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Der Cembalospieler: Roman
 
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Der Cembalospieler: Roman [Gebundene Ausgabe]

Petra Morsbach
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
  • Verlag: Piper (September 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492048382
  • ISBN-13: 978-3492048385
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,4 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 463.719 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Petra Morsbach
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Erhaben wird es sein, rauschhaft und beneidenswert, das Leben eines Wunderkinds. Und wir begegnen Moritz Bauer auf der Höhe seiner Kunst: »Ich soll ein Konzert in Venedig spielen, in einem Palazzo. Gala mit hundert illustren Gästen, Gourmetmenü, Weinverkostung, so was macht man gern.« Mit fünf Jahren sieht Moritz zum ersten Mal ein Klavier, nach einer Woche schon spielt er, als hätte er niemals etwas anderes getan. Und bald entdeckt Moritz das Cembalo, für ihn funkelt es, strahlt, ist reine Poesie. Doch ein Cembalo ist unerreichbar für ein Kind aus schwierigen Verhältnissen. Als er endlich eines bekommt, steht etwas anderes längst fest – Moritz wird erblinden. Ein großer, kluger, abgründiger Roman über die Tragik und die Lächerlichkeit eines Virtuosenlebens.

Über den Autor

Petra Morsbach, 1956 geboren, studierte in München und St. Petersburg. Nach zehn Jahren als Dramaturgin und Regisseurin lebt sie seit 1993 als Schriftstellerin in der Nähe von München. Für ihr Werk wurde Petra Morsbach u. a. mit dem Marieluise-Fleißer-Preis, dem Johann-Friedrich-von-Cotta-Preis und 2007 mit dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer Stiftung ausgezeichnet. Zuletzt erschienen von ihr der »Opernroman« und der Essayband »Warum Fräulein Laura freundlich war«.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Petra Morsbach Der Cembalospieler Piper
ISBN 3492048382

Beim Klang eines Cembalospiels denkt man sogleich an die klare Musik der Meister des Barocks.

Moritz Bauer, Icherzähler und Held des vorliegenden Romans von Petra Morsbach, bekommt eines Tages ein ersehntes Cembalo. Er ist 13 Jahre alt und nähert sich schon bald ohne zu Zaudern wie in einem Rausch den Präludien und Fugen von Bachs Wohltemperiertem Klavier. Es kursiert daraufhin das Gerücht, er sei ein Wunderkind!
In die Wiege gelegt worden ist ihm eine Zukunft als berühmter Cembalospieler allerdings nicht. Der Vater war ein unfreundlicher und missmutiger Zeitgenosse, der glücklos seinem Leben als Bundeswehrangehöriger nachging. Die unzufriedene und nörgelige Mutter von Moritz konnte ebenfalls wenig zum Glück der Familie beitragen. Als sich bei ihm frühe Sehstörungen zeigen, die zur Erblindung führen werden, beginnt sie, ihren Sohn und seine Musikerkarriere zu ihrem Lebensinhalt zu machen. Seine verzweifelten Auflehnungsversuche in den 68 ziger Jahren ändern daran nichts.
Das in humorig -makabere Worte gekleidete Familienleben bildet den Auftakt zu einer seltenen Musikerkarriere, mit der Petra Morsbach ihre Entwicklungsstudie über einen Jungen beginnt, der immer nur sich selber im Blick hat. Als er in der Pubertät seine Homosexualität entdeckt, wird er von unbezähmbaren Leidenschaften erfasst, die ihn in Unsicherheit und Angst stürzen. Seine Selbstzweifel weichen bald einer stillen Eingenommenheit von sich selber, als er in der Musik zunehmend eine Sublimation für sein eingeengtes Gefühlsleben entdeckt.

Die einzelnen Kapitel des Romans sind mit bekannten Werken Bachs überschrieben. Durchgängig aber bleiben die Goldbergvariationen im Fokus des Geschehens. Moritz Bauer erlebt eine rasante Karriere, die ihn in berühmte Konzertsäle führt und ihm Ruhm und Ehre einbringt. Sein Leben zwischen der Musik und seiner homoerotischen Neigung bildet den Tenor des Romans. Dabei lernt man einen Kunstbetrieb kennen, in dem es zuweilen recht skurril zugeht.

Indem sich die Autorin ganz auf das Leben ihres Protagonisten Moritz Bauer einlässt, erlebt man sie als sensible und verständnisvolle Betrachterin seelischer Beunruhigungen und Nöte. Anrührend klar und eindeutig zeichnet sie das Leben ihres Helden, das sich beinahe kontrapunktisch ausnimmt: hier der Ästhet und bewundernswert kompetente Musiker, dort der von seinen Leidenschaften gepeinigte Mann.
Mit musiktheoretischem Wissen ausgestattet erlaubt uns Petra Morsbach einen Blick hinter die Kulisse einer leidenschaftlichen Musikerseele, die diesen zu tiefstem Gefühlsausdruck befähigt, während zugleich ein einsamer Mann seinen menschlichen Versäumnissen nachspürt. Die in den siebziger Jahren noch ganz ins dunkle Abseits gedrängte Homosexuellenszene steht im Kontrast zur göttlichen Musik von Bach und seinen Zeitgenossen.

Morsbachs Anmerkungen weisen sie als ausgezeichnete Musikkennerin aus. In wunderbaren Passagen bietet sie Interpretationen über die Meisterwerke Bachscher Passionen, Orgel - und Klavierwerke.
Die selbstverständliche Erzählweise ist eindringlich, klar und nüchtern und lässt trotz des delikaten Doppelthemas: Musik und Homosexualität keinen Moment der Peinlichkeit aufkommen. Man mag das Buch auch als gelungene Hommage an die Musik von Johann Sebastian Bach ansehen!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Petra Morsbach ist in mehrfacher Hinsicht mit DER CEMBALOSPIELER ein grosser Roman gelungen. Zunächst versteht sie es in einer teilweisen humorvollen Art ein trauriges Thema dem Leser zu vermitteln und das ist schon eine reife Leistung für einen deutschen Roman. Ihr Held Moritz Bauer erblindet im Laufe von mehreren Jahren und sie beschreibt diesen Prozess auf eine unglaublich einfühlsame Art. Trotz seines Schicksals wird sein Talent als Pianist bzw. Cembalospieler nicht gebremst, im Gegenteil wird seine Virtuosität an diesem schwierigen Instrument von der Fachwelt und vom Publikum bewundert und honoriert mit einer grossen Karriere. Der Kunstbetrieb wird auf köstliche Weise beschrieben, auch wenn dem Leser hier nichts wirklich Neues vermittelt wird, so ist doch die Sprache und die gute Beobachtungsgabe, die hier besonders besticht .
Schliesslich wird die Homosexualität des begnadeten Musikers zwar nicht der Mittelpunkt dieses Romans, doch auch nicht verschwiegen und vor allem nicht als Mittel der Mitleidserzeugung benutzt. Der Protagonist lebt mit seiner Veranlagung und verfällt eben nur selten in Selbstmitleid, dafür kämpft er um so mehr für seine Musik. Manchmal reicht es jedoch kaum ein Freund klassischer Musik zu sein, weil Morsbach als fundierte Kennerin der technischen Komponenten wohl den meisten Lesern weit überlegen ist und da nicht immer Rücksicht auf den normalen Laien nimmt, der sich auch schon Mal überfordert fühlt. Doch einen Punktabzug hat das nicht verdient, denn dafür ist dieser Roman wirklich eine Perle unter den vielen Neuerscheinungen .
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Hochkonzentriert! 5. April 2009
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Ein Musiker, der langsam erblindet. Aus schwierigen Verhältnissen, talentiert, aber gefährdet. Der Klassikbetrieb, der einem Haifischbecken gleicht und wie eine Kulturkarawane von Trend zu Trend eilt; Aus diesem "Rohmaterial" macht Petra Morsbach einen ganz wunderbaren, tiefgründigen und hochkonzentrierten Roman, aus dessen Fängen sich der Leser nur ungern wieder befreit.

Moritz Bauers Elternhaus ist nicht gerade ein Hort der Kunst. Die Eltern machen sich gegenseitig das Leben schwer, sie leben in beengten Verhältnissen, die Mutter hat eine selbstzerstörerische Ader und ihre Ohnmacht lässt sie an Moritz und seinem Bruder Kurt aus.
Moritz, der an einer Netzhauterkrankung leidet und zugleich früh eine geniale Begabung für Orgel und Klavier zeigt, hat eine schwierige Kindheit. Doch er erkennt, dass ihm sein Talent eine verheißungsvolle Eintrittskarte in ein schöneres, glanzvolles Leben zuspielt und er arbeitet hart daran, seine Chancen zu verwirklichen.
Er entdeckt das Cembalo für sich und beginnt eine verheißungsvolle Karriere, die ihn bald in die großen Konzertsääle führt.
Doch auch der Klassikbetrieb ist modischen Wellen unterworfen und irgendwann sinkt sein Stern.
Moritz Bauer kämpft nicht nur mit seiner Erblindung, sein kompliziertes Verhältnis zu seiner Homosexualität, die Schatten seiner Familie, der Kunstbetrieb, ein schwieriges Verhältnis zu einem Gönner -- all das nimmt Moritz Bauer vollkommen ein. Er lebt eine Innerlichkeit, die ihn von seiner Umgebung oft gänzlich abkoppelt...

Petra Morsbachs Thema hätte bös ins Auge gehen können.
Aber ihr ist ein wirklich bemerkenswerter Roman gelungen, der geschickt den schmalen Grat zwischen Genie und Lächerlichkeit auslotet.
Sie ist nicht nur eine versierte Musik-Kennerin, von der der Leser wirklich noch eine Menge lernen kann. Ihr gelingt es, ihr musiktheoretisches Wissen und Insider-Kenntnisse des Kulturbetriebs in eine Geschichte zu kleiden, die den Leser vollkommen absorbiert. Ein Entwicklungsroman auf höchstem Niveau, ein absolut lesenswerter Geheimtipp!
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