Meinen letzten Lesegenuss möchte ich Euch nicht vorenthalten, heute morgen habe ich beim Frühstück noch Hanif Kureishis „Der Buddha aus der Vorstadt“ beendet. Nachdem ich zuerst „Rastlose Nähe“ gelesen hatte, kam es mir vor, als wären das zwei Geschichten aus dem Leben des selben Mannes, und nachdem ich altersmäßig genau dazwischen liege, konnte ich mir beides gut vorstellen. Im „Buddha“ ist die Hauptfigur Karim, ein junger Engländer mit indischem Vater, der in Südlondon bzw. in den Suburbs aufwächst. Als Karim ca 17 ist, verlässt sein Vater die Mutter, um mit Eva zusammenzuleben. Gleichzeitig startet Karims Vater eine kleine Karriere als Lebensberater, der Buddha eben, der aber nie irgendwie lächerlich gemacht wird, sondern an dessen Weisheit Karim letztendlich glaubt. Karim selbst ist ziemlich ungefestigt in der Zeit, beobachtet alle um ihn herum, und das sind die interessantesten Menschen, und zieht so seine Schlüsse. Er selbst beginnt dann als Schauspieler zu arbeiten, erlebt eine große Liebe, und beobachtet den Ruhm seines Halbbruders Charlie, der Punkstar wird. Eine der besten Gestalten ist Karims Cousine Jamila, die wirklich tough, und emanzipiert ist, aber dann mit einem Mann, den ihr ihr Vater ausgesucht hat, verheiratet wird. Sie verändert aber ihr Schicksal, durch ihre Willensstärke, zieht mit ihrem Mann in eine Kommune, bekommt ein Kind von einem anderen Mann, um das sich ihr Mann kümmert, und vieles mehr. Die Figuren dieses Buches sind interessant, symphatisch, authentisch. Auch das London –feeling kommt rüber, mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil Karim einfach Hoffnung macht. Die ganze Story ist natürlich angereichert mit Sex, Drugs, Rock n Roll. Und sie zeigt einfach einen Ausschnitt aus dem Leben von Menschen, deren Weg genauso gut anders gehen könnte, die aber an sich glauben und deshalb glücklich werden können.