Judith Luig, die tageszeitung, 18. Oktober 2006
"Eine verliebt-böse Hommage an die Unzulänglichkeiten des deutschen Hochschulbetriebs. Insgesamt ist der Campus-Knigge eher eine Art Campus-Roman, denn in seinen Einträgen verbergen sich lauter kleine Geschichten, die ein selbstironisches Bild des Akademiebetriebes zeichnen."
N.L. Die Welt, 20. Oktober 2006
"Der Campus-Knigge führt unterhaltsam nach Stichworten in die Hochschulwelt ein. Welche besonderen Anredeformen gibt es und welche Dresscodes? Was sind Drittmittel, und wem muss man in einem Vorwort danken? Studenten wie Professoren werden dieses Buch mit einem Schmunzeln lesen."
klü, Stuttgarter Zeitung, 29. September 2006
Dieses Buch lässt einen nicht mehr los. Es genügt, dass man einen Bezug zum Leben im Umfeld von Hochschule und Forschung hat und sich in die Seiten ziehen lässt. Dann fesselt es raffiniert. Man liest einen der witzigen und originellen Beiträge. Man stößt dabei auf einen der Querverweise, die so skurrile Zusammenhänge herstellen, dass man unbedingt nachschauen muss, was, beispielsweise, das Erbsenzählen mit dem Sex zu tun hat, und der Sex mit dem Selbststudium. [...] [D]ieses Lexikon widerlegt drei hartnäckige Vorurteile: erstens, dass man ein Lexikon nicht stehend im Flur lesen könne, auf dem Weg von einem Büro zum nächsten, zweitens, dass Autoren mit Doktortitel zu Ironie nicht fähig seien, vor allem nicht zu Selbstironie, und drittens, dass ein Lexikonbeitrag kein persönliches Bekenntnis zum lebenslangen morgendlichen Ausschlafen enthalten dürfe.
Kurzbeschreibung
Die Herausgeber Milos Vec, Bettina Beer, Eva-Maria Engelen, Julia Fischer, Alexandra M. Freund, Rainer Maria Kiesow, Martin Korte, Ulrich Schollwöck und Hildegard Westphal sind Mitglieder der AG Manieren! der Jungen Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Die Universität ist ein ganz spezieller Lebensraum. Was genau ein Einzelschreibtischforscher ist, wie ein wohlfeiles Nachwort auszusehen hat, zu welchen bisweilen seltsamen Auswüchsen die Jagd nach Drittmitteln und Exzellenzclustern geführt hat, darüber gibt dieses unterhaltsam geschriebene Lexikon Auskunft. Ein unverzichtbarer Führer durch die skurrile Welt der Gelehrsamkeit. An der Universität ticken die Uhren anders. Man merkt es schon an eigenwilligen Zeitangaben wie cum tempore oder sine tempore. Und auch sonst herrschen auf dem Campus eigenwillige Sitten: Besondere Anredeformen, heimliche Dresscodes oder Statussymbole, aber auch ehrwürdige Rituale wie Antrittsvorlesungen künden von einem sozialen Raum ganz eigener Art. Aber längst nicht alle Sitten und Normen sind klar. Was macht eine gute Vorlesung aus? Wem sollte man im Vorwort eines Buches danken? Wie cool darf ein Professor sein und wann wird es peinlich? Was hat es mit Knödeldiagrammen, Exzellenzclustern oder dem sogenannten Aufhübschen auf sich? Und welche Not verbirgt sich hinter einer Festschriftendruckkostenzuschussversicherung? Dieses unterhaltsame Lexikon, ganz in der Tradition des Freiherrn von Knigge, klärt hierüber auf und kritisiert modische Trends wie modularisierte Studiengänge ebenso wie das Vordringen der vermeintlichen Eliteuniversität.
Über den Autor
Milos Vec ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt a.M.Bettina Beer; Professorin für Ethnologie am ethnologischen Seminar der Universität Luzern.Eva-Maria Engelen lehrt Philosophie an der Universität Konstanz. Zu ihren Schwerpunkten zählen Erkenntnistheorie, Sprachphilosophie und die Geschichte der Philosophie. Aktuelle Forschung zum Themenbereich "Erkenntnis und Liebe".