Um es gleich zu sagen: Der Roman ist spannend und ich habe ihn in einem Zug durchgelesen. Nach dem "21.Juli" legt der Autor eine neue historische Fiktion nach dem Muster "Was wäre wenn" vor. Der Berliner Kommissar Soetting muß den Mord an Hitler, Röhm, Goebbels und Strasser untersuchen und gerät in ein Geflecht von politischen Intrigen der Mächtigen, welches ihn seinen Dienst quittieren läßt. Auf sich allein gestellt, löst er den Fall, landet dafür jedoch auf dem Schafott.
Bei aller Logik der Handlung nimmt man als Leser dem Helden seine Unbedarftheit und Uninformiertheit nicht ab. Selbst für einen politisch Uninteressierten in der Weimarer Republik ist sein Nichtwissen unglaubwürdig. Daß es dem Autor nicht gelingt, seine eigenen politischen Präferenzen zu verbergen, kommt noch hinzu. Während Linke und Kommunisten mit einem gewissen Wohlwollen beschrieben werden, kommt er in bezug zur Rechten über die bekannten Stereotypen nicht hinaus.
Außerdem ist das Buch voll von kleineren Fehlern, die in dieser Häufigkeit für den Historiker Ditfurth nicht eben schmeichelhaft sind. So wurde der "Pour le Mérite" um den Hals und nicht auf der linken Brustseite getragen. Wenn man dieses Detail schon unbedingt erwähnen muß, dann aber auch richtig!
Daher nur ein schwaches befriedigend.