Ein Buch, das nicht in Amerika spielt, ist ja durchaus für den ein oder anderen schon sehr vielversprechend. Einem Buch, dessen Klappentext allerdings mehr Fragen aufweist als manche 300 Seiten Schmöker, steht manch einer allerdings skeptisch gegenüber.
Leider war bei mir zweiteres der Fall und dementsprechend habe ich das Buch nach knappen 50 Seiten erst einmal für ca. 4 Wochen weggelegt, um mich anderen Werken zu widmen.
Dennoch hat mich irgendwann die Neugierde gepackt und ich habe weitergelesen. Zunächst mit einigem Erfolg, denn die Schreibweise wurde interessanter, die Namen eingängiger, der Inhalt durchaus vielversprechender.
Allerdings auch nur bis zu einem gewissen Punkt, an dem man sich einfach fragen musste, worauf der Autor eigentlich hinaus möchte, da der Plot und die Zusammenhänge immer abstruser wurden, immer weniger nachvollziehbar und teilweise einfach nur wirr.
Ein Unterwasserarchäologe, der die Geheimnisse und Hintergründe der Architektur ergründen , nebenbei noch 1-2 Morde aufklären und irgendwie die Verbindung zu Bombenanschlägen auf wichtige Machtzentren der Welt erkennen muss.... Das ist doch etwas an den Haaren herbei gezogen. Man hat teilweise das Gefühl, dass Herr Lépée hier all seine Fantasie und Vorstellungskraft investiert und nebenbei noch ein bisschen Stoff seiner Tätigkeiten in der Politik eingebaut hat.
Alles in allem war es trotzdem ein ganz gutes Debüt, allerdings sollte der Autor noch ein bisschen an seiner Sprache feilen und versuchen etwas mehr Atmosphäre in seine Bücher zu bringen. Dann werden seine künftigen Werke mit Sicherheit zu einem guten Lesestoff für gemütliche Abende auf der Couch.
Birgit Grunwald für Hysterika, 10.03.2011