Falls Sie - warum auch immer (vielleicht des Buchtitels wegen) - gespannt sein sollten, daß Ihnen das Büchlein etwas Substanzielles über den Casimir-Effekt (und etwa noch in Ansätzen nachvollziehbare Nutzbarkeiten) verrät, so bin ich Spaßverderber genug, Ihnen bereits in dieser Rezension die Entdeckerfreude vollends zu nehmen. Was der Autor nach erheblichem, aber letztlich informationsarmem, eklektisch aufgehübschtem und keinesfalls zielgerichtet zum Titelthema(!) führendem Tamtam, "schon" im Kapitel 14 (von 21) zum Casimir-Effekt dem ergriffenen Leser offenbart, ist dieser eine, alle Dimensionen sprengende Merksatz:
"Mit diesem neu entdeckten Naturgesetz gibt es eine ideale Möglichkeit, all die verschiedenen Giftfrequenzen in jedem Lebensmittel zu löschen".
Nicht mehr und nicht weniger! Dieses ist genau der einzige Satz unterhalb der Kapitelüberschrift, bevor sich übergangslos eine radiästhetische Bewertung von SW-Fotos von Weizen- und Mais-Körnern anschließt, wobei erstere die Strahlungsstufe "lebensbedrohliche Giftstrahlung" hätten. Wer je so etwas zu sich nehmen sollte, könnte sich aber dennoch glücklich schätzen, denn würde er von den Maiskörnern naschen, würde er weitaus schlimmer dran sein, denn diese "haben noch höhere Giftstrahlen, sie liegen im krankmachenden Bereich".
"Lebensbedrohlich" ist uns doch allemal lieber als so ein halbgewalktes Krankwerden oder?
Damit habe ich zu fast 100% das sensationelle Kapitel 14 wiedergegeben und - pars pro toto - das Argumentationsniveau der ganzen Schrift. Ich verbürge mich, es gibt der Abstrusitäten, Fragwürdigkeiten, der aufgebauschten Banalitäten, der verkrampften und unerklärten Brückenschläge zur modernen Physik und vor allem der nur mal so hingeschmissenen, angezupften unvorstellbaren Möglichkeiten (in Energiegewinnung, Gesundheit und Landwirtschaft) noch viele mehr auf diesen ca.50 in großer Schrift bedruckten A5-Seiten, die sich drucktechnisch problemlos auf 20 und für mich inhaltlich auf 0 Seiten beschränken ließen.
Das Positive für mich: Ich bin den Dingen gegenüber, die hier verschwiegen wurden, aufgeschlossen geblieben. Denn nicht mal dazu, "Feinstoffliches" nur als Stuß abzutun, war die Lektüre geeignet...
Ein Stern muß hier wohl vergeben werden - er soll seinen Platz dafür bekommen, daß mir der Schlüssel zum Wunderbaren und zum tiefsten Wissen gereicht wurde und ich habe es einfach nicht bemerken wollen.
Ich überlege, ob ich das Buch dennoch behalte, denn... es hat Charme...es hat den Charme einer gewissen Unverschämtheit und atmet damit (ungewollt?) durchaus auch den Geist unserer Zeit.