Bei dem Buch von Beate Kirk handelte es sich um einen eindrucksvollen Beitrag zur Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Ihr ist es gelungen, medizinische und juristische Hintergründe des Contergan-Skandals zu erklären und den Nachweis zu führen, dass die Folgen von Thalidomid hätten verhindert werden können, wenn das Medikament gründlich überprüft und rechtzeitig vom Markt genommen wäre. Kirk erklärt die Unzulänglichkeit des in den sechziger Jahren vorhandenen Arzneimittelgesetzes in der Bundesrepublik Deutschland.
Das Buch bringt dem Leser objektiv und eindrucksvoll das Ausmaß der Tragödie nahe, die zu verhindern gewesen wäre.
Obwohl dieses Buch eine geringfügig überarbeitete Dissertation der Autorin ist, kann der Leser in die Materie schnell und gut eintauchen und viel über die Ursachen und Versäumnisse lernen, die zu dem Contergan-Skandal geführt haben, der durch die Firma Grünenthal verursacht worden ist. Die Beschreibung und die Erklärung bietet einen Einblick in das, was Unternehmensethik und Verantwortung darstellen sollte, von der Firma Grünenthal bestenfalls aber nur sehr unzulänglich und mehr als suboptimal angenommen wird.
Der Inhalt des Buches ist auch dadurch besonders gekennzeichnet, weil zum ersten Mal Dokumente mit ausgewertet wurden, die zu einem früheren Zeitpunkt nicht zur Verfügung standen. Beate Kirk hat mit ihrem Buch einen entscheidenden Beitrag zur Klärung der Geschichte der Pharmaindustrie beigetragen. Es ist ein sehr sachliches, aber auch ein schockierendes Werk, das zur Klärung und zu den Versäumnissen der Vergangenheit der Politik und Pharmaindustrie viel beiträgt. Es ist ein Buch aus dem man viel lernen kann und sollte. Das alleine macht es empfehlenswert.