Klaus Doppler und Christoph Lauterburg ist das Kunststück gelungen, in unserer schnelllebigen Zeit ein Buch über Change Management zu schreiben, das mittlerweile bereits die 10. Auflage erlebt. Gut möglich, dass Klaus Doppler nun nachdoppelt. Denn mit seinem neuen Buch geht er intensiv auf die brennendste Frage von Change Management ein: wie verändere ich mich und andere? Zwar gehe ich mit dem Autor überhaupt nicht einig, dass der erste Schritt eines Veränderungsprozesses "Wissen und Verstehen" ist. Gerade die Neurologie, auf die sich Doppler an einigen Stellen doch beruft, teilt der "Einsicht" eine absolute Nebenrolle zu. Vielleicht wurde Doppler auch Opfer seiner Systematik. Denn im Text und zwischen den Zeilen relativiert er seine fünf Schritte immer wieder. Sie lauten: 1. Wissen und Verstehen, 2. Akzeptieren und Wollen, 3. Können und an das eigene Können glauben, 4. Sollen und Dürfen, 5. Tun und Beibehalten.
In seiner Beratungstätigkeit hat Klaus Doppler in den letzten Jahren immer wieder die Feststellung machen müssen, dass veränderungswillige Unternehmen zu vieles delegieren, zu stark an die Kraft des Geschriebenen glauben, zu schnell und mechanistisch vorgehen wollen. Von solchen Erfahrungen geht sein Buch aus. Im ersten Teil werden die Grundlagen vorgestellt, im zweiten Teil, ab Seite 154, die Denk- und Werkzeuge. Anschauliche Beispiele, die richtigen Fragen und anwendungsfreundliche Checklisten liefern den Lesern so ziemlich alles, was es für die Expedition ins Land der Veränderungen braucht. Trotz meiner Vorbehalte beim Ansatz der fünf Schritte, sicher eines der besten Bücher über Change Management, das es zur Zeit gibt. Und sollte Veränderungen bei den andern nicht möglich sein, so bleibt immer noch die Arbeit an sich selbst. Auch dazu eignet sich Dopplers Buch hervorragend.