Die Aufmachung, der nachdenklich und neugierig machende Titel, sowie die begleitenden Klappentexte lassen auf ein interessantes und lesenswertes Buch hoffen, das wie Bücher etwa von Bastian Sick oder anderen ähnlicher Art die Eigenheiten, Besonderheiten, Ausnahme- oder Grenzfälle der deutschen Sprache dem Leser unterhaltsam näherbringen.
Es ist schon erstaunlich, wie viele Beispiele der Autor, der sich warum auch immer hinter dem Kürzel CUS verbirgt, zu den Eigentümlichkeiten der deutschen Sprache im Laufe der Zeit gefunden und gesammelt hat. Das war bestimmt eine Menge Fleißarbeit und hat viel Zeit und Aufwand gekostet, Respekt. Aber man merkt dem Buch auch an, dass es durch eine Zusammenstellung von Zeitungsartikeln entstanden ist. Die ständig gleiche Frage nach dem gesuchten Wort ödet relativ schnell an.
Welches ist das Wort mit den meisten Vokalen, welches das mit den meisten zusammenhängenden Konsonanten, welches ist das kürzeste Wort mit den fünf Vokalen in alphabetischer Reihenfolge, welches in umgekehrter Reihenfolge, welches ist das längste Wort mit alternierenden Vokalen und Konsonanten, welche Wörter ergeben vorwärts wie rückwärts gelesen den selben Sinn, welche einen anderen? Und so weiter und so fort.
Das durchgängige Lesen wird so ziemlich schnell ermüdend und langweilig und man legt das Buch öfter auf die Seite, um irgendwann mal weiter zu lesen. Auch das Rätsel auf jeder Seite ist dermaßen verschroben, dass man selten auf die Lösung kommt. Daher ist das Buch eher ein Nachschlagewerk und Lexikon, allerdings eins der Art des unnötigen Wissens. Denn was hat es für einen sittlichen Nährwert, wenn man weiß, welches das längste deutsche Wort mit den meisten "k" ist oder welche Worte den Sinn ändern, wenn man einen Vokal anhängt? Damit kann man nur auf Stehpartys oder bei einem Quizabend punkten, das war's dann auch. Durch die Einzigartigkeit der sprachlichen Grenzfälle hat das ganze auch keinen allgemeingültigen Lerneffekt. Viele Sachen liest man zwar, hat es aber spätestens nach dem nächsten Artikel wieder vergessen. Daher hält sich meine Begeisterung in Grenzen. Es gibt auf diesem Sektor wesentlich unterhaltsamere und lehrreichere Lektüre. Aber so zum Blättern nebenbei um mal einige Kuriositäten des Deutschen nachzulesen, warum nicht.
Das Buch ist daher nur für diejenigen empfehlenswert, die sich allgemein auch für Deutsch interessieren und die ein bisschen in den Grenzgewässern der deutschen Sprache schippern wollen.