Der Inhalt des Buchs erscheint mir genauso vielfältig wie diffus. Es handelt von der kulinarischen Historie, ebenso wie von menschlichen Exkrementen und sonstigen Körperausscheidungen: "Doch noch scheißt er senfblond flüssig"; "schwarzer Dünnpfiff" (S. 230); "Warum nicht ein Gedicht über den Haufen Scheiße, wie Gott ihn fallen ließ und Kalkutta nannte"; "Mit Eiter schreiben"; "Schorf kratzen..." (S. 237).
Originell und komisch fand ich (lediglich) die Parodie der Stammheimer RAF-Prozesse: Auf dessen Beschwerden über die "Foltermethoden der modernen Klassenjustiz" wird der Butt - der über Jahrtausende die Sache der Männer betrieb und über den daher ein feministisches Tribunal gehalten wird - auf aberwitzige Weise verwöhnt: sowohl "frisches Nordseewasser" als auch "Ostseesand wurde[n] eingeflogen" und ein fischkundiges Institut für dessen Ernährung bemüht, um bloß dem Verdacht vorzubeugen, man halte ein "faschistische[s] Militärtribunal" ab (S. 217 f.).
Am stärksten haben mich jedoch Grass' sodomitische Phantasien und seine Ausführungen über die menschlichen Geschlechtsorgane beeindruckt:
Zunächst steigt die dreibrüstige Urmutter Aua "über den Regenbogen und fand den Himmelswolf", der "neben dem Urfeuer lag" und "ihre Tasche mit seinem Wolfsglied" prüft. Als er einschläft "ließ sie seinen Prüfer aus ihrer Tasche gleiten" und "nahm dann drei Stückchen glühende Holzkohle vom Urfeuer und versteckte sie in ihrer Tasche, wo sie sogleich den Wolfsamen auffraß, daß es zischte". Da ihre "Tasche" trocken wurde, wurde diese "von der glühenden Holzkohle gebrannt", so dass sie "'Aua! Aua!' schrie [...] und [...] sich urlautlich einen Namen" machte. So sei die "Jucknarbe" entstanden, die "später Klitoris oder der Kitzler genannt" wurde (S. 67 ff.).
Später heißt es, "Aua [...] läßt hundert Männer mit Steinäxten entmannen" um fortan "die dürren Penisse als Kette gereiht um ihr mächtiges Becken" zu hängen (S. 225).
Die menschlichen Geschlechtsorgane sind wohl seit Mörike nicht mehr so übel beleidigt worden und man kann verstehen, was Elke Heidenreich mit "ekelhafte Altmännerliteratur" meint. Ansonsten fällt mir zu so perversen Phantasien eigentlich nur noch ein Zitat von Günter Grass selber ein (das der gegen Oskar Lafontaine richtete): "Halt's Maul! Trink Deinen Rotwein".