Vorweg muss ich sagen, dass ich mich schon beim Aufschlagen des Buches fragte, wie es die Autorin schafft, mehrere Romane in diesen unglaublichen Längen zu schreiben (man beachte die Seitenzahlen ihrer Werke). Dann fällt auf, dass sie einen sehr detailreichen Sprachstil hat. Mich erinnerte es an Geschichtenweberei aus früheren Zeiten. Ich glaube, Jennifer Roberson wäre genau die Richtige, die an dunklen Abenden im Funkenfeuer des Kamins Sagen und Legenden weben kann. Ich lese recht viele Gestaltwandler- und Vampirromane, und die meisten sind moderner, schneller und mit einem ungezügelteren Mundwerk geschrieben, was mich sehr anspricht. Trotzdem ist die Erzählweise von Roberson angenehm anders. Mir gefällt die Cheysuliwelt auch sehr gut. Wenn auch eher unbedeutend, stimme ich im Geschmack von Namensgebung sehr mit ihr überein. Die eigenen Begrifflichkeiten sind wohlklingend. Warum also "nur" 4 Sterne statt 5? Vielleicht liegt es an der Länge der Erzählweise, ohne dass ich es langatmig nennen würde, aber es zieht mich zu dem Buch nicht so beharrlich zurück wie wenn ich andere Bücher aufschlage. Doch beim Lesen selbst, fühle ich mich immer wieder gut in die Geschichte aufgenommen. Auch Romantik kommt in dem Buch nicht zu kurz. Wer auf heiße Erotik hofft, ist hier allerdings falsch.
Angesichts bestehender Rezensionen, gehe ich in dieser nicht mehr auf die Inhalte des Buches ein.