Der Schildknappe Tiuri verlässt in der letzten Nacht vor seinem Ritterschlag seinen Posten, um einem verletzten Ritter zu helfen. Dieser betraut ihn mit der Mission dem König des Nachbarreiches einen wichtigen Brief zuzustellen.
Damit setzt er nicht nur seine letzte Prüfung zum Ritter aufs Spiel, er gerät auch schon bald in gefährliche Verfolgungsjagden.
Jemand hat es auf den Brief abgesehen.
Der Brief für den König basiert auf gleichnamigem Bestseller des Niederländers Tonkte Dragt. Die Vorlage ist ein Jugendbuch und das sollte man bedenken, wenn man sich den Film anschaut. Eine komplexe Hintergrundgeschichte, Brutalität und Horror sind in diesem Film eher sparsam bis gar nicht vorhanden.
Der Film ist mehr mittelalterlicher Roadmovie als Fantasy. Epische Schlachten, Magie und fantastische Kreaturen sucht man hier vergebens.
Dennoch war ich von dem Film begeistert. Man merkt ihm an, dass er eine europäische Produktion ist. Und diesesmal ist das von Vorteil.
Erfrischend unverbrauchte Gesichter bei den Schauspielern und tolle Landschaftsaufnahmen sind ein großes Plus dieses Films.
Die Hauptfigur besticht durch ihr Charisma.
Auch wenn Tiuri nicht wirklich große Abenteuer bestehen muss und den größten Teil des Films damit verbringt rumzureiten oder zu gehen, auch wenn die Auflösung des Geheimnisses um den Brief reichlich unspektakulär ist, fühle ich mich mit dem Hintergrundwissen "Jugenbuchverfilmung" bestens unterhalten.
Atmosphärisch dichter Film mit guter Ausstattung und Kostümen.
Der gesamte Film wirkt für heutige Sehgewohnheit und einer Dominanz von Hollywoodproduktionen (ohne diese abzuwerten) erfrischend "altmodisch".
Sicherlich kein Meilenstein, aber ein gutes Alternativprogramm für Abenteuer- und Fantasyfreunde, die sich auch mit einem schlichteren Plot abfinden können.