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"Der Briefwechsel mit Heloisa" ist ein unheimlich vielschichtiges,und meiner Meinung nach, in seiner Bedeutung für die Literatur sehr verkanntes Werk.(jedenfalls in der heutigen Zeit)
Was mich so fasziniert ist die Wandlung die Abaelard und Heloise
durchlebten vor dem Entstehen des Briefwechsels , die Abkehr von der weltlichen,"fleischlichen"(heute ein eher altmodischer Begriff) Liebe und die Zuwendung zum christlichen Glauben, in dem beide schließlich ihre Erfüllung fanden.
Wieviel sie aufgeben mussten ist schwer zu ermessen, und gerade deshalb finde ich es schade das dieses Paar im laufe der Jahrhunderte in, wenn auch nicht völlige, Vergessenheit geraten ist.
Beide waren sie sich ebenbürtig, sogar mehr als das,das wird einem beim lesen des Briefwechsels bewußt. Heloise dachte oftmals sehr viel praktischer als Abaelard, den man,würde er in der heutigen Zeit leben, sicherlich als "vergeistigt" bezeichnen würde.
Es lohnt sich dieses großartige Stück Weltliteratur wiederzuentdecken!!!
Seine steile Karriere als Lehrer der Philosophie (Scholastik) in Konkurrenz zum universitären Establishment und der totale Einbruch durch seine unkontrollierte Leidenschaft für Heloisa mit der Folge seiner Kastration und Trennung von der Geliebten zeigen eindrucksvoll an einem konkreten menschlichen Schicksal die Chancen und Zwänge in der mittelalterlichen Gesellchaft.
Die folgenden Briefe erschöpfen sich dann in ausführlichen frommen Ratschlägen für Heloisas Klostergründung (Anpassung der männl. Ordensregel an die Bedürfnisse der Nonnen) und die Umwidmung ihrer Liebe auf geistliche Ziele hin. Da wird man für einige Lesemühe nur mit wenigen philosophisch interessanten Einsichten belohnt.
Insgesamt bietet sich ein direkter und unverfälschter Einblick ins mittelalterliche Leben.
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