Das Buch schildert den Lebensweg Horst Herolds, des wohl bekanntesten und vielleicht umstrittensten Präsidenten des Bundeskriminalamtes (BKA). Dabei legt der Autor, Dieter Schenk, selbst ehemaliger Kriminalist, keine Biographie im eigentlichen Sinne vor. Zwar befaßt Schenk sich mit der Jugend Herolds, seiner Wehrdienstzeit während des II. Weltkrieges und schließlich seiner Zeit als Polizeipräsident in Nürnberg; er tut dies jedoch nur insoweit, als es notwendig ist, um den Hintergrund aufzuspannen, vor dem der Leser die Ideen des Horst Herold einordnen muß. Der Schwerpunkt des Buches liegt auf der Schilderung der zehn Jahre, während derer Herold Präsidenten des Bundeskriminalamtes war (1971 - 1981). Während dieser Zeit erreichte der Terrorismus der Roten Armee Fraktion (RAF) ihren Höhepunkt; dies prägte Herolds Amtszeit. Unvoreingenommen, wenngleich nicht ohne kritische Distanz, schildert Schenk Herolds Amtsführung während dieser Zeit. Er stellt die Ideen und Instrumente dar, die Herold zur Terrorismusbekämpfung entwickelte, und ordnet sie in die Zeit ein. Über die Geschehnisse während des „Deutschen Herbstes" hinaus vermittelt Schenk ein plastisches Bild der deutschen Innen- und Rechtspolitik wie auch des öffentlichen Klimas während dieser Zeit. So zeichnet Schenk - vor dem Hintergrund der Fahndungsmethoden des Horst Herold - auch die Diskussion um den Terrorismus und dessen Bekämpfung einerseits und die damit verbundenen Eingriffe in Freiheit des einzelnen Bürgers andererseits nach. Trotz einiger Wiederholungen, schreibt Schenk lebendig und kurzweilig. Er schildert kennt-nisreich und ausführlich, ohne jedoch der Gefahr zu erliegen, sich in kriminalistischen Details zu verlieren. Insgesamt ein höchst lesenswertes Buch, das eine Abschnitt deutscher Innenpolitik und Zeitgeschichte anschaulich vermittelt.