich auf dem Schiff länger zu beengt und bevormundet fühlte, hatte sie bereits schon länger darüber nachgedacht bei nächster Gelegenheit das Schiff zu verlassen und ihren Weg auf dem Landweg fortzusetzten. Auf ihrem Spaziergang durch Narbonne lernt sie Bernhard Palissy kennen, einen Glasmaler auf Wanderschaft. Der getrieben von der Vorstellung Tiere so lebensecht wie möglich auf feinster Keramik zu gestalten und auf der Suche nach dem perfekten Lehrmeister für seinen Traum durch Südfrankreich zog. Spontan wollte Simona sich ihm anschließen und schickte ihre Anstandsdame Elisabetta wieder auf das Schiff zurück. Bernhard und Simona gingen zu Fuß weiter, schliefen im Freien oder auch manchmal wenn es regnete im Stall bei den Tieren und gelangten so nach Nimes. Hier fand Bernhard den Lehrmeister, der ihm in seinen Visionen unterstütze . Sie gaben sich als Ehepaar aus und konnten so unbehelligt bei einer Witwe n Zimmer mieten und hatten eine glückliche Zeit. Aber das Haus Contarini war auch nicht untätig und aus Sorge um seine Tochter beauftrage Simonas Vater, Cornelis van Liewe ein Vetter aus der flandrischen Linie, der in Venedig weilte und nach Hause unterwegs war, Simona zu finden und sicher nach Flandern zu geleiten. Cornelis fand Simona dann auch in Nimes. Simona, die inzwischen bemerkte, dass Bernhard, nun da er einen Meister gefunden und wie besessen seiner Idee nach jagte, seine Zeit fast gänzlich in der Werkstatt verbrachte, sie dabei fast völlig vergaß. Folglich hatte sie schon an eine Trennung gedacht und Cornelis kam gerade im rechten Augenblick. So brachen beide nach kurzer Zeit auf und gelangten, auf beschwerlichem Reiseweg, nach Fontainebleau. Hier hielt sich die königliche Entourage auf, ebenso auch die der Mutter König Francois I., Louise von Savoyen. Sie war von Simonas schneller Auffassungsgabe, ihrer direkten Art und Intelligenz überzeugt, so dass sie ihr recht bald anbot sich doch ihrem Hofe anzuschließen und eine Weile bei ihr zu bleiben um eine ihrer ersten Hofdamen zu werden. Was Simona in der Zeit als enge Vertraute der Dame Louise erlebt, was sie bewegt, was sie stolz und glücklich macht und was sie eher abstößt am französischen Hof und ob Simona in Flandern ankommt oder ob sie am Hofe der Mutter des Königs ihre Aufgabe, ihre Bestimmung hat oder findet sie einen Mann den sie lieben und vertrauen kann, lesen sie das Buch.
Dieser 4.Band der Flandern-Saga hat mir besser gefallen als der 3. Doch sind Band 1 und 2 meine Favoriten. Die Verbindung der Historie mit der Geschichte um Simona ist der Autorin nicht flüssig und leicht gelungen. Die Passagen über die historischen Hintergründe waren oft lang und dadurch etwas trocken in der Schilderung. Die Übergänge im Roman hätten m.E. fließender sein können. Als absoluter Rebecca-Gable-Fan bin ich nicht leicht zufrieden zu stelle.