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Der Briefwechsel.: 1967 bis 1975
 
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Der Briefwechsel.: 1967 bis 1975 [Taschenbuch]

Hannah Arendt , Uwe Johnson , Eberhard Fahlke , Thomas Wild
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 344 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (17. Mai 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518415956
  • ISBN-13: 978-3518415955
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 16,2 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 759.985 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

"Ihre Freundschaft war ehrlich genug für Tapferkeit vor dem Freund", schreibt Uwe Johnson, eine Zeile von Ingeborg Bachmann aufgreifend, zum Tod von Hannah Arendt im Dezember 1975. Zehn Jahre zuvor waren sie einander zum ersten Mal begegnet. Der Briefwechsel umfaßt insgesamt 60 größtenteils unveröffentlichte Briefe und dokumentiert das Verhältnis zwischen dem Schriftsteller, der durch Hannah Arendt zum ersten Mal jüdischem Leben und Denken begegnet, und der Philosophin, die das Erzählen des Verfassers der Jahrestage tiefgreifend geprägt hat.
Auf Einladung von Günter Grass begleitete Uwe Johnson den Schriftstellerkollegen 1965 auf einer dreiwöchigen Amerikareise. Deren gemeinsamen Auftritt in New York beschreibt Hannah Arendt so: "Apropos deutsche Schriftsteller: Sind augenblicklich alle hier, Grass und Johnson habe ich kennengelernt, darüber mündlich. Und Enzensberger ist im Anzug. Der Mangel an gesundem Menschenverstand ist oft zum Verzweifeln."
Ein Jahr später, gleich zu Beginn seines zweijährigen New-York-Aufenthalts, suchte Uwe Johnson das Gespräch mit Hannah Arendt. Beide wohnen in unmittelbarer Nachbarschaft am Riverside Drive.
Es entwickelt sich eine Freundschaft, die auch nach Uwe Johnsons Rückkehr aus Amerika gepflegt wird und bis zum Tod von Hannah Arendt anhält. Man hält sich auf dem laufenden über Berufliches und Privates und die hohe persönliche Wertschätzung öffnet auch die Tür zu Arbeitsfragen: "Ich bekomme Seminare in Philosophiegeschichte, zeitgenössischer Politik, Zeitgeschichte, je nach Wunsch", so Uwe Johnson.

Über den Autor

1906   
14. Oktober: Hannah Arendt wird in Linden bei Hannover als einziges Kind des Ingenieurs Paul Arendt und seiner Frau Martha (geb. Cohn) geboren; beide Eltern sind aus Königsberg stammende Juden.
1909   
Umzug der Familie nach Königsberg.
1913   
Tod des Vaters (Martha Arendt heiratet 1920 den Witwer Martin Beerwald). Besuch des Mädchengymnasiums in Königsberg.
1924   
Abitur in Königsberg. – Beginn des Studiums der Philosophie (Hauptfach), protestantischen Theologie und griechischen Philologie an der Universität Marburg, unter anderem bei Martin Heidegger und Rudolf Bultmann.
1925   
Studienortwechsel nach Freiburg und Heidelberg, wo Arendt bei Edmund Husserl und Karl Jaspers studiert.
1926   
Arendt lernt Kurt Blumenfeld kennen, den Präsidenten der Zionistischen Vereinigung für Deutschland.
1928   
Promotion zum Dr. phil. in Heidelberg bei Karl Jaspers.
1929   
Arendts Dissertation Der Liebesbegriff bei Augustin erscheint in Buchform. – Heirat mit Günther Stern (Günther Anders).
1930   
Arendt beginnt ihre Forschungsarbeit über deutsch-jüdische Assimilation am Beispiel Rahel Varnhagens. – Erste Publikationen als freie Autorin.
1933   
Juli: Verhaftung durch die Gestapo in Berlin. – Nach der Freilassung flieht Hannah Arendt mit ihrer Mutter ins Exil nach Paris.
1933   
Beginn des Pariser Exils (bis 1940).
1935   
Arbeit für zionistische Organisationen, vor allem zur Rettung jüdischer Kinder. – Arendt lernt Walter Benjamin kennen.
1936   
Arendt lernt Heinrich Blücher kennen.
1937   
Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft. – Scheidung von Günther Stern.
1940   
Januar: Heirat mit Heinrich Blücher. – Fünfwöchige Internierung als »feindliche Ausländerin« im Lager Gurs (Südfrankreich), aus dem Arendt fliehen kann. – Wiedersehen mit Blücher und Freunden in Montauban.
1941   
Flucht in die USA. – Mai: Ankunft per Schiff aus Lissabon in New York, gemeinsam mit Heinrich Blücher. – Beginn der Tätigkeit als politische Journalistin, unter anderem bei der deutschsprachigen Emigrantenzeitung Der Aufbau.
1944   
Arendt lernt Mary McCarthy kennen.
1946   
Beginn einer zweijährigen Tätigkeit als Mitarbeiterin des Schocken-Verlages in New York.
1948   
28. Juli: Tod der Mutter. – Die Sechs Essays erscheinen.
1949   
Geschäftsführerin der Jewish Cultural Reconstruction (bis 1952). – Im Winter 1949/50 erste Europareise nach Kriegsende, dabei Wiedersehen mit Karl und Gertrud Jaspers sowie Martin Heidegger.
1950   
Beginn des Denktagebuchs.
1951   
Hannah Arendt wird, nach 17 Jahren Staatenlosigkeit, US-amerikanische Staatsbürgerin. – The Origins of Totalitarianism erscheint in den USA.
1955   
Die deutsche Fassung des Totalitarismus-Buches wird unter dem Titel Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft publiziert. – Beginn der Freundschaft mit Lotte Köhler.
1957   
Die Essaysammlung Fragwürdige Traditionsbestände im politischen Denken der Gegenwart erscheint.
1958   
Arendt wird korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. – Laudatio auf Karl Jaspers (Friedenspreis des Deutschen Buchhandels). – Veröffentlichung der Bücher The Human Condition und Die Ungarische Revolution und der totalitäre Imperialismus.
1959   
Arendt erhält den Lessingpreis der Freien und Hansestadt Hamburg. – Veröffentlichung von Rahel Varnhagen. Lebensgeschichte einer deutschen Jüdin aus der Romantik.
1960    
Vita Activa oder Vom tätigen Leben erscheint, die deutsche Ausgabe von The Human Condition.
1961   
In Jerusalem findet der Eichmann-Prozess statt, an dem Arendt als Reporterin für die Zeitschrift The New Yorker teilnimmt. – Veröffentlichung von Between Past and Future. Six Exercises in Political Thought.
1963   
Professur mit reduzierter Lehrtätigkeit an der University of Chicago, bis 1967. – Eichmann in Jerusalem. A Report on the Banality of Evil wird in den USA publiziert. – Internationale Kontroverse um Arendts Bericht über den Jerusalemer Eichmann-Prozess.
1964   
Die deutsche Ausgabe des Prozessberichts erscheint unter dem Titel Eichmann in Jerusalem. Bericht von der Banalität des Bösen. – On Revolution wird veröffentlicht.
1965   
Arendt lernt Uwe Johnson kennen. In Deutschland erscheint Über die Revolution.
1967   
Professur mit reduzierter Lehr- und Präsenzpflicht an der Graduate Faculty der New School for Social Research in New York (bis 1975). – Arendt erhält den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa.
1968   
Die Porträtsammlung Men in Dark Times erscheint.
1969   
26. Februar: Karl Jaspers stirbt in Basel.
1970   
31. Oktober: Tod Heinrich Blüchers in New York.
1971   
Grundsatzentscheidung des Bundesverfassungsgerichts (»Lex Arendt«): Jüdische Wissenschaftler können von nun an Wiedergutmachungsansprüche erfolgreich durchsetzen.
1972   
Die Essaysammlung Crises of the Republic erscheint.
1973   
Gifford Lectures an der University of Aberdeen über Das Denken.
1974   
Mai: Hannah Arendt erleidet während des zweiten Teils ihrer Vorlesungsreihe in Aberdeen (über Das Wollen) einen Herzinfarkt.
1975   
Sonning-Preis für Verdienste um die europäische Kultur (Dänemark).
1975   
Am 4. Dezember stirbt Hannah Arendt an einem Herzinfarkt in ihrer New Yorker Wohnung.


Uwe Johnson wurde am 20. Juli 1934 in Kammin (Pommern), dem heutigen Kamien Pomorski, geboren und starb am 22. oder 23. Februar 1984 in Sheerness-on-Sea. 1945 floh er mit seiner Mutter und seiner Schwester zunächst nach Recknitz, dann nach Güstrow in Mecklenburg. Sein Vater wurde von der Roten Armee interniert und 1948 für tot erklärt. 1953 schrieb er sich an der Universität Leipzig als Germanistikstudent ein und legte sein Diplom über Ernst Barlachs Der gestohlene Mond ab. Bereits während des Studiums begann er mit der Niederschrift des Romans Ingrid Babendererde. Reifeprüfung 1953. Er bot ihn 1956 verschiedenen Verlagen der DDR an, die eine Publikation ablehnten. 1957 lehnte auch Peter Suhrkamp die Veröffentlichung ab. Der Roman wurde erst nach dem Tode von Uwe Johnson veröffentlicht. Der erste veröffentlichte Roman von Uwe Johnson ist Mutmassungen über Jakob. Von 1966 – 1968 lebte Uwe Johnson in New York. Das erste Jahr dort arbeitete er als Schulbuch-Lektor, das zweite wurde durch ein Stipendium finanziert. Am 29. Januar 1968 schrieb er in New York die ersten Zeilen der Jahrestage. Aus dem Leben von Gesine Cresspahl nieder. Deren erste ›Lieferung‹ erschien 1970. Die Teile zwei und drei schlossen sich 1971 und 1973 an. 1974 zog Uwe Johnson nach Sheerness-on Sea in der englischen Grafschaft Kent an der Themsemündung. Dort begann er unter einer Schreibblockade zu leiden, weshalb der letzte Teil der Jahrestage erst 1983 erscheinen konnte. 1979 war Uwe Johnson Gastdozent für Poetik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt. Ein Jahr später erschienen seine Vorlesungen unter dem Titel Begleitumstände. Sein Nachlass befindet sich im Uwe Johnson-Archiv der Universität Frankfurt.



Thomas Wild, geboren 1973, Dr.phil., Literatur- und Politikwissenschaftler, freier Autor, lebt in Berlin. Er hat den Briefwechsel zwischen Hannah Arendt und Uwe Johnson sowie das TEXT+KRITIK-Heft 166/167 zu Hannah Arendt mit herausgegeben und ein Buch über die Beziehungen zwischen Arendt und der deutschen Gegenwartsliteratur geschrieben.

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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von FrizzText HALL OF FAME REZENSENT
Format:Taschenbuch
"Das Wider-, Ohne-einander-Sein, das Aneinander-Vorbeigehen, das Einander-nichts-Angehen sind mögliche Weisen der Fürsorge. Und gerade die zuletztgenannten Modi der Defizienz und Indifferenz charakterisieren das alltägliche und durchschnittliche Miteinander-Sein ..." hatte dereinst Martin Heidegger, wenig fürsorglich, wie es sein arrogantes Naturell war, in seinem epochalen Werk SEIN und ZEIT geschrieben. Heidegger, der heimlich mit Hannah Arendt liiert war, ließ sie fallen wie eine heiße Kartoffel, als der Nationalsozialismus begann, die Juden immer mehr in die Enge zu treiben. Die WUT über solche Abläufe hat Hannah Arendt in vielen Gesprächen mit dem weiterhin zu ihr haltenden Philosophen Karl Jaspers deutlichst formuliert. Es wundert nicht, dass Arendt zutiefst verletzt und vorsichtig blieb, was alle ihre anschließenden Kontakte mit Deutschen betraf. Zu sehr war ihr Deutsches (sie kommentierte den Jerusalemer Eichmann-Prozess für die New York Times) horrend geworden. Mit Uwe Johnson, dem Suhrkamp-gesponserten Kult-Autor, den sie 1965 im New Yorker Goethe-Institut traf, versuchte sie es noch einmal testweise im Guten. Sie gab ihre Unzufriedenheit über das Amerika NIXONs zu erkennen, JOHNSON versuchte den Brückenschlag, indem er kritisierte, dass durch die Aktivitäten der damaligen RAF in Deutschland insgesamt Intellektualität wieder eine Art Kains-Mal aufgeheftet bekam. Über vorsichtige Postkarten-Statements, zuweilen ganz im Stile des Heideggerschen Aneinander-Vorbeigehens, kommt der Test-Dialog dann großenteils auch nicht heraus. Ein Briefwechsel, der traurig macht - und nachdenklich; Johnson's Kniefall - er ließ Hannah Arendt als Gräfin Seydlitz in seinem Roman JAHRESTAGE auftauchen - er brachte den Kontakt eher ins Wackeln, als dass er ihn verbesserte. ARENDT war es sehr an äußerster Diskretion gelegen. Den chronisch gewordenen Schock des Sich-Verbergen-Müssens hätte Johnson, bei Betrachtung des Arendt'schen Lebenslaufes, deutlicher begreifen müssen. Öffentlicher Klamauk war niemals geeignet, Wunden solcher Art zu heilen - an stiller Freundschaft, trotz aller zeitweiligen Solidarität, sind die beiden wohl unglücklich vorbeigeschlittert.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Günter Nawe "Herodot" TOP 100 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
"...wenn Sie weiter so schöne Briefe schreiben, werden sich die Grenzen dessen, was sie dürfen, ganz erheblich erweitern." So Hannah Arendt an Uwe Johnson. Das bezieht sich vordergründig auf die Anredeform, das bezieht sich aber auch auf Offenheit und Vertraulichkeit. Nur eines durfte Uwe nicht: Sie in dem epochalen Werk "Jahrestage" "persönlich" auftreten zu laassen, obwohl Uwe Johnson der Freundin damit eine Art literarisches Denkmal setzen wollte. An anderer Stelle tut er es dann doch: In der "Skizze einer Verunglückten" werden Joe Hinterhand die Lebendaten Hanna Arendts zugewiesen.

Sechzig größtenteils unveröffentlichte Briefe aus den Jahren 1967 bis 1975 lassen den Leser teilnehmen an dieser Freundschaft - herausragend von Eberhard Fahlke und Thomas Wild ediert.

Uwe Johnson lernt eine kluge und außerordentliche Frau kennen und schätzen. Er begegnet ihrem überragenden Denken, einem jüdischen Denken, das die Philosophin immer streitbar zu verteidigen wusste. In Amerika wohnten sie am Riverside Drive nah beieinander. Und nah wurde und blieb das Verhältnis auch über räumliche Entfernungen hinweg.

Berufliches und Privates - es bestimmt den Briefwechsel. "Ein Brief von Ihnen ist immer eine Freude" - ein Bekenntnis auf Gegenseitigkeit. Und so führt diese Briefwechsel den Leser durch eine bedeutsame Zeit - politisch und literarisch. Das gilt vor allem für Johnsons Roman "Jahrestage". Damit tragen diese Briefe zum Verständnis dieses Romans, zum Verständnis von Leben und Werk des Uwe Johnson bei. Aber auch Hannah Arendt lernen wir als eine Frau, die hervorragend zur Freundschaft befähigt war, kennen.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Hannah Arendt Uwe Johnson Suhrkamp ISBN 3518415956

Hannah Arentd war eine fleißige und ausdauernde Briefschreiberin.

Sie hatte Uwe Johnson auf einem 1956 in New York kennen gelernt. Beide interessierten sich für die Arbeit des anderen, und so entstand dieser Briefwechsel.

Der spröde und schwer zugängliche Uwe Johnson fasste eine herzliche Zuneigung zu der Philosophin und Schriftstellerkollegin, die in diesem Briefwechsel ihren Ausdruck fand. Hannah Arendt war offenherzig, ließ aber nicht gerne über sich verfügen. So verweigerte sie ihre Zustimmung, mit der Johson ihr in seinem Buch Jahrestage namentlich ein Denkmal setzen wollte.

Es ist ein sehr schön zu lesender Briefwechsel, zumal Hannah Arendts Gedanken in allen ihren Aussagen so auch in ihren Briefen zum Tragen kommen. Sowohl über Berufliches als auch Privates hält man sich auf dem Laufenden.

Durch diesen Briefwechsel kommt man als Leser auch Uwe Johnson ein wenig näher, der ein zurückhaltender und schwer zugänglicher Mensch war.
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