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Produktinformation
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Arrangierte Ehen und wertvolle Bücher, Freiheit des Geistes und der Buchstabe des Koran, eingeschlossene Gefühle und die vorsichtige Hoffnung auf eine andere Zukunft. Mit großem erzählerischen Charme zeichnet Åsne Seierstad das Porträt eines Buchhändlers mit Charisma und Eigensinn, der Bücher über alles liebt und der doch das klassische Oberhaupt einer islamischen Familie bleibt. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Das Buch ist eher authentische Reportage als Literatur: Situationsschilderungen und Lebensgeschichten verschiedener zentraler und entfernterer Mitglieder des Familienclans reihen sich aneinander. Die wichtigsten Themen sind dabei (1.) die kriegerischen Auseinandersetzungen der letzten Jahre, ihre Drahtzieher, Profiteure und Resultate - also die jüngste Geschichte -, (2.) die Religion und ihre Auswirkungen auf den Alltag und (3.) die völlig hoffnungs- und rechtlose Rolle der Frauen, die der Willkür ihrer Familienoberhäupter ausgesetzt sind und deren Wort nichts gilt. Ein durchaus interessanter Einblick in die Lebensbedingungen in diesem gebeutelten Land.
Die Autorin bleibt völlig im Hintergrund - sie berichtet und beschreibt, aber wertet nicht. Erlebnisschilderungen in schlichter Sprache, aber keine literarische Meisterleistung. Nach der Lektüre weiß man über das Land und die Menschen zwar einige Details mehr, aber das kulturelle Verständnis wird dadurch nicht unbedingt größer. Eher im Gegenteil: viele geschilderte Verhaltensweisen wirken auf Westmenschen geradezu provozierend (und auch die Autorin gibt an, selten so häufig wütend gewesen zu sein wie in diesem Land). Als "kulturelle Brücke" würde ich das Buch daher nicht bezeichnen. Aber es schildert ein Stück Realität - die nicht gerade aufmuntert.
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